Missverständnis über Missverständnis


hausaufgabenheft-sandkuchen„Mama. Irgendwie kam es da heute in der Schule-  warum auch immer –  zu einem Missverständnis.“
Dieser Satz verheißt nichts Gutes, ich bekomme ihn aber regelmäßig zu hören, seit Fritz in die Schule geht.
„Schon wieder ein Eintrag in deinem Hausaufgabenheft?“
Diesmal ist es wegen Schwätzens. Mein Sohn ist sich wie immer keiner Schuld bewusst. Es hatte geklingelt, da ist die Stunde ja vorbei und man kann reden. Auf die Idee, dass die Lehrerin vielleicht den Unterricht beendet und weder die Schulglocke noch er, kommt er nicht.
Dieses Kind findet aber auch einfach für alles eine logische Erklärung. Man könnte vielleicht versucht sein, es Ausrede zu nennen.
Außerdem neigt er zu Spitzfindigkeiten. Ich weiß gar nicht, wo er das her hat.
Einmal gab es einen Eintrag in sein Hausaufgabenheft, nachdem alle Kinder von der Lehrerin aus der Turnhalle in den Klassenraum vorausgeschickt worden waren und sich dort brav an ihren Platz begeben haben. Alle bis auf meinen Sohn. Der meinte, vor seinen Mitschülern eine Show abziehen zu müssen und hat auf den Tischen getanzt.
„Sie hat nicht gesagt, dass wir uns auch hinsetzen sollen.“, beschwerte er sich bei mir über den Eintrag mit folgendem Wortlaut: „Fritz macht Sachen immer wieder anders als andere Kinder – bitte reden Sie mit ihm darüber.“
„Ja, Fritz. Weiter so. Nicht immer nur Mainstream – find ich gut. Thumbs up.“,
habe ich natürlich nicht gesagt , aber schon insgeheim gedacht. Ich habe ihn stattdessen missbilligend angeschaut und ihm geraten, auch Dinge einfach mal hinzunehmen.
Für Außenstehende klingt das alles immer sehr lustig, ich schäme mich aber häufig für Fritz. Ein Vater meinte einmal zu mir: „Was aus dem Fritz wohl mal wird?“
Drei Berufsbilder kamen mir dabei spontan in den Sinn: Zirkusclown, Politiker oder Heiratsschwindler.

Der letzte Hefteintrag lautete übrigens so:
„Fritz war heute der Meinung, bei einem Silbenspiel nur Wörter nennen zu müssen, die vulgär und alles andere als respektvoll sind. Da dies nicht das erste Mal ist, dass er den Klassenclown spielt, bitte ich Sie, mit ihm eindringlich über sein Fehlverhalten zu sprechen.“

Auf meine Frage, ob ich denn mal einen Termin mit der Lehrerin machen sollte, antwortete Fritz: „Das brauchst Du nicht, die lädt ganz gerne mal Eltern zu sich ein. Die Mama vom Patrick war schon dreimal da.“
Das Kind hat es einfach raus. Mit einem Satz hat er mir zum einen das Gefühl gegeben, dass ich mich um nichts kümmern brauche und zum anderen, dass er nicht der Schlimmste ist.
Zu dem Eintrag kam es übrigens, weil Fritz der Aufforderung, ein zweisilbiges Wort zu sagen, folgendermaßen nachkam: „Ka-cka“.
In den Ohren der Lehrerin offensichtlich eine Sch..-Antwort und man kann sich vorstellen, wie danach in einer ersten Klasse die Reaktion der Mitschüler ist.

Ich habe dann aber doch nochmal eindringlich mit ihm über seine Antworten gesprochen. Denn „A-harsch“ ist kein Wort und Arsch besteht ja ganz offensichtlich nur aus einer Silbe.

Wünsch‘ ich mir auch

Mein Senf dazu

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