WiB am 11. Juli 20 + 12von12 am 12. Juli 20: Goede dag aus Amsterdam!

Wir haben es getan! Die Tochter und ich haben eine Grenze überschritten. Nämlich die nach Holland. Gestern sind wir mit dem Zug angekommen und haben in unser Hotel eingecheckt.
Bisher ist noch nicht viel passiert, außer, dass wir eine Grachtenfahrt unternommen und uns anschließend im Rotlichtbezirk verlaufen haben.
Heute steht als erstes eine Stadtführung auf dem Programm.

Allerdings nur für mich, die Tochter zieht es vor, nach dem Frühstück wieder ins Hotelzimmer zurückzukehren. Der Preis dafür muss ja auch wieder reingeholt werden und wie soll das bitte gehen, wenn man den ganzen Tag durch Amsterdamm rennt?

Die Stadtführung ist super, leider kann ich an der 17-Uhr-Rotlichtvierteltour, die uns der Guide ans Herz legt (Zwei Stunden Sex und Drogen, allerdings ohne Samples), nicht teilnehmen, denn: nachmittags bewegt sich das Tochterkind dann doch aus dem Hotelzimmer und verabschiedet sich von den Fernsehfischen, die ihr den ganzen Morgen Gesellschaft geleistet haben.
Wäre auch noch schöner, wenn nicht, schließlich steht ihr Programmpunkt an: Shopping.
Das läuft allerdings nicht ganz wie geplant, die Schlange vor Brandy Melville ist ihr zu lang, aber bei Abercrombie & Fitch und bei Urban Outfitters wird sie fündig und auch im Vintage-Store (aka Secondhand-Laden) ist was für sie dabei.

Im Kiloshop sind nicht nur die Klamotten „vintage“. Diese Vorhänge!

Vor allem findet sie eine Schlaghose, die nur rund 10 Zentimeter zu lang ist, und ist glücklich. Vielleicht darf ich ja morgen dann ein paar Fotos von ihr machen, heute hat sie leider das Outfit nicht gespürt und war ein wenig entsetzt, dass alle hier in dieser Stadt so einen guten Style haben und somit die Konkurrenz so groß ist.
So ein Teenager hat es ja auch nicht leicht!
Gott sei dank hat das Kind ja noch seine Mutter, der praktische vor stylisch geht und neben der man dann glänzen kann.
Noch ein paar Matjes-Brötchen und Kaas-Soufflés später liegen wir im Hotelbett und der zweite Amsterdam-Tag ist auch schon wieder rum.


Hier folgen jetzt noch ein paar Schnappschüsse aus Amsterdam, zu denen es keinen großen Text gibt, aber mit denen ich die neuen WordPress-Funktionen ausprobieren wollte:

12von12

An dieser Stelle noch mal ein Herzliches Willkommen an alle, die nur wegen der 12von12 eingeschaltet haben.
Wir befinden uns in einem Hotelzimmer in Amsterdam und gucken aus dem Fenster, um zu schauen, was ugly naked guy von Gegenüber eigentlich so macht.
Wir packen, heute geht es nämlich wieder nach Hause.

Ugly naked guy: gerade nicht zu sehen. Und hässlich war der Typ eigentlich auch nicht. Und vielleicht war er gar nicht nackt sondern hatte nur ein rosa T-Shirt an …

Frühstück gibt es in einem Café (nein, nicht in einem Coffeeshop!) unterwegs. Uns ganz an den Rand der Gracht zu setzen, ist uns zu unheimlich. Keine Ahnung, wie die Bedienung es schafft, hier um die Tische zu tanzen und nicht ständig da rein zu fallen.

Breakfast with a view: Am häufigsten werden aus den Grachten Fahrräder rausgefischt. Manchmal auch Touristen. Guess welche Nationalität am häufigsten besoffen reinfällt und ertrinkt?

„Can I see you reservation, please?“, fragt uns der Mann am Eingang zum Rijksmusem. „You are five minutes too early. How dare you?“
Obwohl wir fünf Minuten zu früh dran sind, dürfen wir trotzdem gleich rein. Und auch wenn die Schatzsuche eigentlich für Kinder von 6 bis 11 gedacht ist, dürfen wir sie machen. Und sie gefällt der Tochter tatsächlich sehr gut. Mir auch. Genauso wie die orangene Highlighttour, die ich dann auch noch mache.

Dieser Family-Quest-Guide hat mich ein wenig an die Centerparc-Clowns erinnert. War trotzdem gut.

