#6Woerter Blogparade


Die liebe Anja von der Kellerbande hat eine Blogparade ins Leben gerufen. Sie fordert, dass man eine Geschichte schreibt, in der die sechs Wörter Haus, Schirm, Bär, Baum, Telefon und Schiff vorkommen. Da diese am 15.12. endet und dieser Tag zufällig mein Geburtstag ist, habe ich mich quasi verpflichtet gefühlt, daran teilzunehmen.
Mal sehen, ob ich diese sechs Wörter in einer Sandkuchen-Geschichte unterbringen kann:

Wir haben ja ein schönes Zuhause. Fast jeder hat ein eigenes Zimmer, die meisten sogar mit Heizung und immer häufiger sehen nicht alle Zimmer aus wie Kinderspielzimmer. Als wäre Mary Poppins mit ihrem Schirm herangeschwebt gekommen und hätte aufgeräumt.

schirm

Das ist nicht Mary Poppins. Aber zwei wunderschöne Schirme.

Aber obwohl wir so ein schönes großes und in weiten Teilen aufgeräumtes Haus haben, verbringen wir dort gar nicht so viel Zeit, wie wir könnten.
Wir machen nämlich ganz gerne mal Ausflüge und Kurzurlaube.

Mitte Oktober waren wir in der Star-Wars-Identitys-Ausstellung. Da standen sie alle rum. Alle Helden meiner Kinder. Die, die sie mehr lehren, als ich es je könnte. Es war toll. Zwei Stunden Museum (fast) ohne Meckern. Und wir haben es durch die letzte Halle, die fiese, die Merchandising-Halle geschafft, ohne irgendeinen der dort ausgestellten Schätze zu erwerben. Dabei hätte der Kuschel-Darth-Vader sich bestimmt wahnsinnig gut mit dem Stoff-Yoda und dem Stoff-Trooper verstanden, die nur darauf warten, dass jemand neues aus dem Star-Wars-Universum in Fritz‘ Bett einzieht.
Ich kann es immer noch nicht glauben. Ein ganzes Wochenende in einer fremden Stadt und kein Nippes mitgenommen, der zur weiteren Vermüllung der Kinderzimmer beiträgt. Kein plattgedrücktes Cent-Stück, keine Miniatur-Sehenswürdigkeit, noch nicht einmal ein Freundschaftsbändchen oder eine Souvenirtasche.
Naja. Bis halt auf Dori Dorinth. Der Bär, den uns das Hotel dann doch noch zum Abschied in zweifacher Ausfertigung aufgebundenen hat.

baer

Ungefähr so groß ist Dori Dorint auch in echt.

Manchmal machen wir aber auch Ausflüge von eher zweifelhafter Natur.
Für Höhe sind meine Kinder nämlich nicht so zu haben. Wenn man sie mal so richtig ärgern möchte, dann geht man mit ihnen in einen Kletterpark. Allerdings ärgert man sich damit auch selbst, da man unentwegt Diskussionen ausgesetzt ist, warum das Kind jetzt gleich in der unfassbaren Gefahr, in der es sich auf dem Baum befindet, umkommen wird. Wie gut, dass in diesen Hochseilgärten immer jemand zur Stelle ist, der so ein aussichtslos verklettertes Kind retten kann. Die Baumretter kommen sogar mehrmals.
Und das, wo doch jeder weiß, dass aus einem Baum gerettet zu werden, viel cooler ist, als selbst den Parcours zu vollenden.

baum

Aus diesem Baum wurde niemand abgeseilt. Aber schön ist er.

Was die Kinder im Gegensatz zu Höhe aber hervorragend vertragen – ganz im Gegensatz zu mir übrigens – ist Seegang. Einmal im Cluburlaub auf Mallorca hatte ich die abwegige Idee, eine Katamaran-Tour zu buchen, die als besonderes Feature Glasböden zum Fische beobachten hatte. Wenn es wirklich Fische gab, dann hatten sie an diesem Nachmittag immerhin genug zu essen. Dafür habe ich gesorgt.
Wenn ich nicht gerade über der Reling des Schiffs hing, dann lag ich auf einer Bank an Deck und litt still vor mich hin. Sorgsam bewacht von meiner knapp zweijährigen Tochter, die auf eben jener Bank ihrem damaligen Lieblingshobby nachging: Schaukeln.

boot

Ich kann jeden nur vor diesem Schiff warnen. Es sei denn, man schaukelt gerne …

Wenn wir nicht im Urlaub sind oder gerade einen Ausflug machen, dann besuchen wir sonntags meine Eltern.
Manchmal fällt mir auf, dass meine Kinder sehr viel von meinen Eltern haben. Fritz hat seine Vorliebe für Kuchen eindeutig von seinem Opa geerbt und Lina kommt in der Gewissenhaftigkeit, mit der sie Dinge erledigt, ganz nach meiner Mutter.
Und eine Sache gibt es, die machen Oma, Opa, Lina und Fritz genau gleich: Telefonieren.
Nämlich immer mit Lautsprecher. Die wissen gar nicht, wie man ein Telefon richtig halten muss, weil sie immer als allererstes die Lautsprecherfunktion einschalten.
Auf einer Nerv-Skala von 1 bis 10 findet sich „Telefonieren mit jemandem, der die Lautsprecherfunktion nutzt“ für mich auf der 12. Mindestens.
Ständig knackt es und knistert es in der Leitung und man versteht überhaupt nichts. Wenn ich meinen Vater am Telefon habe, dann quakt meine Mutter irgendetwas im Hintergrund, das ich nicht verstehe aber auch, wenn sie kurz danach das Telefon an sich bringen kann, weil mein Vater nach drei immer gleichen Sätzen fertig mit dem Telefonat ist, wird die Sprachqualität nur unwesentlich besser.

telefon

Dieses Exemplar haben wir im Museum gefunden. Jetzt wissen die Kinder endlich, warum dieses merkwürdige Hörer-Symbol auf jedem Handy ist.

Übrigens schlagen beide Kinder auch in der Kürze der Telefonate total nach meinem Vater. Mehr als drei Sätze, bestehend aus nur wenigen Wörtern, ist da nicht drin. Und der letzte der drei Sätze, aus denen ein Telefonat mit den drei genannten besteht, lautet immer: „Ich geb Dir mal die Mama.“

Und wenn ich nicht gerade auf einer Schiffs-Tour bin, dann gehe ich auch dran und ergebe mich geduldig wie ein Baum den Knackgeräuschen des Telefons. Wenn ich nur „Hmm“ wie ein Bär in den Hörer brummel, dann merkt auch niemand, dass ich dabei das Haus aufräume, weil Mary Poppins mal wieder nicht mit ihrem Schirm vorbeigekommen ist.

haus

Unser Haus. OK. Unser Wochenendhäuschen. Macht aber auch ein wenig Arbeit. Also wenn Mary Poppins mal vorbeikommen wollte?

10 Gedanken zu „#6Woerter Blogparade

  1. Pingback: #6Woerter oder die Bär-Schiff-Haus-Schirm-Baum-Telefon Blogparade of #cluewriting | Die Kellerbande mit Herz und Seele

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