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Als das Rumpelstilzchen in meinen Sohn gefahren ist

Fritz hatte einen Wutanfall. Fritz hat eigentlich sonst nie Wutanfälle. Ich weiß, das klingt jetzt sehr unglaubwürdig, aber es stimmt.
Für Wutanfälle war früher eher Lina zuständig, aber die hat das auch hinter sich gelassen. Die Zeiten, als sie ihren Kopf vor Wut gegen den Fußboden gehauen hat, weil sie an irgendetwas nicht herangekommen oder beim Krabbeln zu langsam vorangekommen ist, sind schon ganz lange vorbei.

Der letzte Wutanfall von Fritz, an den ich mich erinnere, war, als er ungefähr vier Jahre alt war. Der Klassiker in der Quengelzone an der Supermarktkasse. Ich glaube, es ging um irgendein Heftchen, Bob der Baumeister oder so, das er unbedingt haben wollte. Er hat rumgebrüllt und geschimpft. Ich habe mich mal wieder gefragt, ob ich ihn wohl auf dem Heimweg in so eine Babyklappe quetschen könnte und ansonsten so getan, als ginge mich das alles gar nichts an und als ob das Kind zu jemand anderem gehört. Hinter mir stand eine Omi, die mit den Minuten, die wir zusammen mit dem brüllenden Kind an der Kassenschlange warten mussten, immer genervter aussah. Ich hatte mir schon zehn verschiedene Rechtfertigungsgründe zurechtgelegt, warum ich dieses Kind nicht im Griff habe und mich geistig auf eine Predigt über richtige Kindererziehung vorbereitet, da drehte sich die Omi zu meinem Sohn um und sagt: „Was soll denn das? Jetzt hör‘ mal auf, Deine Mutti die ganze Zeit so anzuschreien und benimm‘ Dich anständig.“
Was soll ich sagen? Eigentlich mag ich es nicht, wenn andere meine Kinder zurechtweisen, aber danach war Ruh‘.

Und jetzt, drei Jahre später, der nächste kapitale Wutanfall. Weiterlesen