Archiv der Kategorie: Andere Geschichten

12von12 im August 20: heiße Retroträume

Upps, schon wieder ein Monat seit dem letzten Blogbeitrag vergangen. Dabei ist in der Zwischenzeit so viel passiert: Wir haben an einem See in Thüringen bei einem knapp 80-jährigem Windsurfen ohne Wind gelernt, die Kinder haben sich ohne Handy im Dresdner Grünen Gewölbe furchtbar gelangweilt und wir sind bei sengender Hitze zwei Rheinsteig-Etappen gewandert, inklusive Übernachtung in einem schnuckelig eingerichtetem Hotel-Traum in Lila.
Aber zurück zum heutigen Tag. Bilder gibt es erst ab nachmittags, als ich von der Arbeit nach Hause komme. Zum einen habe ich vergessen Fotos zu machen, zum anderen möchte das aber auch keiner sehen.
Ich habe so viele Pläne: Ukulele spielen, mein Buch weiterlesen, Podcast hören, vielleicht ein Eis essen …

Aber erst schau ich mal, ob die Tochter wie gezwungen versprochen ihr Zimmer aufgeräumt hat. Seit Samstag ist sie nämlich dabei, ihr Zimmer umzugestalten. Es sieht fast gut aus. Da sie nicht da ist, räume ich die letzten paar Sachen noch weg, schüttel das Bett auf und dekoriere noch ein paar Blümchen und Vasen, die ich bei Ikea besorgt hatte. Sieht doch schon ganz gut aus jetzt.

Nicht so gut, sieht hingegen das alte Zimmer des Sohns aus, der vor drei Wochen ein Stockwerk tiefer in das ehemalige Gästezimmer gezogen ist. Hier wird erst mal das ganze Gerümpel gesammelt, dass bei den ganzen Umzugs-Moves übrig geblieben ist.

Das Zimmer ist ein wenig schwierig, weil es A) ein Durchgangszimmer ist und B) eine Glastür hat.
Beide Kinder hatten unabhängig voneinander die Idee, das als ihr neues Ankleidezimmer zu nutzen. Die Tochter wollte dort die Klamotten lagern, die farblich und mengenmäßig nicht in den neuen offenen Kleiderschrank passen und der Sohn will in seiner Zockerhöhle gar nichts haben, was nicht elektronisch ist. Schon gar keine Bücher und Klamotten eher auch nicht.
Der Lieblingsmann und ich haben jetzt aber klammheimlich beschlossen, dass das Zimmer erst mal unser Yoga-Raum wird. Wir machen nämlich seit ein paar Wochen einen Online-Yogakurs und sind sehr begeistert davon.

Bei meinen Eltern habe ich letzte Woche meine R.E.M. Sammlung wieder gefunden. Ich hatte schon befürchtet, dass sie die weggeworfen haben, als sie letztes Jahr tabula rasa gemacht und den Speicher und Keller komplett leer geräumt haben.
Ich war früher nämlich mal weltgrößter R.E.M. Fan. Meine Güte, was war ich verknallt in Michael Stipe!
Ja, ja, heute weiß ich auch, dass der gar nicht auf Frauen steht. Aber da hatte ich schon immer ein Händchen für …
Auf jeden Fall habe ich jedes Jahr 12 Dollar per Brief nach Athens, Georgia an eine Adresse geschickt, die im Album-Cover abgedruckt war, und dafür Post vom R.E.M.-Fanclub und zu Weihnachten ein Geschenk bekommen. Erstaunlich ist, dass die Post das zustellen konnte, da sich R.E.M. jedes Jahr einen anderen lustigen Namen für mich ausgedacht haben, den sie auf die Briefumschläge geschrieben haben: Nerena Schwarz, Verena Schwalz, Vewena Scharz …

Draußen ist es bei an die 40 Grad schwül-heiß und der Pool lächelt mich verführerisch an.

Aber ich Trottel raff wie immer nix und laufe dran vorbei um mein Auto von innen zu waschen. Was sollte man auch sonst bei dem Wetter machen? Vom ganzen Aufräumen bin ich ja eh schon geschwitzt.

