Letztes Juniwochenende 2020 in Bildern: Fifty Shades of Grey oder Farben, die wie Arthousefilme heißen


Warnung: dieser Text enthält einige Dopplungen. So beginnt eigentlich jeder zweite Absatz mit „während der Lieblingsmann streicht“ und Fortnite und Oma und Opa tauchen auch immer wieder auf. Ein weiterer roter Faden sind neben den ganzen Spoilern noch die Bilder, die ich vergessen habe zu machen. Wen das nicht abschreckt, bitte hier entlang:

„Ich freu mich schon voll auf den Urlaub bei Oma und Opa“, erklärt der Sohn beim Abschrauben der Steckdosen und ich antworte, alldieweil ich gewissenhaft den Boden abklebe, völlig unpädagogisch aber ehrlich: „Ja, ich mich auch.“
„Oha!“ 
Er scheint ein wenig eingeschnappt zu sein. Irgendwie glaubt der Knilch, dass ich ein unerschöpfliches Reservoir an Geduld habe, das pubertäre Arroganz, Besserwisserei und Respektlosigkeiten an mir abprallen lässt wie Selbstzweifel an Donald Trump. Hab ich aber nicht. Und ich bin ehrlich froh, dass der Knabe sich bei Opa und Oma im WLAN-Paradies eingebucht hat.
Bin ich deshalb eine schlechte Mutter? Möglich, ist mir aber völlig egal in Erwartung von ein bis zwei Wochen ohne „Digger“, „Alder“, „Warum haben wir so Sch..-WLAN“, „ich will dies und das“ und „chill mal“.

abgeklebtes-zimmer

Aber erst mal fahren wir in den Baumarkt, Farbe für das neue Zimmer besorgen. Kurzzeitig hat das Kind die Idee, den Kaminschlot mit Backsteintapete zu verschönern, aber wer will schon Backsteinfakewände, wenn er stattdessen auch Farben mit so klingenden Namen wie „Stärke der Berge“ (zeitloses Grau), „Hüterin der Freiheit“ (edelmütiges Patinagrün), „Zeit der Eisblumen“ (kühles Blassgrau) oder „Spiel der Korallen“ (leuchtendes Orange) an den Wänden haben kann. Mein Favorit ist ja „Nebel im November“ (melancholisches Mittelgrau) und ich fühle mich in einem Loriot-Film ausgesetzt.

farbenspiel
Während der Sohn „Geld verdienen geht“ aka ein Fortnite-Turnier spielen (Spoiler: er wird natürlich nichts gewonnen haben), streicht der Lieblingsmann den Raum (Spoiler: weil er die weißen Wände mit verschiedensten Farbresten und alten Rollen streicht, wird er das an diesem Wochenende noch ein paar Mal machen) und ich verziehe mich mit einem riesigen Schokoeis ins Bett, lese und telefoniere mit einer Freundin. Herrlich!

Die Tochter hat morgens für ein Picknick im Park mit Freundinnen Muffins gemacht. Weil sie die Muffinbleche nicht gefunden hat (Spoiler: sie sind eigentlich an einem sehr prominenten Ort versteckt und theoretisch müsste sie sie jedes Mal sehen, wenn sie den Kühlschrank öffnet), hat sie sich anders beholfen und dem Geschmack tut das keinen Abbruch.

zitronenmuffin
Pünktlich um 15 Uhr ist sie am verabredeten Ort, es stellt sich allerdings heraus, dass die Chaosgirls vergessen hatten, eine Uhrzeit auszumachen. Die eine steht also um 15 Uhr noch unter der Dusche, die andere macht gerade aus Spaß eine Powerpoint-Präsentation und die Dritte kommt doch nicht. Aber das Tochterkind hat ja Muffins, ein Handy mit ausreichend Akkuladestand und es gibt Babyenten. Alles super.

