Abgebrannt


Dieser Beitrag enthält Werbung, aber lest ruhig trotzdem weiter.
Heute reise ich mal in die Vergangenheit. In eine Zeit, in der es hier noch fast keine Kinder gab, in der ich sehr ängstlich war und mir ständig um alles Sorgen gemacht habe. Eine Zeit, in der ich mich aber auch ständig über unsinnige Sachen geärgert habe, über Dinge, die bei näherer Betrachtung nichtig waren, oder nur in meiner Wahrnehmung existiert haben.

Der Lieblingsmann ist über Nacht weggefahren und hat sich nicht gemeldet? Da ist bestimmt etwas Schreckliches passiert! Das Telefon klingelt – jetzt kommt der Anruf von der Polizei, dass er verunglückt ist. Wie, Du rufst jetzt an? Weißt Du, was ich mir für Sorgen gemacht habe? Du brauchst gar nicht mehr nach Hause kommen!
Jetzt bin ich seit drei Tagen mit dem Studium fertig und habe noch keinen Job – Oje, ich werde bald unter der Brücke schlafen müssen. Keiner will mich, ich kann nix und zu blöd bin ich sowieso.
Was ist denn eigentlich mit diesem Leberfleck? War der da schon vor fünf Minuten? Ich muss das ganz dringend vom Arzt abklären lassen!

Ja, genau so war ich. Ich will nicht behaupten, dass sich Anteile davon nicht immer noch manchmal bei mir zeigen, je nach Tagesform mal mehr, mal weniger, aber wenn ich mir das damalige Ich mit meinem heutigen Ich vergleiche, dann würde ich tatsächlich von zwei verschiedenen Menschen sprechen wollen.

Aber was ist passiert? Was hat das Ängstliche, Zweiflerische in mir zurückgedrängt?
In erster Linie Zeit und Erfahrung. Also das, was man gemeinhin auch mit „Das Leben“ beschreiben kann.
Einen konkreten Auslöser gab es allerdings auch. Ein Startschuss, der mich dazu gebracht hat, Dinge entspannter zu sehen und das Positive in beschissenen Situationen zu erkennen.

Stellt Euch also jetzt mal die Frau Sandkuchen am 30.8.2004 vor. Vollzeit berufstätig, natürlich viel jünger als jetzt, aber eine ganz schöne Kugel schiebt sie vor sich her, es dauert nämlich nicht mehr ganz drei Monate, da wird ihr erstes Kind zur Welt kommen. Das Haus haben sie und der Lieblingsmann in den letzten Jahren unter großem persönlichen Einsatz saniert und renoviert, sind monatelang durch Möbelhäuser und Dekoläden geschlendert und haben ein richtig gemütliches Zuhause geschaffen.
Erst in der letzten Woche ist das Kinderzimmer fertig geworden. Die alten Möbel des Arbeitszimmers sind weggekommen, dafür gibt es da jetzt eine Wickelkommode, den Stubenwagen mit dem Mobile darüber, ein paar Stofftiere liegen auch schon darinnen. Die Wand haben sie gestrichen und mit einer bunten Janosch-Bordüre verziert. Der Bär und der Tiger natürlich. Mit der Tigerente. Die steht auch im Regal.
Als diese Frau Sandkuchen 2004 also an diesem Abend nach Hause kommt, sitzt der Lieblingsmann fröhlich auf der Treppe und streicht diese mit Rostschutzfarbe. Das letzte, was an diesem Familienzuhause noch zu tun ist außer natürlich dem Dach, das morgen fertig neueingedeckt sein wird. Sie glaubt, ihr Mann macht einen Scherz, heute ist schließlich der erste Hochzeitstag, den kann er doch unmöglich vergessen haben. Steht doch im Ring. Dem einen, der ihn knechtet, wie er gerne scherzt.
Doch der Lieblingsmann kann erste Hochzeitstage vergessen und die Frau Sandkuchen kann sich sehr darüber aufregen. Auch am nächsten Tag kocht sie noch vor Wut, beim Pendeln in der Bahn findet sie keinen Sitzplatz als Schwangere und schreibt eine Beschwerde-E-Mail. An Hartmut Mehdorn persönlich.
Dann kommt sie nach Hause. Warum ist denn da eine rote Plane auf dem Dach? Sind die Dachdecker doch noch nicht fertig geworden?
Aufgeregte Stimmen kommen ihr entgegen: „Es wird alles wieder gut.“ Irgendwann versteht sie etwas wie „Es hat gebrannt“ und „vermutlich beim Löten der Regenrinne oder Schweißen der Dachpappe“ und „Dachstuhl, Decke eingestürzt und dann das ganze Löschwasser.“ „Unbewohnbar“ hört sie auch noch.