Und weil ich danach noch mehr geschwitzt bin, räume ich anschließend noch Dinge auf den Speicher. Pro Leiterstufe wird es hier übrigens zwei Grad wärmer.

Aber ich bin nicht die einzige, die hier was schafft, der Lieblingsmann und die Tochter hängen derweil den Spiegel im neuen Teenietraumzimmer auf.

Inzwischen hat es draußen angefangen zu regnen. Welch ein Segen. Leider nur recht kurz.

Ich. Muss. Meinen. Streak. Aufrecht. Erhalten.
Seit exakt 222 Tagen lerne ich Sprachen mit Duolingo und halte mich seit Wochen in der Diamantliga. Angefangen habe ich mit Spanisch, als der Kurs komplett war, habe ich noch Italienisch hinzugenommen und frische meine Französischkenntnisse auf. Leider ist irgendwie bei drei Sprachen Schluss. Blöd!

Die Tochter steht gerade total auf Retro-Sachen. Meine alten Doc-Martens-Stiefel hat sie sich schon gekrallt, in Amsterdam hat sie sich einen Faltenrock im Kilostore gekauft, gebatikte Sachen sind im Trend und der Eyecatcher für das neue Zimmer soll der alte Plattenspieler vom Lieblingsmann sein, der jetzt seit Jahren auf dem Speicher wohnt und schon einen Dachstuhlbrand überlebt hat.
Zwei Platten hat sie sich aus seiner Sammlung auch rausgepickt: Thriller und eine von den Beatles.
Jetzt wird sie aber erst mal in die Geheimnisse der Bedienung dieses Zauberkastens eingeweiht.

Zur Entspannung machen wir anschließend eine Runde Yoga im inzwischen etwas aufgeräumteren aber immer noch ungemütlichem Yogaraum – diesmal mit Judith und nicht mit Franzi. Und mit Maurer-Dekolleté. Namaste!

Es soll ja Menschen geben, die bei solchen Temperaturen wie jetzt nichts oder nur kaum was essen können. Dazu gehöre ich definitiv nicht. Ich kann leider immer essen. Und auch eher in Portionsgrößen wie bei der Raupe Nimmersatt. Dazu gibt es ein paar Folgen „Friends“. Auch bei Serien ist die Tochter retroorientiert.

Morgen ist dank Kurzarbeit schon wieder der letzte Arbeitstag für mich in dieser Woche, den ich auch noch im Home-Office ableisten werde.
Ob die anderen komisch gucken werden, wenn ich aus dem Pool an der Videokonferenz teilnehme?

Am Montag geht hier wieder die Schule los, ich bin ja schon sehr gespannt, wie das werden soll. Bisher gehen wir davon aus, dass man so tun wird, als wäre Corona eine Biersorte und sonst nix. Aber wenn das Wetter so bleibt wie die letzten Tage, dann ist sowieso nach der vierten Stunde hitzefrei.

Wer wissen will, was andere heute so an Bildern fotografiert und ins Internet geladen haben, dem sei der die das Blog „Draußen nur Kännchen“ empfohlen, da trifft sich wieder Bloggerhausen zum gegenseitigen Bildchen zeigen.

Letztes Juniwochenende 2020 in Bildern: Fifty Shades of Grey oder Farben, die wie Arthousefilme heißen

Warnung: dieser Text enthält einige Dopplungen. So beginnt eigentlich jeder zweite Absatz mit „während der Lieblingsmann streicht“ und Fortnite und Oma und Opa tauchen auch immer wieder auf. Ein weiterer roter Faden sind neben den ganzen Spoilern noch die Bilder, die ich vergessen habe zu machen. Wen das nicht abschreckt, bitte hier entlang: Weiterlesen

