London – Part 2: Jede Menge Essen, Nussknacker und ein Haufen Scheiße

In London scheint man nicht nur auf der anderen Seite zu fahren, man hat auch das Besteck auf der anderen Seite liegen. Zumindest ist das in unserem Hotel beim Frühstück so. Es gibt Baked Beans, Würstchen, Eier, und eine merkwürdige braune Soße, die ich mich aber zunächst nicht traue, zu essen. Aber dem aufgedruckten Versprechen „Bursting with Flavour kann ich doch nicht widerstehen und so probiere ich sie am nächsten Tag doch. Schmeckt ein wenig nach Sauerbratensoße. Naja.

brown-sauce

Die Kinder schicken derweil jede Menge Toastbrot über das Toaster-Fließband und essen dazu gesalzene Butter und Marmelade aus niedlichen kleinen Gläschen. Very british.

Am Morgen steht der Camden Market auf dem Plan. Hier ist es wirklich super. Es gibt jede Menge Geschäfte, in denen man einen Haufen Sch… kaufen kann. Was der Sohn auch macht. Weiterlesen

London Part 1: Von Sicherheitskontrollen Deluxe, den Schwierigkeiten des Linksverkehrs und britischen Hinweisen für Allergiker

„Mama, ist London eigentlich eine coole Stadt?“, fragt mich meine Tochter.
„Na klar, ich glaube, es gibt kaum coolere Städte“, antworte ich.
„Können wir dann mal da hin fahren?“, fragt sie weiter und bevor die Frage wirklich zu Ende gestellt wurde, habe ich schon gebucht.
Seit Jahren wollen die Kinder nämlich immer nur auf dem gleichen Bauernhof im Odenwald Urlaub machen. Es ist wirklich schön da und absolut entspannend, aber ich kenne wirklich jeden Stein im Felsenmeer und habe alle Siegfried-Brunnen im Umkreis besucht.
Ein erster Blick auf die Preise in London macht den Odenwald-Bauernhofurlaub noch attraktiver, aber egal – die Kinder wollen eine Städtereise und ich liebe Städtereisen: Bingo!

Zur Vorbereitung besorge ich mir fünf Reiseführer und studiere sie gründlich. Der Einfachheit halber rechne ich das Pfund in meinen Überlegungen eins zu eins auf Euro um. Das ist zwar grandios aus der Tasche heraus gelogen, aber deutlich besser für mein Geldgewissen. Dazu hole ich mir Tipps von Blogs, Freunden und Bekannten. Den Kinderreiseführer platziere ich strategisch günstig auf dem Klo und entsorge alle anderen Zeitschriften dort. Nur so kann ich die anderen mitreisenden Familienmitglieder dazu bringen, sich mit dem Reiseziel auseinander zu setzen und eigene Wünsche zu formulieren.

Am Ende der Recherche habe ich unternehmenswerte Dinge für drei Jahre und den Preis der Kronjuwelen aber nur fünf Tage Zeit. Ich mache mir einen Plan mit den verfügbaren Tagen und die verschiedenen Unternehmungen schreibe ich auf je nach Dauer unterschiedlich große Zettel und schiebe sie so lange auf dem Plan hin und her, bis ich zufrieden bin.

Es kann also losgehen. Weiterlesen

#12von12 Juli 2017: Von Pullibäumen und enthaupteten Sonnenblumen

Bitte gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu lesen.
Der 12.7.2017 ist nämlich ein ganz und gar unspektakulärer Tag gewesen.

Immer noch da? Na gut, dann schauen wir mal, was so passiert ist: Weiterlesen

Mit dem Herzen gut

In der Grundschule meiner Kinder gibt es Verwarnungsvordrucke, auf denen man nur den Namen des Kindes an der vorgesehenen Stelle einfügen und ankreuzen muss, um welches Vergehen es sich diesmal gehandelt hat.
Das ist sehr praktisch, vor allem bei Kindern wie meinem Sohn, die beinahe täglich einen oder mehrere dieser Zettel mit nach Hause bringen. Manchmal bekommen wir sie auch per Post, weil Fritz keine Lust oder vergessen hatte, sie vorzuzeigen.
Dieses Thema beschäftigt uns jetzt seit er zwei Jahre ist und in seinem ersten Krippen-Zeugnis beim Jahresgespräch stand: „Fritz kennt alle Regeln, befolgt sie aber nicht immer.“