Der Rest von Amsterdam ist ziemlich voll, ich will nicht wissen, wie es hier aussieht, wenn nicht gerade Corona ist, aber im Museum ist es angenehm leer.
Das Rijksmuseum gefällt mir insgesamt extrem gut. Die Sammlung ist toll und hervorragend kuratiert, der Audioguide ist kostenlos, es gibt ihn auch als App, so dass man hinterher noch mal nachhören kann und das Familienrätselspiel begeistert auch Menschen über 11 Jahre.

Und ich finde neue Freunde.

Ich weiß auch nicht, was ich da mit meinen Händen mache …

Anschließend stärken wir uns mit einer Portion Pommes. Vorgestern hatte ich übrigens die fiese Variante „oorlog“ mit Majo, Satesauce und Zwiebeln. Lecker!


Inzwischen wissen wir auch, wie man die holländischen Mülleimer öffnet. Man muss gar nicht wie der unglaubliche Hulk am speckigen Griff ziehen, sondern kann einfach unten auf den Treter treten.

Die xxx stehen übrigens für Amsterdam.

Im Hotel holen wir dann unsere Koffer ab, aber für einen Kaffee in der Lobby ist noch Zeit.

Sieht eigentlich schöner aus als ich fotografieren kann: Lobby im Motel One Amsterdam Waterlooplein.

Die Bahnreise mit Maske verläuft unspektakulär, alle Anschlüsse klappen problemlos und es sind fast keine merkwürdigen Menschen außer uns im Zug. Ich verhungere nur fast, da ich nicht wie sonst Reiseproviant für eine halbe Hundertschaft besorgt hatte und es im Bahnhof nach dem Check-in außer Burger und Frikandel aus dem Automaten nicht viel gibt.

Aber offensichtlich habe ich ja überlebt und da es sich hier um eine 3in1 Geschichte handelt, an dieser Stelle noch meine Empfehlungen:

Alle Wochenenden in Bildern findet man bei Große Köpfe (derzeit an der Ostsee).

Die bunte 12von12-Sammlung ist wie üblich bei Draußen nur Kännchen zu Gast.

Und weil das darüber hinaus auch noch eine Reisegeschichte ist, folgen an dieser Stelle noch meine Amsterdam-Empfehlungen. Wie üblich habe ich (leider) alles selbst bezahlt, die Empfehlungen kommen also von Herzen:

Hotel: Motel One Amsterdam-Waterlooplein. Ich bin bekennender Motel One Fan. Zentrale Lage, recht günstiger Preis, jedes Hotel ist ortstypisch wunderschön eingerichtet, die Betten sind superbequem, das Personal superfreundlich, als Member kann man auch erst um 15 Uhr auschecken und man kann seine Koffer bis zur endgültigen ABfahrt dort unterstellen.

Grachtenfahrt: Habe ich bei GetyourGuide gebucht. Mit dem Voucher geht man einfach zur Anlegestelle und kann mitfahren. Vorsicht: man sollte sich besser einen Platz in Fahrtrichtung links suchen, da lagen nämlich alle Attraktivitäten und wir saßen rechts …
Preis: 14 Euro pro Person, Kinder 11 Euro, aber ab 14 zählt man als Erwachsener

Stadttour: Sandemans NewEurope. Unser Führer hieß Charlie und hat zwei Stunden lang sehr unterhaltsam und informativ durch Amsterdam geführt. Coronabedingt waren es pro Gruppe nur 15 Teilnehmer. Unbedingte Empfehlung.
Preis: Tipp-based Tour, man bezahlt, was einem die Tour wert war.

Museum: Eigentlich wollte ich noch ins Anne Frank Haus, das war leider zwei Wochen vor unserer Tour schon ausgebucht. Aber ins Rijksmuseum wollte ich eh. Highlights sind Rembrandts „Nachtwache“ und Vermeers „Die Milchmagd“ (kann man im Museumsshop auch als Playmobilsets kaufen). Tipp: Family-Quest machen.
Preis: Erwachsene 19 Euro, Kinder kostenlos, erwachsen ist man ab 18. Audioguides sind kostenlos. Noch ein Tipp: Man kann das Museum über die Online-Tour auch vom Sofa aus erkunden.

Essen&Trinken: Pommes und Matjesbrötchen haben wir an Buden gekauft, an denen wir gerade vorbeigelaufen sind, Burger gab es aus dem Automaten, die Restaurants, in denen wir gegessen haben, waren ok, aber auch nicht unbedingt eine Empfehlung wert. Kaffee können die Holländer. Wer Kaffee gerne schwarz trinkt, kommt auf jeden Fall auf seine Kosten.

