Hamburg, meine Perle: Jetzt geht’s los!


Der tollste Mann von allen hat mir zu meinem vierzigsten Geburtstag ein Wochenende in Hamburg geschenkt. Wow!
Und dieses Wochenende ist endlich gekommen. Ich freu mich so!

wecker
Um 5:17 Uhr verlassen wir an diesem Morgen das Haus. Und aufgestanden sind wir ja noch viel früher. Bestimmt fünf Minuten. Ich wusste gar nicht, dass es diese Uhrzeit wirklich gibt. Verrückt.

Koffer mit Rollen sind wirklich eine praktische Erfindung. Noch praktischer ist es allerdings, wenn der Göttergatte beide Koffer trägt. Nein, er ist nicht doof. Er ist einfach extrem rücksichtsvoll. In einem Mehrparteienhaus würde ich mir ihn als Nachbar wünschen.

koffertraeger

Wie es sich gehört, halte ich den gebührlichen Abstand …

Im Zug suche ich mir zielsicher einen super Fensterplatz. Der Mann nörgelt, dass ich vielleicht auch ein Fenster ohne Balken hätte finden können. So könne man ja gar nichts sehen. Ich Dussel. Wo ich doch so gerne aus Zugfenstern ins Finstere blicke.

ausblick

Spart das Brett vorm Kopf: Balken im Fenster

Naja, dann muss ich mir halt die anderen Fahrgäste anschauen. Ist so ein heimliches Vergnügen von mir. Der Mann schräg gegenüber liest doch tatsächlich ein Star-Wars-Heftchen. Ich schaue noch mal genau hin. Nein, es ist nicht mein Sohn. Der Mann ist wenigstens 45 Jahre älter. Und unsere Kinder mussten ja leider zu Hause bei der Oma bleiben.
Mein Mann hatte kurz überlegt, sie mitzunehmen, aber dann haben sie alles gegeben, damit die Entscheidung für einen Urlaub ohne Kinder sehr leicht fiel. So lieb!

star-wars-heftchen-leser

Kurz vor der Abreise musste mein Sohn doch ein paar Tränchen verdrücken. Er hatte Angst, dass wir vielleicht in einen Terroranschlag verwickelt werden könnten oder dass ein Zugunglück ausgerechnet unsere Bahn erwischt. Abstruse Sorgen machen kann er sich. Er ist halt mein Sohn. Aber als wir ihm versichert haben, dass die Oma die nächsten drei Tage nicht sterben wird und wir einen Notfallplan entwickelt hatten, falls doch, konnten wir ihn einigermaßen beruhigt verabschieden.

Neben dem Typen mit dem Star-Wars-Heftchen fährt noch ein Mann mit uns im Zug, der in der Nase bohrt und dann genüsslich die Popel isst. Hatte vielleicht keine Zeit mehr, sich Proviant zu besorgen.
Passenderweise liest er dazu ein Buch, das den Titel „Freak“ trägt.
Kannste dir auch nicht ausdenken.

Bevor der Zug losfährt, packt der beste Ehemann von allen erst mal seinen Proviant aus. Pizza vom Vortag. Kann man natürlich essen.
Aus der Verpackung rollt er sich ein schickes Alukügelchen. Plötzlich fühlt er sich wieder in Schulzeiten zurückversetzt und möchte damit andere Mitreisende abwerfen. Ich verbiete ihm das strikt. Das machen wir natürlich erst, wenn wir aussteigen.

alukugel

Mein Lieblingsmann ist begeistert von der Qualität der Bahn-Konkurrenz, mit der wir fahren. Man fühlt sich, als führe man auf Schienen!
Weil man uns bei jedem Halt dazu auffordert, beachte ich die Bahnsteinkante. Wirklich sehr schön!

bahnsteigkante

Ein kurzer Schreckmoment auf dem Frankfurter Hauptbahnhof: mein Mann hat seinen Brustbeutel zu Hause vergessen! Was, wenn jetzt einer von den ganzen Kriminellen und dubiosen Gestalten, die sich dort herumtreiben, uns überfallen und die Geldbörse klauen?
Die Hinweisschilder auf dem Bahnsteig sind nicht unbedingt ermutigend.

