WiB an Pfingsten 2020: Der Held im Korona-Erdbeerfeld


Ist Corona eigentlich schon wieder vorbei? Manchmal mag man es glauben, so voll wie es wieder auf der Straße und in den Supermarktregalen ist.
Und die Kinder waren letzte Woche auch wieder in der Schule. Zwar nur vier Stunden pro Tag, aber dafür das eine zur dritten Stunde und das andere von der fünften Stunde ab. Das war himmlisch!
Bis hierhin habe ich das Homeschooling als gar nicht so belastend empfunden (ok, das meiste hat auch der Opa begleitet), aber jetzt mit den kinderfreien Vormittagen merke ich, dass man dann im Home-Office doch deutlich mehr geschafft bekommt. Wie machen das bloß Eltern mit kleineren Kindern?
Sogar das Badmintontraining hat wieder begonnen. Wenn auch mit merkwürdigen neuen Regeln, wie „Nur Halbfeldeinzel ohne Vorderfeld“, „feste Trainingspartner“, „alle gehen gemeinsam in die Halle, wer zu spät kommt, bleibt draußen“ und mein Favourite: „Jeder nutzt nur seinen eigenen Ball“.
Aber egal wie eingeschränkt die Bedingungen sind, es hat allen drei Badmintonspielern hier gut getan, mal wieder eine Sportart zu machen, die ihnen auch Spaß macht.
Und bei den Bedingungen, dass man quasi Standbadminton spielt, könnte ich ja auch mal darüber nachdenken, ob ich meine ramponierten Knie mal wieder zum Training überreden kann. Aber dienstags geht ja jetzt wieder mein Ukulele-Kurs weiter.

Aber genug vom „was bisher geschah“. Eigentlich seid Ihr ja hier vorbeigekommen, um zu lesen wie das Wochenende war, dann also mal los:

Weil ich für die Arbeit Trello ausprobieren wollte, habe ich ein Familienboard angelegt und dort verschiedene Aufgaben eingetragen, die sich die Familienmitglieder nach Lust und Laune selbst zuweisen können. Dinge, die übrig bleiben, weise ich dann halt zu.
Die Kinder haben sich unter Protest und Pseudonymen dort angemeldet, jetzt muss ich mich nur noch an die neuen Namen gewöhnen. Und der werte Leser auch. Aus Lina und Fritz, aka die Tochter und der Sohn, werden jetzt Grace und Jürgen. Fragt nicht!

trello-board
Auf jeden Fall hat sich eine Karte über Nacht von „In Arbeit“ auf „Erledigt“ verschoben. Die Ratte, die mir letzte Woche auf unserem Hof ein paar Mal über den Weg gelaufen ist und mich freundlich gegrüßt hat, war so nett, in die bereitgestellte Rattenfalle zu tappen. Dummerweise hat sie das nicht vorschriftsmäßig getan und ist noch nicht ganz tot. Gar keine schöne Sache das.
Vielleicht hatte Grace (die Tochter) recht, als sie letzte Woche meinte: „Wer weiß, was das für eine Ratte ist? Vielleicht verwandelt sie sich in einen Mind flayer und wir sind die nächste Staffel von Stranger Things!“
Aber der Lieblingsmann ist jetzt noch mehr mein persönlicher Held als vorher und vielleicht nenne ich ihn jetzt einfach Hopper.

farn-ohne-rattenfalle

Da rechts vor der Tür hätte eigentlich die Rattenfalle stehen müssen …

Aber kommen wir zu den schöneren Aufgaben auf dem Trello-Board: Die Erdbeermarmeladenvorräte sind leer. Skandal! Da das so nicht bleiben kann und die Kinder auch gerne Erdbeermarmelade essen, muss eines mit mir Erdbeeren pflücken gehen.
Das Feld ist voller zuckersüßer roter Früchte, nervigen Kindern und alten Männern mit ausladendem Maurerdekolleté. Aber das mit dem Abstand klappt.
Wie im Rausch pflücken wir uns fast zehn Kilo Beeren zusammen.

erdbeerfeld

Fun-Fact: Wusstet Ihr, dass es eine Erdbeersorte gibt, die „Korona“ heißt?

