WiB September/Oktober 17: Viele Rätsel, ein fieser Mord und der Duft von Apfelkuchen


Das letzte Wochenende im September und gleichzeitig das erste im Oktober – verrückt! Schon allein das wäre ein Grund, darüber zu schreiben, aber das Wochenende konnte tatsächlich noch mehr.

Wie so häufig am Wochenende bringe ich Kinder zum Sport. Diesmal den Sohn zum Tischtennis. Weil ich schon mal unterwegs bin, lege ich einen Stopp im Garten ein.

Ich möchte dort nämlich ein paar Tulpen für das Frühjahr setzen.

tulpenzwiebeln

Zuerst ernte ich aber erst mal Kürbisse, Rhabarber (ja, ich weiß, zu viel Oxalsäure – mir doch egal!), ein paar letzte Himbeeren und den einen Kohlrabi, der sich aus der Erde herausgetraut hat.
Außerdem finde ich Pilze und nehme sie mit. Vielleicht ist ja Franz, der Wiesbadener Pilzexperte, zufällig im Laden nebenan und kann mir sagen, ob man die essen kann.

kuerbisernte
Weil ich schon mal da bin und die Schuhe bereits dreckig sind, räume ich ein wenig im Kürbisbeet auf, entferne vertrocknete Blätter und jähte Unkraut. Dabei leistet mir ein Rotkehlchen Gesellschaft und pickt die Würmer aus dem Boden, die ich rausgehackt hatte. Eieiei, die armen Würmchen! Die sollen doch für mich arbeiten. Aber das Rotkehlchen ist auch niedlich, oder?

rotkehlchen-im-beet

Überhaupt nicht niedlich finde ich hingegen die Nacktschnecken. Unsere Gartennachbarin hat gesagt, wir sollten sie mit Salz bestreuen oder mit der Schere in zwei Teile schneiden. Über den Zaun werfen würde nichts bringen.
Ich muss gestehen, der erste Schnitt ist noch die totale Überwindung, aber als ich eine von den fiesen Schleimbratzen auf meinem einzigen Kohlrabi dabei erwische, wie sie ein Loch reinpuhlt, stirbt etwas in mir und ich hätte noch zehn weitere kaltherzig zerschnitten, wenn sie sich nicht so gut versteckt hätten.

zerschnittene-schnecke

Als ich den Grünabfall wegbringe, hilft mir noch ein Mann, der gerade auf dem Fahrrad vorbeikommt, und Angst hat, dass ich vom Anhänger fallen könnte. Zum Dank höre ich mir seine Lebensgeschichte an. Tja, so ist das nun mal.
Dann sind schon zwei Stunden um und ich fahre, ohne auch nur eine einzige Tulpenzwiebel gesetzt zu haben, nach Hause.

Weil der Pilz-Franz nicht da ist, gibt es zum Mittagessen keine Pilze sondern selbst gemachte Chicken-Nuggets. Die Kinder helfen mit. Wow!

chickennuggets-selber-machen

Der Sohn ist total begeistert über meine Skills in der Küche, weil ich ihm aus einem Stück Papier einen Trichter baue, um Paprikapulver umzufüllen.
paprikapulver

Nicht mehr ganz so begeistert ist er, als er merkt, dass das nicht so wirklich gut funktioniert.

Am Nachmittag gammeln wir alle so vor uns hin. Ich bereite meine Lesung am kommenden Donnerstag in Ober-Mörlen vor, die Kinder spielen Computer und der Lieblingsmann kuriert seine Kopfschmerzen aus.
Wir haben nämlich noch einen tollen Termin heute Abend. Ich habe dem Lieblingsmann zum Geburtstag vor zwei Wochen ein Escape-Game geschenkt. Dabei wird man als Gruppe in einen Raum eingesperrt und muss zusammen versuchen, innerhalb einer gewissen Zeit diverse Rätsel zu lösen und Hinweise zu entschlüsseln, um da wieder raus zu kommen.
Wie so ein Computerspiel nur in Echt.
Heute Abend müssen wir also rauskriegen, warum uns unser Großonkel enterbt hat, und wie wir doch noch an das Erbe kommen.
Dafür sind wir (entgegen unserer Gewohnheit) fünfzehn Minuten zu früh bei TIXS in der Luisenstraße und warten im Regen, weil uns niemand die Tür aufmacht.

tixs-schild

Der Sohn ist stinkesauer, weil er sich so darauf gefreut hat, und fängt mit uns Streit an. Die Tochter wundert sich, ob das nicht eher so eine Teambuilding-Maßnahme wäre und wir es ja wohl bitter nötig hätten.
Vielleicht ist das Warten vor der Tür aber auch schon das erste Rätsel, das wir lösen müssen. Der Mann fragt sich, warum es an und um die Tür herum sieben Schlösser gibt. Die Tochter bietet an, behilflich zu sein, sie hätte Erfahrung mit dem Öffnen von verschlossenen Türen.
Ich wähle die auf dem Schild angegebene Telefonnummer und beim zweiten Versuch holt uns auch tatsächlich jemand ab.