WiB an Pfingsten 2020: Der Held im Korona-Erdbeerfeld

Ist Corona eigentlich schon wieder vorbei? Manchmal mag man es glauben, so voll wie es wieder auf der Straße und in den Supermarktregalen ist.
Und die Kinder waren letzte Woche auch wieder in der Schule. Zwar nur vier Stunden pro Tag, aber dafür das eine zur dritten Stunde und das andere von der fünften Stunde ab. Das war himmlisch!
Bis hierhin habe ich das Homeschooling als gar nicht so belastend empfunden (ok, das meiste hat auch der Opa begleitet), aber jetzt mit den kinderfreien Vormittagen merke ich, dass man dann im Home-Office doch deutlich mehr geschafft bekommt. Wie machen das bloß Eltern mit kleineren Kindern?
Sogar das Badmintontraining hat wieder begonnen. Wenn auch mit merkwürdigen neuen Regeln, wie „Nur Halbfeldeinzel ohne Vorderfeld“, „feste Trainingspartner“, „alle gehen gemeinsam in die Halle, wer zu spät kommt, bleibt draußen“ und mein Favourite: „Jeder nutzt nur seinen eigenen Ball“.
Aber egal wie eingeschränkt die Bedingungen sind, es hat allen drei Badmintonspielern hier gut getan, mal wieder eine Sportart zu machen, die ihnen auch Spaß macht.
Und bei den Bedingungen, dass man quasi Standbadminton spielt, könnte ich ja auch mal darüber nachdenken, ob ich meine ramponierten Knie mal wieder zum Training überreden kann. Aber dienstags geht ja jetzt wieder mein Ukulele-Kurs weiter.

Aber genug vom „was bisher geschah“. Eigentlich seid Ihr ja hier vorbeigekommen, um zu lesen wie das Wochenende war, dann also mal los: Weiterlesen

#12von12: Office-Office im Mai 2020

Man munkelt, es hätte hier auf diesem Blog auch irgendwann mal 12von12 gegeben. Das wo Blogger am 12. eines Monats 12 Bilder posten und das dann bei Draußen nur Kännchen verlinken.
Seien wir gespannt, ob es mir tatsächlich gelingt, 12 Bilder zu finden, die den Tag beschreiben. Weiterlesen

WiB 09./10. Mai 2020: Muttertag in der Corona-Edition

Was schon wieder ein Wochenende in Bildern? Ist der denn so langweilig?
Nein, wahrlich nicht, aber diese besondere Zeit muss festgehalten werden, oder? Und dass das, was ich hier zu berichten habe, tatsächlich etwas langweilig sein könnte, streite ich gar nicht ab. Wer jetzt also wieder gehen will: Tschö mit ö, alle anderen bitte hier entlang: Weiterlesen

WiB 2./4. Mai 2020: Levelaufstieg im Corona-Game

Herzlich Willkommen in Murmeltiertag-Hausen.
Wirklich was passieren tut ja nicht, aber irgendwie kommt dann doch was zusammen.

Was also bisher geschah: Mein Überstundenkonto ist fast vollständig abgebaut, das Labor behauptet, dass doch keiner von uns, der über Fasching in Tirol Ski fahren war, die Seuche schon gehabt hat und die Schule hat sich digital deutlich besser aufgestellt. Es werden inzwischen von manchen Lehrern Videos und Audiodateien gedreht und in die Online-Plattform eingestellt und fast alle Lehrer haben auch verstanden, wie man die Abgabefunktion aktiviert. Manche geben sogar Feedback zu eingereichten Aufgaben.
Ansonsten gab es diese Woche viel zu essen, gestern allein zweierlei Kuchen, weil der Mann für einen Freundschaftsdienst eine Zitronenrolle verehrt bekommen hat.

zitronenrolle

Für GNTM-Insider: Sie schmeckte nicht nach Schwamm und offensichtlich muss so ein Kuchen nicht aussehen wie Pfannkuchen mit Ausfluss.

Im Corona-Game habe ich inzwischen die Level „Zimmerpflanzen umtopfen und Ableger ziehen“, „Behelfsmasken selbst nähen“ und „Bananenbrot backen“ abgeschlossen.
Was kommt eigentlich als nächstes? Steine anmalen? Laut meinem Instagram-Feed ist das wohl unausweichlich.