Ich bin sehr froh, dass bisher bei den Schulformularen noch nie die Kästchen „Würgt andere Kinder“ oder „Tritt auf Kinder ein, die am Boden liegen“ angekreuzt waren.
Ich muss mir allerdings eingestehen, dass dieses Kind es nicht schafft, dem Unterricht, den Lehrern und den anderen Kindern den gesellschaftlich erwarteten Respekt entgegen zu bringen.

Das ist schwer.
Für mich.
Denn ich erziehe dieses Kind. Ich bin es, die ihm beibringen und vorleben sollte, wie man sich benimmt.
Aber irgendwie habe ich da versagt und kleine Zweifel nagen an mir, ob etwas mit mir oder meinem Kind nicht stimmt.

Beim letzten Gespräch mit der Lehrerin schlug diese vor, vielleicht mal den Schulpsychologen zu Rate zu ziehen.

Rumms!

Sicherlich war die Intention der Lehrerin eine andere, aber in meinen Ohren kam an:
„Sie haben es nicht im Griff, ihr Kind ist ein verzogenes Gör, das alle nervt und untragbar ist. Es ist an der Zeit endlich mal professionelle Hilfe zu suchen.“

„Fritz hat heute einfach so den Sportunterricht verlassen“, „Fritz ist zwei Kindern aus dem Klassenraum hinterhergelaufen“, „Fritz hat eine Betreuerin getreten (mutwillig)“, „Fritz hat den Sportlehrer als ‚Schwulen Hund‘ bezeichnet“.

Diese Einträge machen mich ratlos. Das ist doch nicht mein witziger, liebenswürdiger Fritz, der darin beschrieben wird!
Ja, er hat keine wirkliche Impulskontrolle. Was ihm in den Kopf kommt, das macht er.
Und ihm kommt ziemlich viel in den Kopf.

Als ich im Kollegenkreis von dem Ärger erzählt habe, den ich mit dem Kind habe, meinte einer:

 „Das sind die besten Jungs.“

Vielleicht, aber momentan ist es schwer, daran zu glauben.

Was tun?

Ich habe schon häufig gute Erfahrungen damit gemacht, meine Kinder solche Situationen neutral von außen beurteilen zu lassen, warum also nicht auch diesmal?

„Fritz, was würdest Du denn machen, wenn da ein Kind wäre, das immer im Unterricht reinquatscht, keine Hausaufgaben macht und sich den Lehrern gegenüber respektlos verhält?“
„Ich würde es schlagen.“
„OK, das wäre für mich jetzt keine Option. Was glaubst Du denn, braucht das Kind, um das nicht mehr zu machen?“
Es war ziemlich schwierig für Fritz, das zu benennen. Er glaubte, dass das Kind sich vielleicht manchmal selbst nicht versteht. Und dass das Kind vielleicht gerade im Sexualkundeunterricht Dinge hört, die mit ihm passieren werden, die es nicht will.
Und dann hat er noch einen Vorschlag gemacht:

„Vielleicht sollte man mit dem Kind mal zum Psychopathen gehen.“

Später saßen wir dann noch zusammen, weil ihm nach dem Abendessen eingefallen ist, dass da doch noch Hausaufgaben ungemacht sind. Er war nicht gut auf mich zu sprechen, wir hatten schon den ganzen Tag immer wieder Ärger und ich weigerte mich, ihm die Lösungen der Aufgaben zu verraten, sondern versuchte, dass er selbst drauf kommt.
Zwischenzeitlich habe ich auf meinem Handy gelesen, dass eine andere Bloggerin, die ich persönlich kenne, eine neue Lieblingsblogger-Liste gemacht hat.
Gefühlt steht da jeder Blog drauf – bis auf die Sandkuchen-Geschichten.
Das hat mich traurig gemacht, auch wenn es nüchtern betrachtet sehr albern ist. Aber es trifft einen wunden Punkt und ich zweifle schon länger an mir und meiner Schreiberei, dazu noch der Ärger mit meinem Sohn und der Schule.