Souvenirs: Wir haben jede Menge Hagelslag (süßer Brotbelag), Lakritze, Tulpenzwiebeln, Sirupwaffeln und natürlich häßliche Magnete gekauft. Ich glaube, der mit den Tulpen ist der häßlichste unserer gesamten Sammlung.

Letztes Juniwochenende 2020 in Bildern: Fifty Shades of Grey oder Farben, die wie Arthousefilme heißen

Warnung: dieser Text enthält einige Dopplungen. So beginnt eigentlich jeder zweite Absatz mit „während der Lieblingsmann streicht“ und Fortnite und Oma und Opa tauchen auch immer wieder auf. Ein weiterer roter Faden sind neben den ganzen Spoilern noch die Bilder, die ich vergessen habe zu machen. Wen das nicht abschreckt, bitte hier entlang: Weiterlesen

12von12 im Juni 20: Warten auf

Der 12. fällt diesen Monat auf einen Freitag, dessen Name Programm ist: ich habe frei. Nicht ganz freiwillig, eher verordnete Kurzarbeit, aber frau nimmt, was sie kriegen kann. Dafür habe ich ausreichend Zeit, von meinem unspektakulären Tag Fotos zu machen. Weiterlesen

WiB an Pfingsten 2020: Der Held im Korona-Erdbeerfeld

Ist Corona eigentlich schon wieder vorbei? Manchmal mag man es glauben, so voll wie es wieder auf der Straße und in den Supermarktregalen ist.
Und die Kinder waren letzte Woche auch wieder in der Schule. Zwar nur vier Stunden pro Tag, aber dafür das eine zur dritten Stunde und das andere von der fünften Stunde ab. Das war himmlisch!
Bis hierhin habe ich das Homeschooling als gar nicht so belastend empfunden (ok, das meiste hat auch der Opa begleitet), aber jetzt mit den kinderfreien Vormittagen merke ich, dass man dann im Home-Office doch deutlich mehr geschafft bekommt. Wie machen das bloß Eltern mit kleineren Kindern?
Sogar das Badmintontraining hat wieder begonnen. Wenn auch mit merkwürdigen neuen Regeln, wie „Nur Halbfeldeinzel ohne Vorderfeld“, „feste Trainingspartner“, „alle gehen gemeinsam in die Halle, wer zu spät kommt, bleibt draußen“ und mein Favourite: „Jeder nutzt nur seinen eigenen Ball“.
Aber egal wie eingeschränkt die Bedingungen sind, es hat allen drei Badmintonspielern hier gut getan, mal wieder eine Sportart zu machen, die ihnen auch Spaß macht.
Und bei den Bedingungen, dass man quasi Standbadminton spielt, könnte ich ja auch mal darüber nachdenken, ob ich meine ramponierten Knie mal wieder zum Training überreden kann. Aber dienstags geht ja jetzt wieder mein Ukulele-Kurs weiter.

Aber genug vom „was bisher geschah“. Eigentlich seid Ihr ja hier vorbeigekommen, um zu lesen wie das Wochenende war, dann also mal los: Weiterlesen

#12von12: Office-Office im Mai 2020

Man munkelt, es hätte hier auf diesem Blog auch irgendwann mal 12von12 gegeben. Das wo Blogger am 12. eines Monats 12 Bilder posten und das dann bei Draußen nur Kännchen verlinken.
Seien wir gespannt, ob es mir tatsächlich gelingt, 12 Bilder zu finden, die den Tag beschreiben. Weiterlesen

WiB 09./10. Mai 2020: Muttertag in der Corona-Edition

Was schon wieder ein Wochenende in Bildern? Ist der denn so langweilig?
Nein, wahrlich nicht, aber diese besondere Zeit muss festgehalten werden, oder? Und dass das, was ich hier zu berichten habe, tatsächlich etwas langweilig sein könnte, streite ich gar nicht ab. Wer jetzt also wieder gehen will: Tschö mit ö, alle anderen bitte hier entlang: Weiterlesen

WiB 2./4. Mai 2020: Levelaufstieg im Corona-Game

Herzlich Willkommen in Murmeltiertag-Hausen.
Wirklich was passieren tut ja nicht, aber irgendwie kommt dann doch was zusammen.