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Na, wer hat ihn erkannt? Während der damals amtierende Oberbürgermeister im Hof stand und zuguckte, hat unser aktueller Oberbürgermeister innen mit Hand angelegt. Vielen Dank, Sven Gerich! Und natürlich alle anderen Feuerwehrleute, die den Brand gelöscht und somit Schlimmeres verhindert haben.

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Einen Monat wohnen sie im ehemaligen Kinderzimmer des Lieblingsmanns. Wieder bei den Eltern eingezogen. Die Schwiegermutter wäscht die Wäsche und schneidet die Etiketten aus den Unterhosen. Soll ja nicht kratzen.

Aber wo sollen Maria und Joseph denn hin? Wer vermietet einem denn ein Wohnung, der vielleicht ein halbes Jahr bleiben möchte? In welche Krippe sollen sie denn das Baby legen?
Aber dann finden die werdenden Eltern eine Übergangswohnung. Ein Wort, das sich so schrecklich anhört, wie es ist. Ein paar Möbel nehmen sie mit, aber vieles muss da bleiben oder gibt es ja gar nicht mehr. Das Klavier, auf dem die Frau Sandkuchen doch so gerne so viel spielen wollte, wenn sie endlich im Mutterschutz ist. Das riesige gemütliche Sofa, sand et marron, war teuer, das haben sie sich geleistet und jetzt steht es traurig in dem Raum, der bisher das Wohnzimmer war und riecht nach Rauch.
Und was ist mit dem Kinderzimmer? In der Übergangswohnung gibt es kein Kinderzimmer. Die Wohnung besteht aus einen Raum. Er ist groß. Tanzen kann man darin. Aber wie kriegt man den gemütlich? Dieser abgenutzte Teppich. Verlegeware nennt man das auch. Da will man sich nicht drauf legen, an die Decke starren und träumen.
Eine Badewanne, in die man sich entspannt reinlegen kann und spüren, ob das wirklich Wehen sind, gibt es da auch nicht. Nur eine enge Dusche. Und Waschmaschinen, die man sich mit anderen Mietern teilen muss. Aber dafür niemanden, der einem die Etiketten aus den Unterhosen rausschneidet.
Das Baby kommt trotzdem zur Welt. Und obwohl alles so anders ist, als die beiden es sich vorgestellt haben, ist alles an diesem Baby dran. Es ist wunderschön, es ist super anstrengend für die Frau Sandkuchen so alleine im Wochenbett, weil der Lieblingsmann tagsüber weg ist, er arbeitet jetzt ja nicht mehr gegenüber, sondern muss immer mit dem Auto zur Arbeit fahren. Und abends sucht er dann lange nach einem Parkplatz.

Aber die Zeit geht vorbei. Nach einem halben Jahr können der Lieblingsmann, die Frau Sandkuchen und das kleine süße Baby endlich wieder in ihr richtiges Zuhause einziehen. Zurück zum Klavier, zurück zu den liebevoll ausgesuchten Möbeln, zurück in die Nachbarschaft mit dem Rhein und dem großen Park gleich um die Ecke und dem Parkplatz im Hof.

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Seit diesem ersten Hochzeitstag haben der Lieblingsmann und vor allem auch die Frau Sandkuchen noch so einige Hochzeits- oder Kennenlerntage vergessen. Aber niemals wieder hat sich einer von beiden ernsthaft deswegen aufgeregt.