Fritz, das Kind, das in der Schule nie merkt, wann der richtige Zeitpunkt ist, um mit dem Quatsch machen aufzuhören, hat sofort gemerkt, dass da was ist, was mich bedrückt

„Schreib der anderen Bloggerin doch einfach auf Facebook, dass Dein Blog fehlt.“

„Das werde ich bestimmt nicht machen. Das ist viel zu peinlich.“

„Nein, das ist es nicht. Der anderen Bloggerin sollte es peinlich sein, dass sie den besten Blog von der tollsten Mutter von allen vergessen hat. Und  wir zwei müssen jetzt mal kuscheln.“

Und das haben wir dann gemacht. Obwohl es für zehnjährige Jungs eigentlich gar nicht cool ist, mit ihrer Mutter zu kuscheln.
Anschließend zog er ein Taschentuch aus seiner Schreibtischschublade, faltete es mit großer Geste auseinander und reichte es mir.

Fritz‘ Geschichten hinter den Einträgen lauten übrigens folgendermaßen:

„Fritz hat heute einfach so den Sportunterricht verlassen“
Im Sportunterricht gab es ein Wrestling-Tunier. Fritz musste immer gegen einen Jungen kämpfen, mit dem er gerade Krach hatte und der ihm weh getan hat.
Noch schlimmer, als mit seiner Mutter zu kuscheln, ist es für manch einen zehnjährigen Jungen mit großer Klappe, seinem Sportlehrer gegenüber zuzugeben, dass andere Jungs stärker sind als er und darum zu bitten, einen anderen Gegner zugeteilt zu bekommen.

„Fritz ist zwei Kindern aus dem Klassenraum hinterhergelaufen“
In der Klasse gibt es ein anderes Kind, das einen ganz ähnlichen Namen hat wie Fritz. Dieses Kind sollte ein anderes Kind ins Sekretariat bringen. Fritz hatte seinen Namen verstanden, den Auftrag ausgeführt und ist dann zurückgekommen.

„Fritz hat eine Betreuerin getreten (mutwillig)“
Fritz hat beim Fußballspielen gegen die Betreuerin statt des Balls die Beine der Betreuerin getroffen.

„Fritz hat den Sportlehrer als ‚Schwulen Hund‘ bezeichnet“
Fritz saß neben einem Jungen, der „Schwuler Hund“ gesagt und dann behauptet hat, Fritz wäre es gewesen.
Fritz mag Hunde und hat zwei schwule Onkel, die irgendwie cooler sind als seine Eltern und vor allem besser kochen als seine Mutter. Hätte er es tatsächlich gesagt, wäre es ein Kompliment gewesen.

So kann es natürlich gewesen sein.
Aber eigentlich ist es egal.

So wie jeder Mensch ist mein Sohn weit davon entfernt, perfekt für alle zu sein.
Aber er ist genau der richtige Sohn für mich.
Wer Sonnenschein möchte, muss auch Hitze ertragen. Wer ein selbstbewusstes, lustiges, schlagfertiges Kind haben möchte, das es gut aushält, es nicht immer jedem recht zu machen, der muss auch aushalten können, dass es Grenzen austestet.
Oder wie ein weises mit mir näher verwandtes Kind mal gesagt hat:

„Na klar teste ich Grenzen aus. Woher soll ich denn sonst wissen, wo sie sind?“

Einen Psychopathen werden wir wohl erst mal nicht brauchen.
Und Zweifel braucht auch kein Mensch, nicht mal Mütter.

 

Mit diesem Beitrag bewerbe ich mich für den scoyo ELTERN! Blog Award 2017: http://www-de.scoyo.com/eltern/scoyo-lieblinge/eltern-blogs/ELTERN-Blog-Award-2017.

Falls Euch der Beitrag gefallen hat, würde ich mich freuen, wenn Ihr für mich abstimmt.

