WiB am 31.10/1.11.2020: Ein goldener Oktober wirft Lockdown-Schatten voraus


Bis gestern lagen auf der Etagere noch Muffins. Ob man die essen könne oder ob das Deko sei, hat die Tochter gefragt und auch der Kollege bei der Arbeit frug, ob ich mal wieder dekoriert hätte, nur weil ich Kuchenreste mitgebracht habe. Bei der Hochzeitstorte damals war ich auch für die Designauswahl zuständig und der Lieblingsmann hat den Geschmack gewählt. Von mir aus hätte die auch mit Leberwurst und Frischkäse gefüllt sein können, ich bin eher herzhaft untwerwegs.
Ja, schuldig im Sinne der Anklage, ich geb’s zu, oft backe ich, weil es schön aussieht.
Und gut riecht. Vor allem Apfelkuchen im Herbst.

Der Plan für heute sah eigentlich vor, dass ich den Schlafanzug einfach anlasse, gemütlich auf dem Sofa sitze und House of Cards gucke oder Shopping Queen. Aber leider macht mir das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Statt ungemütlich und regnerisch, herrschen draußen spätsommerliche Temperaturen und die Sonne scheint.

Mach ich halt den Kaninchenstall sauber. Damit die zwei Knallchargen mich dabei nicht stören, bekommt jeder ein Mini-Äpfelchen aus eigenem Anbau. Jeder rennt sofort mit seinem Schatz an eine andere Ecke des Reviers, Futterneid Galore.

Hilft nur nicht lang, ich bin noch nicht ganz fertig mit ausräumen, da hoppeln die zwei mir wieder im Weg rum.

So, Zeit, die Rattenfallen zu kontrollieren. Der Käse ist weg, aber die Fallen haben nicht ausgelöst.Irgendwer stibitzt da immer den Lockstoff raus. Vier Ratten haben wir inzwischen erlegt, aber jetzt wird es wohl Zeit für eine Wildkamera.

Ab Montag ist dann also wieder Lockdown. Diesmal allerdings in „light“, die Schule bleibt offen, die Gastronomie aber nicht. Deshalb gehen der Lieblingsmann und ich noch mal auswärts einen Kaffe trinken und ein Stück Torte essen. Wirtschaft ankurbeln und so. So ganz davon überzeugt bin ich nicht von allen Maßnahmen, die beschlossen wurden. Hoffentlich hilft es.

Kürbis ist ja das Bananenbrot für den zweiten Lockdown. Ich gebe dem Spaghetti-Kürbis noch eine Chance. Habe ich vor zwei Jahren mal probiert und war nicht überzeugt. Die Soße liefert die Tochter, die irgendeine Tiktok-Superduper-Topmodel-Tomaten-Soße ausprobieren und damit flexen will.
Schön sieht der Kürbis ja nicht aus, schmeckt aber tatsächlich mit ausreichend Soße und Parmesankäse ganz lecker.

Warum es eigentlich keinen geschnitzten Kürbis gebe, wollen die Kinder wissen. „Weil ich keine Lust hatte, einen zu schnitzen und die ganze Sauerei wegzumachen. Hätte ich gewusst, dass Euch das so am Herzen liegt, hätte ich Euch einen besorgt, dann hättet ihr das machen können.“
So wichtig wäre es ihnen dann doch nicht, sind sich die Kinder schnell einig, immerhin habe ich dafür gesorgt, dass genug Halloween-Süßkram da ist. Und glücklicherweise ist nicht zu erwarten, dass irgendjemand kommt, um es ihnen streitig zu machen.

Die zwei haben sich zur virtuellen Halloween-Party mit ihrer Sportgruppe verabredet. Zum Glück konnten sie in den Herbstferien noch auf Badminton-Freizeit fahren. „Da fährt die nächste Kohorte“, hat ein Elter bei der Abfahrt geunkt. Sind aber alle virusfrei, aber dafür mit gestärktem Gemeinschaftsgefühl zurückgekehrt. Das ist wirklich eine tolle Truppe, die sich fast jeden Abend online trifft, Among us oder Montagsmaler spielt oder gmeinsam Workouts macht. Ich habe ganz schön große Augen bekommen, als ich die Kinder beim Sit-up machen gesehen habe. Sonst lachen sie immer verächtlich, wenn ich sie einlade, bei meinen Workouts mitzumachen, wenn sie sich beschweren, weil ich so laut im Zimmer über bzw. neben ihrem rumhampel.
Der Vollmond liefert für die Halloween-Party das passende Ambiente.