Ansonsten haben wir jetzt alle James-Bond-Filme durchgeschaut und warten auf November. Ach, und ein paar legendäre Kniffelrunden waren diese Woche auch dabei.
Leider wurde auch unser Sommerurlaub abgesagt, dafür wurde ich extra von einem französischen AirBnB-Mitarbeiter angerufen. Auch ein eher peinlicher Tiefpunkt der Woche, mein „Je ne comprend pas“-Gestammel, das eher „no comprendo“-Gestammel war, weil ich in letzter Zeit ziemlich viel Spanisch gelernt habe und nicht so schnell umschalten konnte. Gedanklich war ich noch der Meinung, dass sich da jemand verwählt hat oder mich irgendwie betrügen und abzocken will. Und wenn Franzosen dann englisch sprechen, hilft das ja auch nicht wirklich weiter. Wir haben uns dann irgendwie darauf geeinigt, dass er mir eine Nachricht schreibt. Schade Schokolade.
Aber Schluss mit Rückschau, gucken wir doch mal auf dieses Wochenende. Weiterlesen

Die Corontäne geht weiter …

Woche keine Ahnung von wie vielen, die das schon dauert und von wie vielen, die noch folgen werden in diesem Upside-down, in dem wir uns hier gerade befinden.
Ab Montag dürfen immerhin wieder mehr Geschäfte (inklusive der Eisdiehle) öffnen, dann kommen vielleicht auch wieder ein paar mehr Menschen im Fotostudio vom Lieblingsmann vorbei. Der fühlt sich gerade wie ein Mann, der entlassen wurde und trotzdem noch jeden Morgen „zur Arbeit“ geht und dann im Park Tauben füttert, nur um den Anschein von „normal“ zu bewahren. Normal ist aber hier irgendwie nichts mehr.

Ich arbeite im Esszimmer-Home-Office, das permanent auf- und abgebaut wird, vor mich hin und versuche Überstunden abzubauen, damit ich ab Mai dann in Kurzarbeit gehen kann. Das gelingt mir allerdings nur so mittelprächtig mit dem Überstundenabbau. Ist aber auch besser für den Familienfrieden, wenn ich mehr arbeite, dann gehe ich den Kindern nicht so sehr auf die Nerven.

Um den Familienfrieden ist es tatsächlich ganz gut bestellt. Wir spielen viele Gesellschaftsspiele und schauen uns jeden zweiten Abend einen anderen James-Bond-Film an. Manchmal machen wir sogar Sport zusammen. Weiterlesen

WiB am 28./29. März 2020 – Coronation Street reloaded

Coronation-Street ist die Lindenstraße Groß-Britanniens, die seit plus/minus drei Millionen Folgen das Leben in eben dieser Coronation-Street mit allen ihren Höhen und Tiefen zeigt und ich habe aktuell den Eindruck, dass dieser Name in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts sehr weise und vorausschauend gewählt wurde.

Woche zwei in unserer own private Coronation-Street ist vorbei und die Playlist der Stunde heißt: „Hurra, wir leben noch!“
Zwischen Home-Office, Home-Schooling und Home-Gammeling haben wir uns nicht gegenseitig erschlagen und respektieren größtenteils unsere Grenzen.

Der Opa kommt nach wie vor täglich rund drei Stunden vorbei und bereitet seinen Unterricht akribisch vor, nur Sport macht er nicht.
Das unterrichtet Youtube. Außerdem liegen hier drei selbst gebastelte und schon diverse Male restaurierte Jonglier-Bälle rum, das war nämlich der Auftrag der einen Sportlehrerin: „Lerne Jonglieren“. Ich habe großzügigst 240 Gramm kostbaren Reis geopfert und aus meinem umfangreichen Bastelfundus Luftballons herausgesucht.

Der andere Sport-Auftrag lautete übrigens: „Übe menschliche Pyramiden zu bauen mit Deiner Familie.“
Am Arsch die Räuber! Aber vielleicht muss man ja auch nicht alle Aufgaben hundertprozentig erledigen. Auch wenn ein Familienpyramidenfoto bestimmt lustiger gewesen wäre als drei bunte Bälle.
Die Tochter hat sich gleich als Coach angeboten, schließlich war sie in der Grundschule in der Cheerleading-AG und hat in den letzten zwei Wochen einige Folgen Glee geguckt.
Aber statt Pyramiden macht sie jetzt gelegentlich Youtube-Workouts in ihrem Zimmer, um nicht mit ihren Eltern im überlaufenen Park joggen zu müssen. Tendenziell begrüßenswert, nur an der Uhrzeit müssen wir noch arbeiten, 0 Uhr halte ich für keine akzeptable Workout-Zeit.