Nachklapp:

Fritz wäre nicht Fritz, wenn sich die Geschichte mit dem Taschentuch für seine Mutter tatsächlich nicht doch ein klein wenig anders abgespielt hätte:

… Anschließend zog er ein Taschentuch aus seiner Schreibtischschublade, faltete es mit großer Geste auseinander, setzte an, es mir zu reichen, und schnäuzte dann geräuschvoll rein.
Grinsend nahm er dann ein neues mit der anderen Hand und reichte es mir.
Und ich brauchte das Taschentuch auf einmal für die Lachtränen.

Den Satz des Kollegen über die Jungs, die Ärger machen, möchte ich noch ein wenig verändern:
Das ist der beste Junge!

 

#WiB 24./25. Juni 2017: Bloggerfrühstück, Aufräumwahn und Gartenzeit

Samstagmorgen heißt Joggingschuhe an die Füße und ab in den Park. Das Wetter ist herrlich dafür, endlich geht mal wieder ein wenig Luft.
Ich bin gut drauf und überhole vier Walker und drei Reiter. Die schwirren hier nämlich heute auch rum, da ein kleines Turnier veranstaltet wird.

pferde-im-schlosspark

„Das sind Bibi und Tina, auf Amadeus und Sabrina …“ Ihr Ohrwurm für’s Wochenende – Bitte, gerne!

Auf dem Heimweg erledige ich schnell noch den Wochenendeinkauf

apfelringe
Obst – so wichtig!

Die sind der letzte Dekoschliff für das Pubertäterinnenzimmer. Die Tochter weilt nämlich aktuell auf Konfifreizeit und weil ich mich vor ihrer Abreise aus verschiedenen Gründen über sie geärgert habe, habe ich meine letzten zwei arbeitsfreien Tage damit verbracht, ihr Zimmer aufzuräumen, damit sie sich ärgert.
Wenn ich das so lese, finde ich auch, dass das sehr, sehr merkwürdig klingt.
Aber nun gut.
Auf jeden Fall war das eine Herkulesaufgabe!
Immer wenn ich dachte „Jetzt ist aber alles aufgeräumt“, habe ich eine Schublade aufgezogen oder unter ein Regal geschaut und noch eine Pfandflasche, eine Socke und ein Haargummi gefunden.
Ich gebe ihr und dem Zimmer fünfzehn Minuten, vielleicht auch zwanzig.

 

instagram-jugendzimmer

Da wir nachmittags mit meiner Familie im Garten verabredet sind, backe ich schnell noch ein paar Muffins. Dr. Oetker hilft mir netterweise dabei.
Und damit das keiner merkt, schnippel ich noch eine olle Banane in den Teig und verwende andere Muffinförmchen als die, die bei der Backmischung dabei sind.
Ich Fuchs!
Und weil wir gerade bei Tricks sind, hier noch einer aus Frau Sandkuchens Haushaltstrickkiste: zum Teigportionieren verwende ich immer einen Eislöffel. Das gibt keine Sauerei und es bleibt hinterher mehr Teig zum Ausschlecken übrig als wenn man das mit einem Teigschaber macht.

schokomuffins

Dummerweise brauchen die Muffins in der Bananenvariante länger zum Backen. Ich muss mich also sputen, da ich zum Rhein-Main-Bloggerfrühstück verabredet bin.
Ich fahre mit dem Fahrrad, da ich mein neues Auto erst am Montag abholen kann.

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Wiesbadens Fußgängerzone. Mit Wasserspiel, aber ansonsten allen Geschäften, die es auch in anderen Fußgängerzonen gibt.

Es ist wieder total nett mit Frau Masulzke, auf die ich mich sehr, sehr gefreut hatte, und ich lerne Melanie von Einfach Rheingau kennen und unterhalte mich mit Sabine von Ordnungsliebe über die Zimmer unserer Töchter und die Frage, warum Teenager-Mädchen Nasenspray horten und Bibis-Beauty-Produkte bevorzugen.
Ob es da einen Zusammenhang gibt?

birchermuesli-bloggerbreakfast

Schöner konnte ich mein Birchermüesli nicht fürs Foto arrangieren. Da ist Luft nach oben.

