Hamburg, Teil 3: Walking in a Mini-Wunderland


Den ersten Verzückungsschrei des Tages gebe ich am Morgen unter der Dusche von mir. Der Duschkopf leuchtet abwechselnd in allen Regenbogenfarben. Wie fancy ist das denn? Das brauchen wir unbedingt für zu Hause. Genauso wie ein Boxspringbett, auf dem wir so fantastisch geschlafen haben. Ob es auffällt, wenn wir das mitnehmen? Es gibt immerhin keine Badeschlappen oder Duschgelfläschchen, die wir einstecken könnten. Und irgendwas muss man doch mitnehmen, sonst war man nicht im Hotel. Das ist doch so ein Gesetz, oder?

farblicht-duschkopf

Bevor wir den zweiten Hamburgtag starten, stärken wir uns mit dem ganz hervorragenden Hotelfrühstück. Glücklicherweise bekommt mein Mann nicht mit, dass ich mit meinem Hintern den Tisch unserer Tischnachbarn abräume, sonst hätte der Arme vor lauter Kopfschütteln gar nichts mehr essen können.

hotelfruehstueck

Das ist, was ich fotografiert habe. Was noch folgt, lässt die Raupe Nimmersatt als anorektisches Suppenkasperle erscheinen. Allerdings warte ich immer noch darauf, dass aus mir ein schöner Schmetterling wird. Esse ich halt weiter. Manchmal muss man ja nur geduldig sein.

Nach dem Frühstück geht es erst mal in die Stadt zum Shoppen. Wie bereits im letzten Teil erwähnt, habe ich ja nur vier Paar Schuhe eingepackt. Das ist natürlich etwas wenig und kann so nicht bleiben.
Und es gibt in Hamburg viele tolle Läden

tropenshop

und schicke Schaufensterpuppen

schnurrbart-schaufensterpup

Wie beim Shoppen so üblich, jammert der Mann nach kurzer Zeit. Muss aufs Klo, Füße tun weh, langweilig. Als Frau kennt man das und hat Übung darin, das Gemaule zu ignorieren. Aber wie natürlich ebenfalls üblich, findet der Mann sofort etwas, was er gebrauchen kann und ich muss mich am Ende doch mit den mitgebrachten Sachen begnügen, etwas Neues gibt es für mich heute nicht.

Dafür bekommen wir wieder beeindruckende Impressionen von Hamburg: Es gibt hier Minecraft-Bäume. Die Kinder wären begeistert. Aber ätsch, die sind ja gar nicht mit.

minecraft-baeume

Ob die Minecraft-Bäume wohl auch in der offiziellen Hamburger-Baum-Statistik geführt werden?

Wir marschieren wieder nach Hause, da der Foto-Akku leer ist und niemand den Ersatz-Akku eingepackt hat. Außerdem möchte der fußwehe Göttergatte die Treter austauschen, das Gehen bereitet ihm zusehends mehr Schmerzen. Ich habe das Gefühl, als würde ich neben einem Profifußballer spazieren gehen, der fürs Schwalben machen trainiert. Ich erinnere ihn daran, dass er mir letzte Woche erklärt hat, dass er gerne mal einen Wanderurlaub machen würde. Ich denke, die Kinder können fürs Erste aufatmen.

Ein kurzer Anruf bei eben diesen ergibt, dass alle wohlauf sind. Einschließlich der elektronischen Geräte, obgleich diese in Dauergebrauch sind. So richtig sprechen möchte keines der Kinder mit uns. Aber offensichtlich ist es dem Opa gelungen, das Fremdschläferkind wieder abzuholen.

Danach machen wir uns in anderen Schuhen auf zu unserem nächsten Ziel.

Am zweiten Tag erscheint uns Hamburg gar nicht mehr so groß. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass wir uns im Miniatur-Wunderland befinden.
Hier gibt es erst mal ein Wunder für mich

wunderkaffee

und die Erkenntnis, dass wir unseren Akku auch hier hätten aufladen können.

akkuladestation

Wir sind in einem Zauberland. Ich glaube, man könnte eine Woche hier drin bleiben und hätte immer noch nicht alles gesehen. Die ganzen liebevollen kleinen Details, die Szenen, die man beobachten kann, die Autos, die wie von Zauberhand fahren, der qualmende LKW und natürlich die Flugzeuge, die in den Wolken verschwinden, um dann irgendwann unter lautem Getöse wieder zu landen. Ach, und Modell-Eisenbahnen gibt es auch.