Vor zwei Wochen hatte ich geunkt, ob da überhaupt noch was von der Schule kommt, aber tatsächlich kamen durchaus sehr kreative und tolle Aufgaben zusammen.
Es soll zum Beispiel ein Diorama mit griechischen Göttern gebaut werden, man soll einen Comic auf Latein verfassen, einen Stop-Motion-Film drehen, ein Modell einer Zelle bauen oder Matheaufgaben in der Anton-App lösen.
Für Englisch habe ich einen Lernkrimi in der ortsansässigen Buchhandlung bestellt, der war auch direkt am nächsten Tag da. Im Übrigen habe ich sowieso noch nie ein Buch außer elektronischen bei Amazon gekauft, ich habe da noch nie einen Vorteil drin gesehen.
Bücher hamstern finde ich darüber hinaus auch viel sinnvoller als Klopapier zu horten, zur Not kann man die Bücher nach Lektüre ja auch einer zweiten Verwendung zuführen.
Ich habe übrigens gerade „Gösta Berling – Geschichten aus dem Wermland“ von Selma Lagerlöff ausgelesen.

So, jetzt aber endlich mal zum Wochenende.
Cocooning-Time. Zum Frühstück gibt es Eier im Toastbrot-Muffin nach einem Rezept von Supermom-Berlin und weil ich bei meinem Wocheneinkauf gestern Hefe und Mehl ergattern konnte, backe ich einen Butterkuchen, auf den ich schon lange Lust habe.

Obwohl der Lieblingsmann schon eine 10-km-Tour auf dem Wispertrail rausgesucht hatte, entscheiden wir uns für einen Ausflug in den Garten. Zwischen Laubrechengeräuschen und Rasenmäherbenzindampf chillen die Tochter und ich in der Sonne.

„Wenn wir irgendwann mal wieder in die Schule müssen, tauche ich dort braungebrannt und mit neuen Skills auf“, verrät mir die Tochter. Erst mal kriege ich aber neue Skills nähergebracht, ich muss irgendwelche Tiktok-Tänze lernen, die wir dann gemeinsam performen. Ich finde meine Improvisationen äußerst gelungen, der Lieblingsmann meint, ich solle nicht die ganze Zeit so komische Grimassen schneiden. Pff, wie will der das vom Hüttendach, wo er das Laub zusammenfegt, denn gesehen haben.

Die Skills, die die Tochter sich aneignen will, bewegen sich eher im Skater-Girl-Bereich. Den Weg legt sie aber noch ohne Threesixtys oder Olis auf ihrem Longboard zurück. Ich benutze das Wakeboard hingegen als Abstandhalter und versuche, mir die ganzen Hundertjährigen, die so auf der Straße rumlaufen, vom Leib zu halten.

Abends mag dann keiner mehr kochen, freundlicher Weise übernimmt das der Mexikaner am Rheinufer, der jetzt sein Essen auch ToGo anbietet.

Vom Joggen am nächsten Morgen gibt es kein Foto, genauso wenig wie vom Frühstück. Aber da kann man einfach mal in den letzten Wochenenden in Bilder schauen, da ändert sich nicht groß was. Dank Corona sind wir alle da, auch wenn der Lieblingsmann jetzt lieber bei den südwestdeutschen Veteranen-Badmintonmeisterschaften im kampfer- und KlosterfrauMelissengeist-geschwängerter Sportallenluft wäre.
Vielleicht hätte ich ein Foto von der Schlange vorm Bäcker machen sollen, wie brav die Menschen mit zwei Metern Abstand stehen und sich so einmal durch ganz Biebrich winden.