Dann muss ich auch schon wieder los, die Tochter abholen, die vom Konfikamp zurückkommt. Ich bin fast pünktlich und erwische sie kurz vor der Ankunft zu Hause.
Anscheinend war das Kamp in Sibirien, sie trägt Hoodie und Winterjacke.

konfikampsurviver

Konfikamp-Survivor

Erstaunlicherweise freut sie sich darüber, dass ihr Zimmer aufgeräumt ist.

 

Dann singt sie mir noch das Konfikamplied vor. Mich irritiert die Zeile
„Wir sind happy und voll“,
danach geht das Lied glücklicherweise weiter mit „Energie und freuen uns blablablaba“.

Als Souvenir hat die Tochter noch einen Ohrenkneifer im Gepäck und ist nicht sonderlich erfreut, dass es nachmittags in den Garten gehen soll.

„Ich hatte jetzt drei Tage Natur. Das reicht ja wohl erst mal, oder?“

Wir müssen aber erst noch mal ins Möbelhaus fahren. Ich hatte nämlich nicht nur das Zimmer aufgeräumt, sondern auch noch einen Sitzsack für die Tochter besorgt, in der Hoffnung, dass ihr Leben künftig nicht mehr ausschließlich im Hochbett stattfindet.
Es war doch sehr lästig, dort den ganzen Müll zu entsorgen.
Was ich damit sagen möchte ist, dass es natürlich total fies und unfair ist, dass die Tochter einen Sitzsack bekommt und das Geschwisterkind nicht.
Also auf ins Möbelhaus, das gar nicht Müllmax heißt, wie ich immer in der Radiowerbung verstehe, sondern Mömax.
Der Verkäufer von gestern Abend hat wieder Dienst und besorgt uns ruckizucki ein zweites Exemplar „Noch ein Cortona und wieder schwarz?“ und alle sind glücklich.

sitzsack

Im Garten gibt es dann endlich die Muffins.

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Die Stachelbeeren sind jetzt richtig reif und lecker.

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Und weil es nie kitschig genug sein kann, mache ich mir auch noch einen Regenbogen.

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Regenbogen. Ohne Topf mit Gold am Ende, dafür mit vertrocknetem Lavendel

Der Lieblingsmann ist nicht dabei, weil er sich mit seiner alten Band Mannschaft zum Grillen trifft.
„Das Treffen ist ohne Anhang“, hatte er mir vorher bedauernd verkündet.
Allerdings wurde das Treffen als öffentlicher Post auf Facebook geplant und ich habe diesen auch gesehen, weil mein Mann kommentiert hatte.
Da stand „Partner und Kinder sind selbstverständlich auch Willkommen.“

Aha. Nicht, dass ich da hätte mitkommen wollen, aber dieses Wissen wird mir sicherlich noch wertvolle Dienste erweisen …

Zum Abendessen koche ich mit der Tochter zusammen Tortilla. Wir tanzen dabei und haben viel Spaß. Ich wusste gar nicht, dass das geht.

tortilla

Der Sohn feiert derweil Wiedersehen mit dem i-pad nach einwöchiger Abstinenz wegen irgendwelcher Vergehen, an die ich mich schon gar nicht mehr erinnere, und fragt Siri Löcher in den virtuellen Bauch.
Dann lässt er seine Freundin Siri noch ein Liedchen singen (sie wählt „Alle meine Entchen“) und eine Geschichte erzählen („Vor langer, langer Zeit in einer weit entfernten virtuellen Galaxie, da lebte eine Siri, die von den Leuten immer komische Sachen gefragt wurde …“).
Schließlich übt er noch ein wenig Mathe mit Siri. Sie kann alle Fragen beantworten und sogar seine komischen Zahlen wie Dreißigtausendmillionen richtig umrechnen.
Da behaupte noch mal einer, Mädchen könnten kein Mathe!

Sonntag

Ich hatte mir ein schönes Frühstück mit allem Pipapo gewünscht, das ich nicht selbst machen muss. Vermutlich wäre es hilfreich gewesen, wenn ich das auch irgendjemandem außer mir selbst mitgeteilt hätte.
Also mache ich ein schönes Frühstück mit allem Pipapo. Immerhin besorgt mein Mann die Brötchen.