So enden normalerweise Märchen. Und irgendwie fühlt sich das auch wie ein Märchen an.

Aber all das ist wirklich so passiert. Es war eine furchtbare Zeit, aber wenn ich heute zurückblicke, sehe ich nur die Dinge, die mich gestärkt haben. Und ich sehe nur die Dinge, die sich vielleicht damals in der Situation doof angefühlt haben, aber jetzt schreiend situationskomisch sind. Wie führt man Gespräche über Wäscheschilder in Schlüpfern? Da hat das Sofa den Brand überlebt, bei anschließenden Lüften hat dann ein Eichhörnchen alle Kissen angeknabbert. Immerhin hat es uns zwei Nüsse da gelassen. Und Hartmut Mehdorn hat sich übrigens nie persönlich bei mir entschuldigt.

Seit dem Brand haben wir Lautsprecher in der Decke, daran hatten wir vorher gar nicht gedacht. Das Esszimmer hat seit dem die Farbe, die uns wirklich gefällt, und nicht dieses fiese Zitronengelb, das uns der Mann im Farbladen freihand angemischt hatte, weil das Farbmischgerät gerade kaputt war.
Und die liebevoll ausgesuchten Möbelstücke und Dekokissen, auf die der Dachstuhl heruntergebrochen war und die total verraucht waren, stehen übrigens immer noch da, weil der Mann von der Versicherung dafür gesorgt hat, dass die Einzelstücke, in die wir uns da verliebt hatten, abtransportiert und von einem Brandsanierer tadellos behandelt und restauriert wurden.
Überhaupt die Versicherung. Einen großen Anteil daran, dass alles so gut ausgegangen ist, hat nämlich unsere Hausratversicherung. Das Gefühl, das uns vermittelt wurde „wir kriegen das hin, es kann zwar etwas dauern, aber an uns wird es nicht liegen, machen Sie sich keine Sorgen“ hat in dieser Zeit sehr geholfen.
Man kann nicht alles absichern, aber man kann einiges absichern und der Hausrat gehört auf jeden Fall dazu und das für kleines Geld. Ich bin ein sehr sicherheitsbedürftiger Mensch und habe sehr viel abgesichert. Und wenn ich eine Versicherung niemals in Anspruch nehmen muss, dann ärgere ich mich niemals über vermeintlich umsonst ausgegebene Beiträge, sondern ich bin dankbar für das Gefühl von Sicherheit, das ich in all dem Unsicheren um mich herum vermittelt bekomme. In dem Moment kann ich das nämlich auch an andere weitergeben.

Unsere Haushaltsversicherung hat uns übrigens noch weitere Male sanft aufgefangen, wenn auch glücklicherweise nicht mehr in dem Umfang wie nach dem Brand.
Allerdings zahlen Haushaltsversicherungen nicht, wenn man das unabgeschlossene Fahrrad aus einer offenen Garage geklaut bekommt und das auch noch genau so bei der Polizei zu Protokoll gibt. Dann schüttelt der Versicherungsvertreter nur ernsthaft bedauernd mit dem Kopf und man fragt sich, ob er das tut, weil er einem wirklich gerne geholfen hätte, oder weil ihn die Blödheit seines Klienten wie ein Faustschlag ins Gesicht getroffen hat.
Aber das ist eine andere Geschichte.


Facts & Figures

Diese Geschichte hat freundlicherweise die CosmosDirekt.-Versicherung finanziert. Erlebt und geschrieben habe ich sie selbst.

Auf der Beitragsrechnerseite der CosmosDirekt.-Versicherung findet man sehr übersichtlich und um Klassen verständlicher und lesbarer als im zehn Kilo schweren Papier-Anhang in Siebenpunkt-Schrift analoger Versicherungsverträge Informationen über versicherte Dinge und worauf man beim Abschluss einer Hausratversicherung achten sollte. Den Link zum Beitragsrechner findet Ihr hier: https://www.cosmosdirekt.de/hausratversicherung/beitrag-berechnen/

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