Das Abendessen habe ich vergessen zu fotografieren, ist aber auch nicht so spektakulär: Currywurst mit Pommes und Gurkensalat. Feinstes Heimwerkermenü.
Umso besser ist das Ruby-Magnum, dass ich mir zum Friends-Gucken gönne. Ich meine: rosa Schokolade – grandios!

ruby-eis

Seit Anfang der Woche haben wir einen Pool. Wobei großes Planschbecken eine eher passende Beschreibung ist.
Irgendwie hatte ich mir das einfacher vorgestellt mit der Poolpflege. Ständig dieses Messen, die Farben, die der Teststreifen anzeigt, gibt es gar nicht auf dem Ergebnis-Farbblatt, man stinkt nach kurzem Planschen nach Chlor und dann ist das Wetter gerade auch nicht wirklich poolreif.
Als das erste Familienmitglied zum ersten Mal in den Pool wollte, lag gleich eine riesige Wasserspinnenleiche im Becken. Immerhin konnte die Tochter inzwischen ein Pool-Tiktok drehen, jetzt kann er eigentlich auch wieder weg.

hof-pool

Während am Sonntagmorgen der Lieblingsmann mal wieder streicht (sic!) fahre ich mit dem Fahrrad in den Garten und ernte. Alles, was ich nicht selbst gepflanzt habe (Spoiler: weil das nie was wird, habe ich es dieses Jahr gleich bleiben lassen. Ich bin so schlau!), entwickelt sich mal wieder fantastisch. Es gibt massenhaft Himbeeren, Stachelbeeren und Johannisbeeren.

beerenernte

Wer jetzt hier ein opulentes Frühstücksfoto erwartet, den muss ich enttäuschen. Ich habe keine Lust, 90% der Frühstücksleistung zu erbringen, fünfzigmal aufzustehen, um vergessene Löffel, Marmeladensorten, Eierschalensollbruchstellenverursacher, Salzstreuer, Kartoffeln vom Vortag, Ketchup, das richtige Glas und was weiß ich nicht noch alles zu holen, nur um nach 15 Minuten alles wieder zurück in den Kühlschrank zu sortieren. Ich esse dabei immer mehr als ich will, weil die Kinder satt sind, weil sie kurz vor dem Frühstück drei Kratzeis, zwei Tüten Chips und 18 Joghurt gemampft haben und es ja schade wäre, wenn die schönen Brötchen alt und hart werden wie damals, als Heidi die weißen Brötchen aus Frankfurt gesammelt hat, um sie dem Almöhi mitzubringen.
Der Lieblingsmann und ich essen also alleine die Brötchen vom neuen Bäcker und ich habe kein Foto für Euch.

Während der Lieblingsmann streicht (kein Copy&Paste-Fehler), mache ich aus den Garten-Johannisbeeren einen Kuchen. Diesmal sogar mit Foto. Und Deko.

johannisbeerbaiserkuchen

Und weil der Lieblingsmann immer noch oder schon wieder (ich habe den Überblick verloren) streicht, schnappe ich die hauseigenen Teenager und den Johannisbeerkuchen und fahre zu meinen Eltern.
Hier zeige ich meiner Tochter alte Fotos. Das ist nicht so langweilig wie es klingt. Die Tochter interessiert sich nämlich gerade sehr für die Mode der Achtziger und Neunziger und ich finde endlich ein Foto von meiner Konfirmation wieder, als ich der Meinung war, dass gekreppte Haare der heiße Scheiß wären und auf denen ich ein wenig wie Sideshow-Bob im Konfirmationskleidchen aussehe.
Das wollt Ihr jetzt garantiert auch alle sehen. Habe ich aber dummerweise wieder vergessen zu fotografieren. Bei Gelegenheit kommt das aber mal auf Instagram. Da müsst Ihr mir halt einfach da folgen.

So, eine Woche Homeschooling liegt jetzt noch vor uns bis es Zeugnisse und Ferien gibt, vermutlich aber keins für mich.
Ich buche die Tage mal das Programm für Amsterdam zusammen, da fahren die Tochter und ich nämlich in zwei Wochen hin und jetzt muss nur noch das alte Klavier aus dem neuen Sohnzimmer verschwinden, damit wir den Umzug komplett machen können. Jemand Interesse? Nur an Selbstabholer.

Mehr Wochenenden in Bilder gibt es wie jede Woche bei Große Köpfe.

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