WiB im Februar 2019: Nachhaltig in Wiesbaden


Du hast auch schon ganz schön lang nichts mehr veröffentlicht„, hat der Lieblingsmann letztens festgestellt. Stimmt. Irgendwie fehlt mir die Lust und die Energie. Zuviel im echten Leben bewegt und fordert mich. Dann schwanke ich auch immer zwischen „Niemand liest meine Geschichten“ und „Viel zu viele Menschen lesen meine Geschichten.
Aber ein Wochenende in Bildern gibt es jetzt doch mal zwischendurch. Auch wenn ich dafür diesmal zwei Wochenenden zusammenfasse, in gewisser Weise ähnelten sie sich auch sehr.

Letzte Woche bin ich am Samstagmorgen zum Rheinufer gelaufen und habe zusammen mit dem Sohn und ein paar anderen dort aufgeräumt. Weil das ansonsten nämlich niemand machen würde. Zum Glück hat es nicht geregnet und dem Sohn hat es sogar Spaß gemacht, ich konnte mich leider hexenschussbedingt nicht gut bücken, aber ein wenig was gesammelt habe ich auch.
Es ist schon erschreckend, was man da alles findet. Wo kommen bloß die ganzen Rasierer her?

rheinmuell

Die „Highlight“-Funde

Wer mitmachen möchte, der kann gerne am ersten Samstag im Monat ans Rheinufer in Biebrich vor dem Schloß kommen. Handschuhe nicht vergessen!

Auch an diesem Samstag bin ich in Sachen Nachhaltigkeit unterwegs. Zusammen mit der Tochter und dem Stage-Piano unter dem Arm machen wir uns auf den Weg nach Kastel ins Repair-Café, in der Hoffnung, dass uns dort jemand das Gerät reparieren kann.
Die G2-Taste funktioniert nämlich nicht mehr. Und nur wegen einer kaputten Taste möchte ich das Ding nicht wegwerfen. Spielen ohne G-Taste ist doof. Für viel Geld irgendwohin einschicken möchte ich es auch nicht. So steht es jetzt seit anderthalb Jahren hier in der Ecke rum und verstaubt und die Tochter hätte es gerne in ihrem Zimmer.

Zwischen all den defekten Föhnen, Toastern und Gartengeräten fallen wir mit unserem riesigen Keyboard auf.
Der Mann, der unsere Nummer aufruft ist ein wenig skeptisch und meint, dass das eventuell das erste Gerät heute wird, bei dem er nichts machen kann.
Spoiler: Er kann und als wir das Stage-Piano wieder nach Hause tragen funktionieren alle Tasten einwandfrei und es ist auch wieder zusammengeschraubt und keine Schraube ist übrig geblieben. Juhu!

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Eigentlich wurde das Keyboard nur aufgeschraubt und dann mit dem Kompressor vom Staub befreit. Jetzt kann es zur Tochter in ihre verstaubte Kemenate …
„Na gut, dass Du Dir letztes Jahr  für viel Geld ein neues E-Piano gekauft hast“, schüttelt der Lieblingsmann später den Kopf. Aber diese zwei Geräte kann man nicht miteinander vergleichen.

Am  Donnerstag habe ich mir die Schuhe meines jungen, modebewussten Mitarbeiters angeschaut und gemeint: „Die will eines meiner Kinder bestimmt auch demnächst haben.
Ui„, hat der Kollege geantwortet und dann noch gemeint, „die sind nicht günstig …„.
Heute Nachmittag ist es schon soweit und der Sohn will genau diese Schuhe. 180 Steine kosten die Latschen.
An alle mit kleineren Kindern da draußen: Kinderschuhe sind nicht teuer – Teenieschuhe sind das, wofür man einen Kredit aufnehmen muss. Aber es müssen diese Schuhe sein. Wenn ich ihm andere aufschwatzen würde, würde er gar keine Schuhe anziehen. Immerhin sind sie ihm eine stattliche Zuzahlung wert.
Und wann bitteschön sind diese Füße so groß geworden? 44?!? Letztes Jahr um die Zeit waren wir noch bei 39. Der legt sich doch nachts in die Streckbank.

