Taunus Wunderland, das ist unsre Welt


taunus-wunderlandIch war schon etwas verwirrt und wusste gar nicht so recht, wie ich mich auf einem fröhlichen Familienausflug verhalten soll, aber nach zwanzig Minuten kam dann doch das erlösende Gemaule meiner Tochter. Ein Ausflug ohne Meckern macht einfach nur halb so viel Spaß. Was diesmal Stein des Anstoßes war, habe ich leider schon wieder vergessen, aber es wird schon so etwas Fatales und Unerwartbares gewesen sein wie ein Rempler beim Autoscooter, ein Spritzer in der Wildwasserbahn oder die Weigerung der Eltern, für das Steuern elektrischer Boote noch extra zu bezahlen, wo uns der Eintritt doch nur zwanzig Euro pro Person gekostet hat. Vielleicht war es auch nur ein anderer Besucher des Freizeitparks, der irgendwie das Missfallen meines Kindes erregt hat. Andere Menschen sind aber auch wirklich lästig. Stehen in der Schlange vor einem, schnappen  einem das letzte Lieblingseis vor der Nase weg oder sind einfach da und stören. Glücklicherweise war das Wetter nicht so gut, da waren wir ziemlich alleine unterwegs und mussten nirgendwo lange anstehen.
Leider konnten wir nicht im Western-Zug vorne sitzen, weil zwei blöde Vierjährige da ein Dauerabo hatten. Naja, etwas befremdlich fand ich die Streckenführung rund um Galgen, Bestattungsinstitut und Friedhof sowieso. Eine Nominierung für Hessens schönste Bahnstrecken wird die Taunus-Wunderland-Bahn nicht bekommen. Außerdem hätte ich wahrscheinlich gar nicht durch den Tunnel gepasst.

Diesmal hatte ich glücklicherweise davon Abstand genommen, mit der Schiffsschaukel zu fahren und konnte aktiv an unserem Ausflug teilnehmen. Irgendwie sieht das von außen harmloser aus, als es ist. Auch wenn als Schimpfwort gebraucht, halte ich Schiffsschaukelbremser für einen ehrenwerten Beruf. Ich glaube, wenn diese Schaukel auch nur eine Sekunde später angehalten hätte, hätte ich lebenslanges Taunus-Wunderland-Verbot bekommen, weil ich aus dem Ding herausgekübelt hätte.
Dafür bin ich mit den Kindern unzählige Male Achterbahn gefahren. Den berüchtigten Taunus-Blitz. Jahaa. Mein Mann hat sich das nur einmal getraut. Er misstraut der Technik und vor allem den Technikern, die diese Dinger zusammen bauen. Wenn man sich die „Junger Mann zum Mitreisen gesucht“- Exemplare, die auf dem Rummelplatz so rumlungern, näher anschaut, dann finde ich seine Ängste allerdings auch nicht ganz aus der Luft gegriffen.
Aber wir haben den Taunusblitz überlebt und Lina hat ab der vierten Runde sogar ihre Augen geöffnet. Ich habe dann auch irgendwann das Schreien eingestellt, als ich gemerkt hatte, dass nur das mein Ausweg aus der Achterbahn sein kann, da Fritz so viel Spaß an  seiner Mama, der Kreischkanone, hatte.

Als die Kinder Haare und Gesicht komplett mit Zuckerwatte überzogen hatten, hat der gute Papa den Rest gegessen und da wir unseren generösen Tag hatten, haben wir den Kindern eine Runde Edelsteinschürfen spendiert und vier Minuten an der Schießbude. Mein Mann hat den Kindern genau erklärt, wie sie das Gewehr halten und zielen müssen, um die Figuren in der Bude zu irgendwelchen lustigen Aktionen zu veranlassen. Mit zwei Demo-Schüssen ins Schwarze untermauerte er seine Schießbuden-Expertise.
Lina hat wie immer aufmerksam zugehört und dann lässig wie John Wayne aus der Hüfte heraus geschossen. Als sie dummerweise nichts getroffen hat, hat sie die Technik umgestellt und ihrem Vater anschließend erklärt, wie das mit dem Schießen denn so geht.

Kurz vor Schluss haben wir dann tatsächlich ein Eckchen im Freizeitpark gefunden, wo man nicht permanent mit den gleichen Melodien zugedudelt wurde und auf dem Weg zum Auto hat ein anderes Kind Lina dann noch einen Stinkefinger gezeigt.
Glücklicherweise wurde dadurch ihr Gute-Laune-Level wieder auf Normalmaß gesenkt. Am Ende hätte sie sonst noch angefangen mit ihrem Bruder zusammen das Taunus-Wunderland-Lied während der Heimfahrt zu trällern.

5 Gedanken zu „Taunus Wunderland, das ist unsre Welt

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