achtung-schild

Als dann auch noch eine Durchsage vor Bettelbanden warnt, sind wir froh, dass der Zug nach Hamburg einfährt, und wir dem Moloch entfliehen können.
Im Zug stellt der Göttergatte fest, dass er zwar den Brustbeutel nicht eingepackt, aber dafür die Heaven-Express-Karte aus der Christmette von vor drei Jahren einstecken hat. Na, da kann ja nichts mehr schief gehen.

heaven-express-karte

Wer Liebe hat, der hat alles

Als wir zwischendurch mal Telefonempfang haben, stellen wir fest, dass die Tochter versucht hat, uns zu erreichen. Ob ihr Bruder immer noch Heimweh nach uns hat?
Als wir irgendwann mal wieder Telefonempfang haben, rufen wir doch zurück. Alles ist gut, niemand hat Heimweh, nur ich habe meinen Schlüssel zu Hause „vergessen“.
Das wollte sie mir mitteilen. Und, dass sie sich mit ihren Freundinnen verabredet hat. Nicht zum Lasertag spielen, wie ursprünglich geplant, sondern fürs Kino und zum anschließenden Übernachten. Wir sind ein bisschen stolz, dass sie den Hinweis ihres Vaters angenommen hat, dass Lasertag erst ab 12 und auch dann nur in Begleitung eines Erwachsenen und einer Einverständniserklärung der Eltern möglich sei. War so nicht unbedingt zu erwarten.

Um 11:30 Uhr kommen wir an. Wir müssen noch mal aufs Bahnhofsschild schauen, ob wir uns nicht verfahren haben, denn Hamburg empfängt uns mit einem strahlend blauen Himmel.

blauer-himmel-hamburg

Wie viele Bäume gibt es in Hamburg wirklich? Kann man in unserem Hotel anständig frühstücken und findet der Opa die Wohnung der Freundin, bei der die Tochter übernachtet, um sie wieder abzuholen?
Vielleicht beantwortet diese Fragen ja die nächste Hamburg-Folge auf http://www.sandkuchen-geschichten.de. Bleibt neugierig!

 

2 Gedanken zu „Hamburg, meine Perle: Jetzt geht’s los!

  1. [eigen]art

    Wie jetzt? Kein Wort über die junge, sympathische Familie, die mit im Abteil des IC saß? Mit dem total niedlichen 1,5-jährigen, der Filmchen auf dem Tablett schauen und ganz viel Kekse und Schokolade essen durfte und mit der leeren Colaflasche rumfuchtelte? Ich bin mir unsicher, ob ich eher erleichtert oder beleidigt sein soll 😉
    Nachdem mir jedes Mal die Postkarte aus meiner Kindlehülle fiel, wenn ich den Kindle raus nahm, hab ich mir vorhin übrigens endlich das Buch gekauft. Ich bin sehr gespannt!

    Liebe Grüße
    Tamara

    Gefällt 1 Person

    Antwort
    1. Sandkuchen-Geschichten Autor

      Der war wirklich total niedlich. Aber wenn ich darüber berichtet hätte, dann hätte ich zugeben müssen, dass ich total neidisch war und auch Kekse und Cola und Filmchen haben wollte. Und das lässt mich wieder in so einem schlechten Licht darstehen und ..
      OK, keine weiteren Ausreden. Schweres Versäumnis meinerseits. Aber ich habe ja auch nicht das Bild von meinem schlafenden Mann mit meiner Sonnenbrille veröffentlicht.
      Vielleicht sollten wir mal gemeinsam einen Artikel über den empfohlenen Medien- und Zuckerkonsum von Unter-Dreijährigen schreiben. Und dann posten wir ihn in einem Babyforum. Das wird ein Spaß!
      Aber jetzt muss ich erst mal meine Kinder mit Cola versorgen.

      Ich freue mich, dass Du in meine Sandkiste gefunden hast, und hoffe, mein Buch gefällt! Jetzt bin ich gespannt.
      Liebe Grüße,
      Verena

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