Richtig viel passiert am Sonntag dann nicht mehr.
Die Bohne ist krass gewachsen und wird umgetopft

und ich versuche mich an der Kunstaufgabe Stopp-Motion-Film:

Und damit hier keine falschen Eindrücke entstehen. Das Kind muss seine Aufgabe selbstverständlich selbst erledigen. Aber falls es mich fragt, sollte ich ja wissen, wie es geht, oder?
Die Tochter fragt, ob wir diese Woche wieder am offenen Fenster musizieren, aber ich habe nichts nirgendwo gelesen und so spielt jeder, der mag (also ich), alleine auf seinem Instrument und belästigt keine anderen Menschen.
„Ist heute wieder so ein Fensterkonzert? Ich dachte, ich hätte eben draußen was gehört, aber es können auch jaulende Hunde gewesen sein“, war übrigens die Original-Frage der Tochter und damit beschreibt sie recht treffend unseren Beitrag zum letztwöchigen „Musiker*innen für Deutschland“ mit Beethovens 5. oder 9. mit einem Text von Schiller oder Goethe, darüber ist man sich hier recht uneinig bzw. den meisten ist es auch schlichtweg egal.

Nächste Woche geht es hier weiter wie die letzte Woche: Ich bin im Homeoffice, auch wenn mein Auto aus der Werkstatt wieder repariert zurückgekehrt ist, die Kinder haben ihren Privatlehrer und der Lieblingsmann arbeitet mit Hochdruck an seinem Online-Shop.
Die Musikkurse werden per Skype, Whatsapp-Video oder Zoom-Videokonferenz besucht, ebenso wie das Badmintontraining und um 15 Uhr findet hier morgen eine Hausparty statt, hat die Tochter schon angekündigt. Auch diese ganz virtuell.

Ich bin gespannt, wie lange dieser Wahnsinn noch andauert und was hinterher noch von der Wirtschaft übrig ist. Wie viele Läden werden nach dem Shut-Down wohl gar nicht mehr aufmachen? Wer muss sich einen neuen Job suchen? Übernimmt Professor Drosten Quarks&Co und die Sendung mit der Maus?
Wir werden sehen. So lange schaue ich mir erst mal an, wie bei anderen die Corona-Klausur so aussieht. Wie immer bei Große Köpfe.

WiB 14./15. März: Familienleben in Zeiten der Corona-Krise

Tempora mutantur, nosque mutamur in illis – Die Zeiten ändern sich und wir ändern uns in ihnen. Und zwar gerade in einem schwindelerregenden Tempo, wie mir scheint.

Ab nächster Woche haben die Kinder Corona-Ferien, was sie sehr feiern. Ich überlege mir hingegen, was die Kinder in der Zeit grundlegend schulisch aufholen können. Ich zweifle ein wenig daran, dass die Lehrer den Kindern ausreichend oder überhaupt irgendwelche Aufgaben zur Verfügung stellen. Sehr lachen musste ich über eine Frage bei Instagram, wie bei uns die Kinder remote lernen werden. Äh? „Was ist ein Computer?“ ist bei unserer Schule eher die Frage. Oder „Wo muss man denn beim Beamer die Overhead-Folie auflegen?“. Mit ca. 30 % der Lehrer meiner Kinder kann ich per E-Mail (oder Telefon) Kontakt aufnehmen, die Anmeldung zum Elternsprechtag erfolgt per Laufzettel, immerhin gibt es den Vertretungsplan online. Zwar mit einer Technik aus dem letzten Jahrtausend, aber besser als nichts.
Immerhin die Powi-Lehrerin hat schon am Freitag vorsorglich Arbeitsaufträge für die nächsten Wochen verteilt und der Deutschlehrer meinte: „Ihr könnt ja einfach mal das Deusch-Arbeitsheft durcharbeiten und das Buch zu Ende lesen“.

Aber eigentlich wollte ich ja kein Schulbashing betreiben, sondern von meinem Wochenende erzählen. Weiterlesen

Wochenende ohne Bilder 15./16. Februar 2020: Hablas Espanol en Vellmar?

Bisher gibt es 2020 erst ein Wochenende in Bildern. Skandal!
Das muss geändert werden. Dummerweise habe ich nur so gut wie keine Bilder an diesem Wochenende gemacht.
Dann gibt es halt ein Wochenende mit viel Text und ohne Bilder. Kann man auch mal machen. Weiterlesen