Was also bisher geschah: Mein Überstundenkonto ist fast vollständig abgebaut, das Labor behauptet, dass doch keiner von uns, der über Fasching in Tirol Ski fahren war, die Seuche schon gehabt hat und die Schule hat sich digital deutlich besser aufgestellt. Es werden inzwischen von manchen Lehrern Videos und Audiodateien gedreht und in die Online-Plattform eingestellt und fast alle Lehrer haben auch verstanden, wie man die Abgabefunktion aktiviert. Manche geben sogar Feedback zu eingereichten Aufgaben.
Ansonsten gab es diese Woche viel zu essen, gestern allein zweierlei Kuchen, weil der Mann für einen Freundschaftsdienst eine Zitronenrolle verehrt bekommen hat.

zitronenrolle

Für GNTM-Insider: Sie schmeckte nicht nach Schwamm und offensichtlich muss so ein Kuchen nicht aussehen wie Pfannkuchen mit Ausfluss.

Im Corona-Game habe ich inzwischen die Level „Zimmerpflanzen umtopfen und Ableger ziehen“, „Behelfsmasken selbst nähen“ und „Bananenbrot backen“ abgeschlossen.
Was kommt eigentlich als nächstes? Steine anmalen? Laut meinem Instagram-Feed ist das wohl unausweichlich.

Ansonsten haben wir jetzt alle James-Bond-Filme durchgeschaut und warten auf November. Ach, und ein paar legendäre Kniffelrunden waren diese Woche auch dabei.
Leider wurde auch unser Sommerurlaub abgesagt, dafür wurde ich extra von einem französischen AirBnB-Mitarbeiter angerufen. Auch ein eher peinlicher Tiefpunkt der Woche, mein „Je ne comprend pas“-Gestammel, das eher „no comprendo“-Gestammel war, weil ich in letzter Zeit ziemlich viel Spanisch gelernt habe und nicht so schnell umschalten konnte. Gedanklich war ich noch der Meinung, dass sich da jemand verwählt hat oder mich irgendwie betrügen und abzocken will. Und wenn Franzosen dann englisch sprechen, hilft das ja auch nicht wirklich weiter. Wir haben uns dann irgendwie darauf geeinigt, dass er mir eine Nachricht schreibt. Schade Schokolade.
Aber Schluss mit Rückschau, gucken wir doch mal auf dieses Wochenende. Weiterlesen

Die Corontäne geht weiter …

Woche keine Ahnung von wie vielen, die das schon dauert und von wie vielen, die noch folgen werden in diesem Upside-down, in dem wir uns hier gerade befinden.
Ab Montag dürfen immerhin wieder mehr Geschäfte (inklusive der Eisdiehle) öffnen, dann kommen vielleicht auch wieder ein paar mehr Menschen im Fotostudio vom Lieblingsmann vorbei. Der fühlt sich gerade wie ein Mann, der entlassen wurde und trotzdem noch jeden Morgen „zur Arbeit“ geht und dann im Park Tauben füttert, nur um den Anschein von „normal“ zu bewahren. Normal ist aber hier irgendwie nichts mehr.

Ich arbeite im Esszimmer-Home-Office, das permanent auf- und abgebaut wird, vor mich hin und versuche Überstunden abzubauen, damit ich ab Mai dann in Kurzarbeit gehen kann. Das gelingt mir allerdings nur so mittelprächtig mit dem Überstundenabbau. Ist aber auch besser für den Familienfrieden, wenn ich mehr arbeite, dann gehe ich den Kindern nicht so sehr auf die Nerven.

Um den Familienfrieden ist es tatsächlich ganz gut bestellt. Wir spielen viele Gesellschaftsspiele und schauen uns jeden zweiten Abend einen anderen James-Bond-Film an. Manchmal machen wir sogar Sport zusammen. Weiterlesen

WiB am 28./29. März 2020 – Coronation Street reloaded

Coronation-Street ist die Lindenstraße Groß-Britanniens, die seit plus/minus drei Millionen Folgen das Leben in eben dieser Coronation-Street mit allen ihren Höhen und Tiefen zeigt und ich habe aktuell den Eindruck, dass dieser Name in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts sehr weise und vorausschauend gewählt wurde.

Woche zwei in unserer own private Coronation-Street ist vorbei und die Playlist der Stunde heißt: „Hurra, wir leben noch!“
Zwischen Home-Office, Home-Schooling und Home-Gammeling haben wir uns nicht gegenseitig erschlagen und respektieren größtenteils unsere Grenzen.

