Babyalarm!


tante-verenaIch werde Tante! Ich freue mich schon total darauf. Endlich kann ich meiner Schwester zurückgeben, was sie all die Jahre meinen Kindern gegeben hat.
All die blinkenden, lauten, hässlichen Plastikdinge, die kleine Kinder so lieben und Eltern so hassen. Vor allem die, die noch gut hören und ein Faible für Dekoration haben.
Ich überlege schon intensiv, welches Schimpfwort ich denn dem neuen Erdenbürger als erstes beibringen werde und welche Melodie gerülpst besonders scheußlich klingen könnte.

Nein. Jetzt mal ernsthaft. Ich freue mich wirklich darauf, Tante zu werden. Ich liebe die kleinen Händchen und den Geruch von Babys und wenn ich nicht permanent für frische Windeln sorgen muss und ausreichend Schlaf bekomme, finde ich Babys total niedlich.
Ich habe Lina schon, großzügig wie ich bin, als Babysitterin angeboten. Allerdings meinte meine Tochter daraufhin, das Kind könnte dann ja Fenster putzen, während sie fernsieht. Wie sie jetzt auf Fenster putzen kommt, weiß ich auch nicht. Beibringen kann sie das dem Kind jedenfalls nicht, dazu müsste sie es ja selbst schon mal gemacht haben.

Meine Schwester hat Fritz übrigens unterwegs beim Shoppen von dem Baby erzählt. Daraufhin entwickelte sich eine Diskussion über den Kindsvater. Der Freund meiner Schwester käme ja gar nicht als Vater in Frage, da war sich Fritz ziemlich schnell sicher, die beiden wären ja überhaupt nicht verheiratet.
„Weißt Du, Tante Dani. Um ein Kind zu bekommen, muss man nämlich Sex machen.“
„Äh, ja.“
Ich weiß nicht, welche Vorstellung Fritz hat, wie das Kind entstanden ist. Ich hätte jetzt nicht gedacht, dass er die Geschichte von der jungfräulichen Jesus-Geburt besonders ernst nimmt. OK, wir schicken ihn manchmal zum Kindergottesdienst, aber der Religionsunterricht in der Schule fällt erstaunlich häufig aus.
Vielleicht hat ihm ja auch Lina was verraten. Lina weiß nämlich Bescheid, sie hatte gerade erst Sexualkundeunterricht in der Schule. Sie hat ernsthaft mit dem Gedanken gespielt, sich wieder in die erste Klasse zurückversetzen zu lassen, weil ihr das Thema so peinlich war. Sogar noch peinlicher als ihr Bruder. Und das will schon was heißen.
Passend zum Thema hat Lina mit ihrer Klasse einen Ausflug zu „Pro Familia“ gemacht. In dem Aufsatz zu dem Ausflug gefiel mir besonders gut der Abschnitt:

„Am besten waren die Stoffdinger von Gebärmutter, Scheide und Penis. Mir ist aufgefallen, dass die Scheide aussah wie ein belegtes Brötchen.“

Wer bitteschön kommt auf die Idee, Geschlechtsteile als Kuscheltiere zu machen?

Naja, aber zurück zu meiner künftigen Nichte oder Neffen. Im Kaufhaus während des Baby-Geständnisses meiner Schwester zeigte sich mal wieder, wie gut mein Kind konditioniert ist.
„Und Fritz, was sagst Du dazu, dass Du einen kleinen Cousin oder eine kleine Cousine bekommst?“
„Äh. Danke?“
Herrlich. Wie an der Wursttheke, wenn er ein Stückchen Fleischwurst geschenkt bekommt.
Aber die anderen Standardantworten „Bitte“ oder „Entschuldigung“ hätten wirklich nicht gepasst.
Und nach seinem Tag hat ja niemand gefragt, sonst wäre auch noch „Gut“ in Frage gekommen.

Die Kinder sind übrigens sehr bemüht, meine Schwester von ihren Namensvorschlägen zu begeistern, aber ich glaube nicht, dass demnächst auf irgendeinem Spielplatz nach Tyraphine, Flodaniata oder Turkfalso gerufen wird.
Pilfmukmuk hätte ihnen auch ganz gut gefallen, allerdings handelt es sich dabei anscheinend um einen koatischen Echsenaffen, wie Fritz bedauernd feststellte.
Aber vielleicht sollten die werdenden Eltern den Namen doch besser ganz alleine aussuchen.

2 Gedanken zu „Babyalarm!

  1. Sandkuchen-Geschichten Autor

    Turk Falso (schreibt sich übrigens in zwei Worten, wie ich gerade gelesen habe) ist irgendwer aus dem unendlichen Star Wars Imperium. Auch auf Jedipedia nachzulesen (ja, das gibt es wirklich!)
    So, wie es aussieht, wird Fritz übrigens Cousine – meint er zumindest. 😉

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