Wochenende ohne Bilder 15./16. Februar 2020: Hablas Espanol en Vellmar?


Bisher gibt es 2020 erst ein Wochenende in Bildern. Skandal!
Das muss geändert werden. Dummerweise habe ich nur so gut wie keine Bilder an diesem Wochenende gemacht.
Dann gibt es halt ein Wochenende mit viel Text und ohne Bilder. Kann man auch mal machen.

Der Samstag beginnt früh, sehr früh. 5 Uhr 15. Das ist früher als unter der Woche. Eine Stunde früher.

Hier könnte ein Foto von einem Wecker sein, der 5 Uhr 15 anzeigt. Leider habe ich vergessen, das zu fotografieren

Blöderweise habe ich mich verpflichtet, fünf Jugendliche zum Badmintonspielen an den Rand der Erdscheibe nach Vellmar zu fahren.
„Ich kann auch ohne Dich fahren. In zwei Minuten!“, ranze ich die Tochter an, die meine ersten zwei Weckversuche gekonnt ignoriert hat und leise vor sich hinschnarcht.
Wir sind trotzdem nur vier Minuten zu spät am Treffpunkt, was aber nicht weiter schlimm ist, da ich ja die Fahrerin bin.
Entgegen meiner sonstigen Gewohnheit verfahre ich mich kaum und 2,5 Stunden später sind wir da.
Auf meiner harten Holzbank schicke ich dem Sohn ein paar Übungsaufgaben für die Schule per Whatsapp, der muss nämlich gerade mal ein wenig Gas geben.

Hier würde sich jetzt ein Bild von einer einsamen Holzbank in einer Halle mit grünem Boden gut machen. Wer mag kann sich noch ein Handy, Zeitschriften und eine mitteldicke Frau darauf vorstellen

Ich selbst lese viel und lerne Spanisch auf Duolingo. Mir ist noch nicht ganz klar, wozu ich Sätze wie „Mi deseo es no matar más“ oder „Estoy en el programa de protección a testigos.“ oder „Ella sacó un cochillo“ brauchen werde.*
Aber „Tú no tienes ningún honor“ kann ich bestimmt mal anbringen. Vielleicht mal vor den Kindern fallen lassen. An den kann ich auf jeden Fall jetzt auf Spanisch bezüglich ihrer Ordnung rumzunörgeln: „Tienes que mantener tu habitación limpia!“
Blöd, dass die zwei kein spanisch sprechen. Aber irgendwas ist ja immer.

Naja, zwischendurch schaue ich natürlich den Kinder beim Spielen zu und coache die Tochter. Leider steckt ihr die Erkältung der letzten Wochen noch in den Knochen, aber ich habe sie schon lange nicht mehr spielen gesehen und bin überrascht, wie gut sie geworden ist.

Hier sollte jetzt ein Bild mit Badminton-Action sein, aber ich habe überhaupt keine Fotos gemacht.

Gegen fünf sind dann alle fertig und wir fahren nach Hause. Weil das Auto-Entertainmentsystem sich weigert, die Handies der anderen als Musiklieferanten zu akzeptieren müssen wir deshalb meine Playlist hören.
Und die kann echt was. Find ich. Da ist alles drauf von Oper über Oldie bis zu Ock und Op.
Die Kinder sind skeptisch aber irgendwann singen doch fast alle mit. Und dann verlieren wir irgendwie die Kontrolle und die Lautstärke lässt sich nicht mehr runterregeln.
Wie so Assos rasen wir „Atemlos durch die Nacht“ durch Kloppenheim und als ich anmerke, dass merkwürdigerweise alle bei Helene Fischer textsicher mitsingen können, erblicke ich im Rückspiegel kurz betretene Gesichter.

Hier wäre natürlich ein Foto von Helene Fischer im Cabrio schick. Hätte aber auch wenig mit der Wirklichkeit zu tun.