Der Opa kommt nach wie vor täglich rund drei Stunden vorbei und bereitet seinen Unterricht akribisch vor, nur Sport macht er nicht.
Das unterrichtet Youtube. Außerdem liegen hier drei selbst gebastelte und schon diverse Male restaurierte Jonglier-Bälle rum, das war nämlich der Auftrag der einen Sportlehrerin: „Lerne Jonglieren“. Ich habe großzügigst 240 Gramm kostbaren Reis geopfert und aus meinem umfangreichen Bastelfundus Luftballons herausgesucht.

Der andere Sport-Auftrag lautete übrigens: „Übe menschliche Pyramiden zu bauen mit Deiner Familie.“
Am Arsch die Räuber! Aber vielleicht muss man ja auch nicht alle Aufgaben hundertprozentig erledigen. Auch wenn ein Familienpyramidenfoto bestimmt lustiger gewesen wäre als drei bunte Bälle.
Die Tochter hat sich gleich als Coach angeboten, schließlich war sie in der Grundschule in der Cheerleading-AG und hat in den letzten zwei Wochen einige Folgen Glee geguckt.
Aber statt Pyramiden macht sie jetzt gelegentlich Youtube-Workouts in ihrem Zimmer, um nicht mit ihren Eltern im überlaufenen Park joggen zu müssen. Tendenziell begrüßenswert, nur an der Uhrzeit müssen wir noch arbeiten, 0 Uhr halte ich für keine akzeptable Workout-Zeit.

Vor zwei Wochen hatte ich geunkt, ob da überhaupt noch was von der Schule kommt, aber tatsächlich kamen durchaus sehr kreative und tolle Aufgaben zusammen.
Es soll zum Beispiel ein Diorama mit griechischen Göttern gebaut werden, man soll einen Comic auf Latein verfassen, einen Stop-Motion-Film drehen, ein Modell einer Zelle bauen oder Matheaufgaben in der Anton-App lösen.
Für Englisch habe ich einen Lernkrimi in der ortsansässigen Buchhandlung bestellt, der war auch direkt am nächsten Tag da. Im Übrigen habe ich sowieso noch nie ein Buch außer elektronischen bei Amazon gekauft, ich habe da noch nie einen Vorteil drin gesehen.
Bücher hamstern finde ich darüber hinaus auch viel sinnvoller als Klopapier zu horten, zur Not kann man die Bücher nach Lektüre ja auch einer zweiten Verwendung zuführen.
Ich habe übrigens gerade „Gösta Berling – Geschichten aus dem Wermland“ von Selma Lagerlöff ausgelesen.

So, jetzt aber endlich mal zum Wochenende.
Cocooning-Time. Zum Frühstück gibt es Eier im Toastbrot-Muffin nach einem Rezept von Supermom-Berlin und weil ich bei meinem Wocheneinkauf gestern Hefe und Mehl ergattern konnte, backe ich einen Butterkuchen, auf den ich schon lange Lust habe.

Obwohl der Lieblingsmann schon eine 10-km-Tour auf dem Wispertrail rausgesucht hatte, entscheiden wir uns für einen Ausflug in den Garten. Zwischen Laubrechengeräuschen und Rasenmäherbenzindampf chillen die Tochter und ich in der Sonne.

„Wenn wir irgendwann mal wieder in die Schule müssen, tauche ich dort braungebrannt und mit neuen Skills auf“, verrät mir die Tochter. Erst mal kriege ich aber neue Skills nähergebracht, ich muss irgendwelche Tiktok-Tänze lernen, die wir dann gemeinsam performen. Ich finde meine Improvisationen äußerst gelungen, der Lieblingsmann meint, ich solle nicht die ganze Zeit so komische Grimassen schneiden. Pff, wie will der das vom Hüttendach, wo er das Laub zusammenfegt, denn gesehen haben.

Die Skills, die die Tochter sich aneignen will, bewegen sich eher im Skater-Girl-Bereich. Den Weg legt sie aber noch ohne Threesixtys oder Olis auf ihrem Longboard zurück. Ich benutze das Wakeboard hingegen als Abstandhalter und versuche, mir die ganzen Hundertjährigen, die so auf der Straße rumlaufen, vom Leib zu halten.

Abends mag dann keiner mehr kochen, freundlicher Weise übernimmt das der Mexikaner am Rheinufer, der jetzt sein Essen auch ToGo anbietet.