Gut, dass wir den Sohn nicht mitgenommen haben. Hier im Knöpfchen-Paradies wäre er sicherlich ausgeflippt und der Drückfinger am Ende wund gewesen.

knoepfchen-paradies

 

verkehr-im-miniaturwunderla

Ganz schön viel Verkehr heute

 

spielplatz-szene

Gemein! Wenn ich Fotos mit der Kamera mache, sehen die nie so gut aus.

Wir schlendern durch die Schweiz, Skandinavien und Las Vegas. Und haben das Gefühl, dass wir im Nu da waren, obwohl zwischendurch drei Tage vergangen sind.

lasvegas-bei-nacht

mondlandung

Hab ich mir doch schon immer gedacht. Hier ein Beweisfoto

 

Der Lieblingsmann kommt doch noch ins HSV-Stadion. Die Mannschaft ist da, obwohl doch heute ein Auswärtsspiel ist. Gleichzeitig erreicht ihn die Info, dass der HSV in Hannover gewinnt. Kann ein Tag schöner sein?

hsv-stadion

In anderen Stadien erleben wir ein Helene-Fischer-Konzert und eins von DJ-Bobo. Kulturelle Hochgenüsse auf so wenigen Quadratmetern.

Obwohl gar nicht in den Medien darüber berichtet wurde, finden doch bereits Konzerte in der Elbphilharmonie statt. Wir hören Beethovens 9. Sinfonie. Und jetzt wundern wir uns auch nicht mehr über die explodierten Baukosten. Ich finde, 900 Millionen sind ein Schnäppchen für die beeindruckende Aufklappautomatik.

mini-elbphilharmonie.png

Highend-Ingenieurskunst. Und meine neuen Freunde Stuart und Kevin wohnen auch hier (Mitte rechts) – wenn sie nicht gerade mit mir vor dem Rathaus kuscheln.

Aber nicht nur auf der Ausstellungsfläche gibt es tolle Dinge zu sehen; auf der Damentoilette entdecke ich einen Wasserhahn, mit dem man sich auch die Hände trocken föhnen kann. So einen will mein Mann gerne haben. Ich bin da nicht ganz so überzeugt. Aber vielleicht passt er gut zu dem beleuchteten Duschkopf, den es demnächst bei uns gibt. Kchkchkch.

dyson-wasserhahn

Auch unbedingt für zu Hause brauche ich dieses fantastische Feature:

fragomat

Allerdings fürchte ich, dass ich hier nicht alle Antworten auf die dreißig Millionen+ Fragen meines Sohnes vorhalten kann. Und auch die Antworten auf die „Wo ist denn mein …?“-Fragen meiner Tochter könnten schwierig werden. Wobei, eigentlich reicht dafür ein Knopf: „Schau in deinem Zimmer. Irgendwo in der Unordnung wird es schon liegen“.

Im Souvenirshop sind die Schokoweihnachtsmänner reduziert:

weihnachtsmann-angebot

Gut, dass der Lieblingsmann HSV-Fan ist. Schokonikolaus gab’s trotzdem keinen.

Und auch das Tyrannenquartett haben wir dort gelassen. Was soll das bitteschön für ein Tyrannenquartett sein, wenn die schlimmsten fehlen? Zumindest konnten wir unsere Kinder nicht in den Karten entdecken.

tyrannen-quartett

Überwältigt von den ganzen Eindrücken und gehandicapt durch die lahmen Füße, schleppen wir uns in die Hafencity und genießen die letzte traumschöne Nachmittagsstunde im Sonnenschein bei Kaffee und Tee auf einem Segelschiff, bevor wir essen gehen und uns ins trubelige Hamburger Nachtleben stürzen.

takelage

Schon wieder eine Folge rum. In der nächsten Folge gehen wir aber wirklich zu Tim Mälzer essen und trauen uns danach auf die Reeperbahn. Ob es da wohl neue Schuhe für mich gibt? Und warum sind dort so viele Gruppen gleichförmig uniformierter Menschen unterwegs? Trifft uns dort am Ende ein Fluch? Und was ist das für ein Stöhnen, das aus unserem Hotelzimmer kommt?
Die Antworten darauf folgen demnächst hier.

Wer die ersten Folgen verpasst oder schon wieder vergessen hat, kann sie hier nachlesen:

Hamburg, meine Perle: Jetzt geht’s los!

Hamburg, Teil 2: Hoppe, hoppe Bus

 

Mein Senf dazu

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