Zum Abendessen gibt es eine Dönerbox für den Sohn, der tatsächlich brav alle ihm gestellten Aufgaben erledigt hat, und für mich Gyros, Bifteki und Krautsalat. Ich esse nämlich seit ein paar Wochen so gut wie keine Kohlehydrate mehr. Dünner werde ich dadurch zwar nicht, aber ich gebe dem Experiment noch etwas Zeit, es macht mir nämlich tatsächlich nichts aus, auf Kohlehydrate zu verzichten.
Wer sich fragt, was die Tochter isst: Joghurt mit Himbeeren und Haferflocken. Ihr aktuelles Lieblingsessen.
Ich weiß auch nicht, wieso.

Ich habe tatsächlich ein Bild vom Essen gemacht, hatte aber keine Lust, es auf den Rechner zu laden und zu bearbeiten. Döner und Gyros halt. Kann man sich echt vorstellen!

Ich sehe es als meinen Erziehungsauftrag, den Kindern Filme aus dem bürgerlichen Bildungskanon nahe zu bringen, deswegen haben wir gestern mit James Bond angefangen.
Der Lieblingsmann hat sich von einem Freund die James-Bond-Gold-Trilogie zum Anfang ausgeliehen.
Gestartet haben wir bereits am Freitag mit „Goldfinger“, heute Abend geht es weiter mit „Der Mann mit dem goldenen Colt“.
Ja, ja, ja, die Filme sind erst ab 16. Das habe ich hinterher auch gemerkt.
Die Kinder sind aber jetzt angefixt, nur der Sohn bemängelt den zu häufigen und zu engen Umgang mit dem weiblichen Geschlecht. Den bemängel ich übrigens auch. Strenggenommen ist das schon bisweilen eine ganz schön sexistische Kackscheiße.

Hier könnte jetzt ein Bild mit drei James-Bond-DVDs sein. Muss man sich jetzt aber vorstellen, es ist nämlich total verwackelt und es sind auf dem Foto mehr Füße als James-Bond-Filme zu sehen.

Und täglich grüßt das Murmeltier: Diesmal müssen beide Kinder nach Vellmar, aber wir Eltern müssen sie nur aus dem Bett zerren und an den Bahnhof bringen. Fahren tun heute andere.
Ich schlafe einfach weiter und als ich aufwache, ist auch der Lieblingsmann zum Badminton verschwunden.
Ich bedanke mich kurz bei meinen abgenutzten Knochen und Gelenken dafür, dass ich nicht in irgendeiner stickigen Halle stehen muss sondern einfach machen kann, was ich will. Und das ist: Spanisch lernen, Ukulele spielen, ein wenig geriatrisches Rehasporteln, ein heißes Wannenbad und Lesen. Herrlich.
Irgendwann ist der Lieblingsmann wieder zurück und wir frühstücken gemütlich vor dem Fernseher und sehen uns ein wenig Wintersport an.

Fotos von mir beim Sport oder gar in der Badewanne will nun wirklich niemand sehen.

Der Rest des Tages verläuft unspektakulär. Ein bisschen spazieren gehen, viel zu starken Kaffee bei meinen Eltern getrunken, den sie mir als „besonders dünn diesmal“ angepriesen haben und dann macht der Lieblingsmann noch Rösti und Schnitzel selbst.

Aber halt, nein, wir haben endlich ein Ferienhaus für die Sommerferien gefunden und gebucht. Es geht nach Südfrankreich, irgendwo zwischen Provence und Côte Azur. Juhu!

Aber vorher geht es noch nach Spanien. Schon nächsten Freitag sitze ich im Flieger nach Madrid und verbringe dort ein Mädelswochenende mit mir, myself und I. Ich freu mich, das wird toll!
So, noch fünfmal schlafen, dann geht es los.
Wie ist es bei Euch? Habt Ihr schon den Sommerurlaub geplant? Wo geht es bei Euch hin?

Wer übrigens noch ein paar Wochenenden MIT Bildern sehen möchte, der sollte mal bei Große Köpfe vorbeischauen.


*Hier noch die Übersetzung der spanischen Sätze:

  • Ich möchte nicht mehr töten
  • Ich bin im Zeugenschutzprogramm
  • Sie zog ein Messer
  • Du hast keine Ehre
  • Du musst Dein Zimmer sauber halten

Mein Senf dazu

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