Vom Joggen am nächsten Morgen gibt es kein Foto, genauso wenig wie vom Frühstück. Aber da kann man einfach mal in den letzten Wochenenden in Bilder schauen, da ändert sich nicht groß was. Dank Corona sind wir alle da, auch wenn der Lieblingsmann jetzt lieber bei den südwestdeutschen Veteranen-Badmintonmeisterschaften im kampfer- und KlosterfrauMelissengeist-geschwängerter Sportallenluft wäre.
Vielleicht hätte ich ein Foto von der Schlange vorm Bäcker machen sollen, wie brav die Menschen mit zwei Metern Abstand stehen und sich so einmal durch ganz Biebrich winden.

Richtig viel passiert am Sonntag dann nicht mehr.
Die Bohne ist krass gewachsen und wird umgetopft

und ich versuche mich an der Kunstaufgabe Stopp-Motion-Film:

Und damit hier keine falschen Eindrücke entstehen. Das Kind muss seine Aufgabe selbstverständlich selbst erledigen. Aber falls es mich fragt, sollte ich ja wissen, wie es geht, oder?
Die Tochter fragt, ob wir diese Woche wieder am offenen Fenster musizieren, aber ich habe nichts nirgendwo gelesen und so spielt jeder, der mag (also ich), alleine auf seinem Instrument und belästigt keine anderen Menschen.
„Ist heute wieder so ein Fensterkonzert? Ich dachte, ich hätte eben draußen was gehört, aber es können auch jaulende Hunde gewesen sein“, war übrigens die Original-Frage der Tochter und damit beschreibt sie recht treffend unseren Beitrag zum letztwöchigen „Musiker*innen für Deutschland“ mit Beethovens 5. oder 9. mit einem Text von Schiller oder Goethe, darüber ist man sich hier recht uneinig bzw. den meisten ist es auch schlichtweg egal.

Nächste Woche geht es hier weiter wie die letzte Woche: Ich bin im Homeoffice, auch wenn mein Auto aus der Werkstatt wieder repariert zurückgekehrt ist, die Kinder haben ihren Privatlehrer und der Lieblingsmann arbeitet mit Hochdruck an seinem Online-Shop.
Die Musikkurse werden per Skype, Whatsapp-Video oder Zoom-Videokonferenz besucht, ebenso wie das Badmintontraining und um 15 Uhr findet hier morgen eine Hausparty statt, hat die Tochter schon angekündigt. Auch diese ganz virtuell.

Ich bin gespannt, wie lange dieser Wahnsinn noch andauert und was hinterher noch von der Wirtschaft übrig ist. Wie viele Läden werden nach dem Shut-Down wohl gar nicht mehr aufmachen? Wer muss sich einen neuen Job suchen? Übernimmt Professor Drosten Quarks&Co und die Sendung mit der Maus?
Wir werden sehen. So lange schaue ich mir erst mal an, wie bei anderen die Corona-Klausur so aussieht. Wie immer bei Große Köpfe.

WiB 14./15. März: Familienleben in Zeiten der Corona-Krise

Tempora mutantur, nosque mutamur in illis – Die Zeiten ändern sich und wir ändern uns in ihnen. Und zwar gerade in einem schwindelerregenden Tempo, wie mir scheint.

Ab nächster Woche haben die Kinder Corona-Ferien, was sie sehr feiern. Ich überlege mir hingegen, was die Kinder in der Zeit grundlegend schulisch aufholen können. Ich zweifle ein wenig daran, dass die Lehrer den Kindern ausreichend oder überhaupt irgendwelche Aufgaben zur Verfügung stellen. Sehr lachen musste ich über eine Frage bei Instagram, wie bei uns die Kinder remote lernen werden. Äh? „Was ist ein Computer?“ ist bei unserer Schule eher die Frage. Oder „Wo muss man denn beim Beamer die Overhead-Folie auflegen?“. Mit ca. 30 % der Lehrer meiner Kinder kann ich per E-Mail (oder Telefon) Kontakt aufnehmen, die Anmeldung zum Elternsprechtag erfolgt per Laufzettel, immerhin gibt es den Vertretungsplan online. Zwar mit einer Technik aus dem letzten Jahrtausend, aber besser als nichts.
Immerhin die Powi-Lehrerin hat schon am Freitag vorsorglich Arbeitsaufträge für die nächsten Wochen verteilt und der Deutschlehrer meinte: „Ihr könnt ja einfach mal das Deusch-Arbeitsheft durcharbeiten und das Buch zu Ende lesen“.

Aber eigentlich wollte ich ja kein Schulbashing betreiben, sondern von meinem Wochenende erzählen. Weiterlesen