Der Sonntag zeigt sich von seiner kooperativen Seite und bietet bestes Daheim-rumlümmel-Wetter. Trotzdem stehe ich früh auf, also was man hier so früh nennt, und setze das Gulasch für den Abend auf und backe Apfelkuchen. Es ist ja Herbst und das Haus soll gut riechen

Der Sohn ist übrigens Corona-Krisengewinnler: Statt 25 Kirchenbesuche wie die Tochter, muss er nur 20 bis zu Konfirmation absitzen und statt einer Stunde dauert der Gottesdienst nur die Hälfte.
Als er vom Kirchenbesuch wiederkommt, gibt es Frühstück.

Die Tochter wusste schon, was sie tat, als sie sich in ihrem Zimmer vornehmlich für Plastikpflanzen entschieden hat. Zwei echte durfte dennoch bei ihr einziehen. Tja, was soll ich sagen?
„Oh, nein! Philipp ist tot! Verdammt, ich wusste ich hätte die Pflanze nicht nach dem verstorbenen Sohn von Hamilton nennen dürfen.“
Ja, daran hat es sicherlich gelegen. Bestimmt weder am falschen/vergessenen Gießen noch am Standpunkt ohne Sonne.


Immerhin lebt Peggy noch, aber diese Pileas sind irgendwie auch unverwüstlich. Ich nenne meine alle Audrey 4. So hat jeder ein Musical, nach dem er seine Pflanzen benennt.

Heute entscheiden die Wiesbadener über die Citybahn. Ich gestehe, ich bin ein großer Gegner. Ich denke, es ist einfach die falsche Technik und es gibt so viele andere Stellschrauben, an denen man drehen könnte, um den Verkehr aus der Stadt herauszuhalten und den ÖPNV nicht zu überlassen.
Ich fürchte allerdings, dass die Bahn auf jeden Fall gebaut wird, eine einfache Mehrheit der Stimmen reicht nämlich nicht und wenn überhaupt nicht genug abstimmen, darf die Stadt entscheiden und die sind dafür.


Für alle, die enttäuscht sind, dass der BER jetzt doch noch eröffnet wurde und man nicht mehr drüber lachen kann. Die Wiesbadener Citybahn wird sicherlich eine würdige Fortsetzung bieten.
Naja, unser Spaziergang führt also bei herbstlichem Wetter in den Biebricher Bürgersaal.

Ein bisschen lernen, ein bisschen Haushalt, ein bisschen rumgammeln, schwupps ist es schon wieder Zeit, den Kuchen zu essen.

Sorry, war schneller gegessen, als ich fotografieren konnte. War aber offensichtlich lecker.

Nach dem Kuchen ist vor dem Kuchen: Juhu, es gibt wieder das große Backen! Aber warum hat Christian Hümbs keine Haare mehr? Jetzt schon Corona-Frisur oder ist die Aufzeichnung aus dem ersten Lockdown? Auf jeden Fall sieht er jetzt aus wie eine Mischung aus Jean Pütz und Oli P. Nun gut, chaqu’un à son gout wie wir Franzosen sagen. Ob man merkt, dass ich gerade Französisch auf Duolingo mache?

Mal sehen, was die nächsten Wochen so bringen, ich habe jedenfalls genug zu lesen gehortet, ausreichend Filme und Serien, die ich schauen möchte, Sockenwolle, damit ich dabei nicht einschlafe und der Ginvorrat zählt 12 verschiedene Sorten. Ich bin also vorbereitet.
Was habt Ihr so gehamstert?

Mehr Bilder von Wochenenden findet Ihr wie gewohnt bei Große Köpfe. Kommt gut durch die nächste Zeit!

3 Gedanken zu „WiB am 31.10/1.11.2020: Ein goldener Oktober wirft Lockdown-Schatten voraus

  1. taccita

    Hier bleibts bei 35 Gottesdienstbesuchen für die Konfi in 2 Jahren, da die meisten die wohl eh schon bald voll haben.
    Ich bin von den Maßnahmen auch nicht überzeugt, aber man macht halt mit.
    Ich hab nix gehamstert. Bin froh, dass der Supermarkt Klopapier hatte, unseres ging zur Neige.
    Eine schöne Woche für euch.
    LG von TAC

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