Vom Raum darf man keine Fotos machen, aber ich kann versichern, dass es wirklich ein tolles Erlebnis war und wir viel Spaß zusammen hatten. Und wir haben tatsächlich alle Hinweise entschlüsselt und hatten am Ende sogar noch komfortable drei Sekunden übrig.

requisiten-escape-game

Ich habe schon den ganzen Tag etwas Zahnschmerzen und desinfiziere deshalb, zurück auf dem Sofa, meinen Mund mit etwas kaltem Gin Tonic.

gin-tonic-basilikum

Sonntag

Der Herbst lässt sich wirklich nicht mehr wegdiskutieren: Die Baumkatze vor unserem Schlafzimmerfenster ist schon deutlich verfärbt. Sieht man trotz Nebel drum rum.

gefaerbte-baumkatze

Ihr seht die Katze auf dem Baum doch auch, oder?

Als ich diesmal beide Kinder zum Sport weggefahren habe, backe ich einen Apfelkuchen nach einem Rezept von Nathalie von Eine ganz normale Mama für den Nachmittag und weil ich finde, dass im Herbst Häuser nach nach frisch gebackenem Apfelkuchen riechen müssen.

apfelkuchen-im-ofen

Zwei übrig gebliebene Apfelspalten inspirieren mich zu einem Obstmanndala.

obstmanndala

Eigentlich wollten der Lieblingsmann und ich gemeinsam frühstücken, aber er arbeitet sich etwas fest und so esse ich das Obstmonster alleine, während ich die Elementary-Folge schaue, die ich neulich verschlafen habe.

Als die Kinder wieder da sind, treffen wir uns mit meiner Familie beim Italiener. Meine Schwester ist mit Mann und zweijähriger Mini-Nichte da.
Das Essen ist zu schnell weg fürs Foto, obwohl währenddessen Peppa Wutz fünfmal schlafen gegangen ist und zweimal Geburtstag gefeiert hat.

peppa-wutz-figuren

„Schlaf dut, Peppa Mutz!“

Vor Kaffee und Kuchen hat das schlechte Gewissen den Sonntags-Waldspaziergang gesetzt.
Um unnötigen Ärger zu ersparen, lassen wir die Kinder gleich daheim. Der Hund erweist sich allerdings auch als ausgesprochen widerspenstiger Spaziergänger und will uns permanent zur Rückkehr bewegen. Wie so’n Kind! Dabei machen wir das doch vor allem für den. Muss man nicht verstehen.

herbstwaldlaubboden

Schön, so ein Herbstwaldboden!

fliegenpilz

Den hab ich nicht geerntet.

zerstoerte-huette

Auch das ist Wald. Nein, das war nicht die Tochter!

Den Hund speisen wir mit grenzwertig riechenden Hundeleckerchen ab, während wir den wohlerlaufenen Apfelkuchen genießen. Lecker!

apfelkuchen-mit-kaffee

So, jetzt übt der Sohn gerade Trompete. Das läuft so ab, dass er sich seine John-Williams-CD in voller Lautstärke anmacht und dazu rhythmisch zwar passende, aber tonal stark abweichende Töne aus dem Instrument presst. Momentan läuft der Imperial March aus Star Wars, gestern gab es Super Man.
Dazu marschiert er durch die ganze Wohnung als One-Man-Spielmannszug.
Die Tochter übt derweil Klavier.
Und ich bin froh, dass ich Dinge wunderbar überhören kann. Ja, auch so etwas.
Das ist meine geheime Superkraft.

Inzwischen tut mein Zahn stärker weh. Ich fürchte, ich muss morgen mal beim Zahnarzt vorstellig werden. Drückt mir die Daumen, dass er offen hat und mich dran nimmt.

Weitere Wochenenden mit vielen bunten Herbstbildern findet man wie jede Woche bei Geborgen Wachsen.

Habt es schön!

4 Gedanken zu „WiB September/Oktober 17: Viele Rätsel, ein fieser Mord und der Duft von Apfelkuchen

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