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Während ich langweilige Sachen am Computer mache, räumen die Jungs endlich mal die aussortierten Sachen auf den Speicher

geruempel-fuer-den-speicher

Und immer wieder mal kommt jemand zum Klavier üben ins Wohnzimmer. Freiwillig. Aber schließlich ist morgen ja auch Vorspiel.

Der Lieblingsmann spielt derweil ein wenig Gitarre. „Kann man das erkennen?“
„Öh, mhm, Du weißt doch, wie schlecht ich darin bin, mir Songtitel zu merken. Aber das ist doch von dem, der wo, weißt Du, hat der nicht auch, und zusammen mit. Ich koch mal Reis.“
Wer sagt’s ihm?

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Ich schaffe es tatsächlich, ein Brotkörbchen für den Garten zu nähen. Da die Kinder da eh nie mit hin wollen, reicht es ja auch von der Größe.

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Was ich nicht schaffe, ist die Erdbeermarmelade zu etikettieren. Aber das war ja eh klar. Eine Woche Stehzeit ist ja noch gar nichts.

erdbeermarmeladenglaeser

Call me Schwerkraftbezwinger. Magic Marmelade (ja, ich weiß, das heißt Jam, aber dann wäre die Alliteration futsch)

Bei Opa und Oma gibt es Kaffee und überbackene Nudeln. Was man halt so macht und isst, sonntags um halb fünf.

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Und jetzt wird hier noch gegrillt und Tatort oder Netflix geschaut. Das Zimmer meiner Tochter ist übrigens immer noch aufgeräumt.
Morgen hole ich mein neues Auto ab. Ich freu mich schon total!

Weitere Wochenenden in Bildern gibt es wie jede Woche auf Geborgen wachsen. Schaut doch mal dort vorbei.

Habt einen guten Start in die Woche.

Who the fuck wants Bullerbü!

Ich muss an Beppo Straßenkehrer denken. Sie wissen schon, den aus Momo. Der vor einer langen Straße steht und denkt  „Das kann man niemals schaffen“, und dann immer nur den nächsten Schritt und den nächsten Atemzug in Angriff nimmt und schließlich ohne große Anstrengung die ganze Straße gefegt hat.
Ich will keine Straße kehren, ich stehe auf einem Erdbeerfeld und pflücke Erdbeeren.
Weil sich mein Wohnzeitschriften-, Pinterest- und Instagramgeschädigtes Hirn vorgestellt hat, dass es doch eine ganz prima Idee wäre, so zwanzig Gläser Erdbeermarmelade einzukochen, damit man was zum Verschenken aus der Küche hat, einen süß-saftigen Erdbeerkuchen zu backen und den Rest einfach so entspannt zu naschen, im Garten in der Sonne, umringt von Kindern mit Gänseblümchen-Kränzen auf den Köpfen und allerliebst nackigen Füßen, die es einfach so genießen, das Leben, das Hier und Jetzt.
Und jetzt stehe ich im wirklichen Hier und Jetzt und frage mich, wie ich mein Körbchen mit dem halb abgebrochenen Henkel voll kriegen soll, hier gibt es ja nur vertrocknete oder angefaulte Erdbeeren, wenn es überhaupt noch welche gibt. Weiterlesen

#12von12 im Juni 2017: May the (Sales-)Force be with me!

Es scheint bei mir zur Gewohnheit zu werden, dass ich die 12ten eines Monats auf Kongressen verbringe: Im Mai war ich auf der Blogfamilia und heute hat Salesforce zur Essentials nach Frankfurt geladen.
Bei Salesforce handelt es sich nicht, wie man aus dem Restcontent der Sandkuchen-Geschichten erschließen könnte, um ein Spin-off von Star-Wars, um eine neue geheime super Power-Jedi-Yoda-Masche, sondern um ein CRM-System, das ich in meinem neuen Job schule.
Manchmal verkaufe ich es allerdings tatsächlich als neue super Power-Jedi-Yoda-Masche. Weiterlesen