Die jetzt alle verarbeitet werden wollen. Immerhin hilft mir Jürgen (der Sohn) dabei. Mehr als zwei Stunden hält er durch!
Es entstehen Erdbeermarmelade, Erdbeer-Tiramisuartiger-Nachtisch, Erdbeerkuchen und jede Menge Erdbeerdreck. Irgendwie habe ich jetzt gar keine Lust mehr auf Erdbeeren …

erdbeerprodukte

Eskalationsstufe Erdbeere

erdbeermarmelade

Ansonsten versinkt der Rest der Wohnung im Chaos. Wir ziehen hier ein wenig hin und her und dafür muss erst mal Platz geschaffen werden. Die Kisten, die noch gesichtet werden müssen, stehen im Wohnzimmer und im Gästezimmer steht dafür die Schlafcouch nicht mehr herum. Die hat jemand für seine Mutter gekauft, weil „eine neue lohnt sich da nicht mehr“.

leeres-gaestezimmer

verwackeltes-chaos

Durch Verwacklung weich gezeichnetes Chaos

Aber es ist Wochenende, da muss man auch mal ein kleines Päuschen machen. Ich lese „The good Earth“ von Pearl S. Buck zu Ende. Ein wirklich gutes Buch.

lesepause

Gute Erde hatte offensichtlich auch die Bohne aus dem Bio-Experiment, neben Blüten hat sie nämlich im neuen Level auch Bohnenschoten bekommen. Und hübsch aussehen tut sie auch. Vielleicht pflanze ich jetzt einfach jedes Jahr Bohnen.

bohnenschoten

Abends wird dann noch fürstlich gegrillt.

grillplatte-mit-wurst

Das ist quasi eine Henkersmahlzeit. Am nächsten Tag folgt nämlich der für mich schlimmste Tag des Jahres: der Tag der Steuererklärung.

vorbereitung-steuererklärung

Heute ist es allerdings nicht so schlimm wie sonst, irgendwie bin ich besser vorbereitet und muss nicht zehnmal Dinge holen, die ich vergessen habe. Meine Schwägerin, die uns dabei hilft, freut sich immer über die wahnsinnigen Verluste, die ich mit meiner Autorinnentätigkeit mache. Ich finde es nicht so prickelnd, dass ich im vergangenen Jahr ganze 2,88 mit meinem Buch verdient habe. Das macht dann in etwa 100 Euro in fünf Jahren. Dabei ist es wirklich ein gutes Buch.

Weiter geht’s mit meinem neuen Hobby: Ich habe begonnen, eine Bucket-List in Form eines Bullet-Journals zu führen. Da kommen Bücher-, Film-, Reise- und keine Ahnung was sonst noch so für Listen rein.
Zum Beispiel habe ich mir vorgenommen, ein Buch von jedem Literaturnobelpreisträger zu lesen. Wie man sehen kann, wird mir in den nächsten Jahren wohl nicht langweilig werden …

bulletjournal

Morgen ist ja schon wieder ein Feiertag und aufgrund der ausgeweiteten Kurzarbeit habe ich die nächsten beiden Wochen nur eine Zwei-Tage-Woche. Da bekomme ich vielleicht das Chaos hier mal in den Griff.
Und kann dann über den Sommerurlaub nachdenken, der schon bald ansteht und für den wir keine konkrete Planung und auch keine Idee haben. Schlimm, schlimm.
Wie sieht es bei Euch aus? Was macht Ihr denn in den Sommerferien?
Wer wissen will, was andere an diesem Wochenende gemacht haben, der schaue mal bei Große Köpfe vorbei, da werden sie nämlich gesammelt.

 

Ein Gedanke zu „WiB an Pfingsten 2020: Der Held im Korona-Erdbeerfeld

  1. taccita

    Ich hab grad ein paarmal herzlich gelacht. Deine At zu schreiben ist sehr angenehm.
    Die Erdbeervorräte sind hier auch erschöpft und müssten dringend aufgestockt werden. Es mangelt an Zeit…
    LG von TAC

    Gefällt 2 Personen

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