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Familie Sandkuchen und der Ausflug in den Scheiß-Tierpark

Meine Freundin Conni, die mit der Schleife im Haar, ist ja mittlerweile zum Hassobjekt vieler Eltern mutiert. Die stets gut gelaunte Conni, die immer alles kann, immer alles ausprobieren will und deren Mutter nie die Geduld zu verlieren scheint. Die mit ihren Lebenshilfe-Ratgeber-Büchern für die Kleinsten von Umzug, Urlaub, Ballettunterricht, Kindergarten- und Schulbesuch über Martinsumzug und Seepferdchen-Prüfung in allen Lebenslagen von ihren natürlich immer positiven Erfahrungen berichten kann.
Und Conni wächst mit. Conni wird älter und ihre Mutti geht wieder arbeiten, sie reist fast ganz allein nach Berlin und verliebt sich sogar.
Manch einer veralbert das Anfangslied gerne zu „Conni mit der Scheiße im Haar“ und meine Kollegen, die alle kleine Kinder haben, überlegen in der Pause gern mal, welche weiteren Folgen noch kommen könnten: „Conni auf dem Babystrich“, „Conni kokst“, „Conni und der Rosenkrieg“ und „Conni kommt ins Altersheim“ ist hier nur eine kleine Auswahl.

Ich mach da gerne mit, für derbe Witze bin ich mir nie zu schade, aber ich muss mich an dieser Stelle mal outen: Ich mag Conni.
Vielleicht, weil ich auch ein wenig wie Conni bin. Ich bin weder Annika noch bin ich Pipi Langstrumpf – ich bin Conni. Ich bin meist vernünftig, habe Lust, alles auszuprobieren und meist klappt das dann auch.

Inzwischen bin ich hier in der Familie allerdings die einzige, die noch mit Conni befreundet ist. Fritz war eh immer eher Jakob, Connis kleinem Bruder, zugetan und Lina findet Conni doof.

„Die findet immer alles toll. Das ist so nervig. Voll uncool.“

Also musste ich die letzte Conni-CD, die ich in der Stadtbibliothek ausgeliehen hatte, alleine hören. Es war „Conni und die wilden Tiere“.
Da macht Conni einen Ausflug in einen Tierpark. Und die Conni in mir schrie noch beim Hören: „Das will ich auch machen!“
Kurz darauf flatterte ein Angebot in mein E-Mail-Postfach, das mich gerade zu anbrüllte: Buch mich!

Und wenn meine Kinder schon nicht mit mir CD hören wollen, dann machen wir einfach den gleichen Ausflug wie meine Freundin im Ringelshirt.

Prinzipiell sind meine Kinder immer erst mal skeptisch, wenn ich ihnen etwas vorschlage. Es wird nicht besser, wenn diese Idee mir meine Freundin Conni eingeflüstert hat. Und überhaupt nicht besser wird es, wenn ich vor fünf Monaten mir für den Tierpark-Besuch ausgerechnet das Wochenende ausgesucht habe, an dem ein wichtiges Badminton-Turnier liegt und an dem Linas Freundin Kassandra, von deren Existenz ich bis drei Tage vor der Abfahrt nichts wusste, ihren Geburtstag feiert.
Die Zeichen stehen schlecht.Aber ich lasse mich nicht irritieren.
Wir fahren in den „Scheiß-Tierpark“. Weiterlesen