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Letzte Woche hat nur der Lieblingsmann Badminton gespielt, diese Woche spielt auch der Sohn.
Als wir nach dem erfolgreichen Match wieder nach Hause kommen, steht mal wieder ein Auto vor unserer Einfahrt. Same Procedure as last Weekend – No, same procedure as every time I want to get into or out of my Einfahrt. Diesmal finde ich den Fahrzeugbesitzer nicht im Wettbüro oder im Rewe sondern im Friseursalon gegenüber. Da sitzt der Typ tranfunzelig unter der Trockenhaube und stört sich in keinster Weise daran, dass ich mir bis eben die Seele aus dem Leib gehupt habe weil der Bus hinter mir gedrängelt hat. Irgendwann garantiere ich mal für gar nix mehr. Irgendwann flippe ich mal richtig aus.
Letzte Woche habe ich hingegen einen Zettel geschrieben und unter den Scheibenwischer geklemmt.

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Am vorigen Samstag war ich auf einer Party, diese Woche bin ich wieder auf einer Party eingeladen, aber ich bin einfach zu kaputt und muss mal nachhaltiger mit mir selbst und nicht nur mit der Umwelt umgehen und so liege ich früh mit einem Buch im Bett.
Wenn Du das liest, Inken: „Alles Liebe noch mal an dieser Stelle zu Deinem Geburtstag und wir holen das nach!“
Diese Woche lese ich „Die Geschichte des verlorenen Kindes“, letzte Woche war es noch „Die Geschichte der getrennten Wege“. Beide von Elena Ferrante.
Ich sag doch, die Wochenenden sind im Prinzip austauschbar.

Bis auf das Sonntagsfrühstück. Dieses Wochenende gibt es nämlich zum ersten Mal gefühlt in diesem Jahr ein Sonntagsfrühstück mit der ganzen Familie und allem Pipapo.
Danach hat der Lieblingsmann einen Fototermin im Regen. Der Arme.

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Der Sohn ist aber auch zu bedauern. Genau wie letzten Sonntag spielt er auch diesen Sonntag aus Gründen kein Fortnite, neu im Angebot ist aber seine Vorliebe für Schach.

Bei der ersten Partie gelingt es mir noch, ihn matt zu setzen, danach verliere ich nur noch.
Das könnte aber auch daran liegen, dass wir nicht allzu großen Wert auf die Regel „Berührt, geführt“ legen und ich ihn ein paar Mal frage, ob dieser Zug jetzt wirklich sein Ernst wäre. Tja, selber schuld.

schachmatt

Der Sohn macht Eierpfannkuchen, fotografiert habe ich aber nur die Waffeln von letzter Woche.

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Der Rest des Tages geht für lernen, fernsehen und ein wenig Haushalt und kochen drauf.
Beim Nachschauen der Logo-Sendung von gestern entdeckt der Sohn einen Kumpel. Wie lustig.

Auch wenn der Januar schon wieder vorbei ist und somit die Aufräum- und Abnehmvorsätze schon lange obsolet sind, möchte ich Euch doch nicht meine konmarinierte Sportsachen-Schublade vorenthalten. So richtig Spar gejoyt hat das Aufräumen jetzt nicht und ja, ich habe mir mal kurz meine drei Mitbewohner angeschaut und überlegt „Do they spark joy?“.
Aber hej: sie sind alle noch da. Ehrlich.

konmarinierte-sportschublade

Das gute an der Sportschublade ist, dass ich sie so selten benutze, so dass sie eine Chance hat, so ordentlich zu bleiben. Ich bin ein Genie!

Ich habe einige Hoffnung, dass die kommende Woche hier mal ein wenig ruhiger wird. Aber da ist ja dann immer noch die Sache mit dem Leben, das dazwischen kommt.
Wir werden sehen und das beste draus machen.

Und vielleicht veröffentliche ich auch demnächst mal einen weiteren Wien-Teil. Auch wenn ich ein wenig beleidigt bin, weil bisher noch niemand danach gefragt hat.

Was andere an diesem Wochenende gemacht haben, könnt Ihr bei „Große Köpfe“ nachlesen.

Habt es schön!

2 Gedanken zu „WiB im Februar 2019: Nachhaltig in Wiesbaden

  1. Franziska

    Ich warte auch auf den nächsten Wienteil. Wenn man schon so nett eingeladen wird dazu! (Bin aber leider ziemlich verpeilt im Moment. Also, ICH habe eine Entschuldigung vorzuweisen. =D )

    Gefällt 1 Person

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