Ein Wochenende in Bildern auf Badmintonfreizeit


Einmal im Jahr fahre ich als Betreuer mit auf eine Badmintontrainingsfreizeit für Kinder und Jugendliche. Dieses Wochenende ist es mal wieder soweit, bzw. eigentlich befinde ich mich schon seit Donnerstag auf eben dieser Trainingsfreizeit, die aber mit Freizeit tatsächlich eher soviel gemeinsam hat wie ein Wellnesshotelaufenthalt mit Erholung, wenn man ein Kleinkind dabei hat.

Dieses Jahr geht es nach Bad Honnef. Zumindest habe ich das jedem erzählt, der gefragt hat. Der Bus hat dann in der Sportschule Hennef gehalten und die 42 Kinder und sieben Betreuer, die mit mir drin saßen, rausgeworfen. Nun ja.

Was Geographiekenntnisse angeht, spiele ich wohl in einer Liga mit Andi Möller. Sein legendärer Spruch verschönert den Beckenrand des Schwimmbads.

Der Samstag startet ähnlich wie der Freitag aufgehört hat: verregnet.

Aber dafür ist das Frühstück super. Wie eigentlich das ganze Essen hier.

Weil es zu nass ist für draußen baue ich meinen Rumpfstabi-Kraftparkours halt in der Halle auf. Die Kinder freuen sich sehr. Und weil sie ihn so unmotiviert mitmachen, dürfen sie zeigen, dass sie sich in einer zusätzlichen Runde noch steigern können. Im Quälen spiele ich in einer Liga mit Felix Magat.

Dabei ist das Laufen über das Gelände hier eigentlich schon Training genug. Gefühlt geht hier jeder Weg bergauf. Und weil man sich zwischen all den anderen Sportlern keine Blöße geben will, lässt man auch den Fahrstuhl links liegen und läuft halt die drei Stockwerke bis ins Zimmer. Sechs bis acht Mal am Tag.

Am Nachmittag geht’s ins Schwimmbad. Ich teile mich in die Freibadgruppe ein und es ist tatsächlich herrlich. Obwohl ich freiwillig unter solchen Wetterbedingungen (22 Grad, bewölkt) nie auf die Idee käme, draußen im ungeheizten Becken zu schwimmen. Leider komme ich auch nicht auf die Idee, mich bei diesem Wetter mit Sonnencreme einzureiben.

Danach ist ein Programmpunkt an der Reihe, den es bisher so noch nie auf einer dieser Trainingsfreizeiten gab: Die Kinder dürfen sich selbst beschäftigen, sprich, sie haben Freizeit.

Das beste daran ist, dass das bedeutet, dass die Betreuer auch Freizeit haben!

Ich nutze diese weise und lese ein Kapitel „Candide“ und blättere im Wien-Reiseführer. Da will ich nämlich hin, weil Rom erst einmal nicht klappt. Irgendjemand Tipps?

Nach den Abendessen sind wir wieder in der Halle zum badmintonspezifischen Training. Die Tochter schwächelt etwas und klagt über Bauchweh und Fieber, was mangels Thermometer aber nicht nachgewiesen werden kann.

Als alle spielen dürfen wie und gegen wen sie wollen, gibt es eine wundersame Blitzheilung.

Übrigens habe ich bisher unterschlagen, dass beide Kinder mit dabei sind. Aber hier bin ich ja nicht die Mama, sondern „Trainerin Verena“. Bin ich zwar gar nicht, habe keinen Trainerschein, aber dafür bin ich irgendwie die Mutti der Kompanie: „Krieg ich ein Pflaster?“, „Ich hab Heimweh“, „Was gibt es heute zu essen?“, „Wie spät ist es?“ oder „Hast Du eine Schwimmbrille für mich dabei?“ ist nur eine kleine Auswahl der Fragen, die ständig an mich gerichtet werden. Aber solange ich niemandem den Hintern abputzen muss oder mir alle Ihre Essensreste auf den Teller kippen ist ja alles gut.

Übrigens bin ich hier nicht nur die Uschi fürs Krafttrainingsprogramm sondern auch die Handy-Einsammelbeauftragte und somit ungefähr genau so beliebt hier bei den Kindern wie Donald Trump beim Rest der Welt

Die Teambesprechung der Betreuer geht bis 0:30 Uhr. Uff!

Auf den 142 Stufen bis zu meinem Bett feiern haufenweise Nacktschnecken eine Party. Seit diese Viecher meine handaufgezogenen Kohlrabi- und Rosenkohlpflänzchen ratzeputz weggefressen haben, fühle ich mich bei deren Anblick wie Michael Douglas in „Falling down“. Zwischendrin gibt es ein paar schwarz-grau getigerte. Ich habe gehört, die würden die braunen fressen. Ob ich ein paar mitnehmen soll?

Am nächsten Morgen habe ich Zimmerräumdienst. Um 7:15 Uhr. Bis zum Frühstück um 7:45 sollen alle Zimmer geräumt sein. Klappt so mittel.

Immerhin muss ich als Betreuer nicht meine Tasche tragen. Das übernehmen freundlicherweise ein paar Kinder. Ich glaube, es war die Strafe für eine Deoschlacht. Ein Hoch, dass es immer ein paar Quatschköpfe in jeder Gruppe gibt.

Zum Mittagessen gibt es diesmal anscheinend nur ein Gericht zur Auswahl, auf jeden Fall haben alle anwesenden Sportler Currywurst und Pommes auf dem Teller.
Nur ich alter Streber mal wieder nicht. Ich esse Salat. Oder ich fotografiere einfach geschickter nur Ausschnitte …

Auf der Heimfahrt stehen wir erstaunlicherweise überhaupt nicht im Stau und kommen sogar noch an einem Autobahnschild vorbei, das nach Bad Honnef weist. So schließt sich der Kreis, würde ich sagen.
Der Busfahrer hat seine beiden Kinder dabei. Das nenne ich mal Vereinbarkeit.

Ein weiterer Kreis schließt sich, als mir der Lieblingsmann zurück daheim seine Brille präsentiert.
Und zwanzig Nacktschnecken hat er aus dem Garten entfernt. Vermutlich aber ohne seine Falling-Down-Michael-Douglas-Brille.
Wenn ich einmal nicht da bin, um ihm zu sagen, dass die Brille im Bett nichts verloren hat …

Dafür hat er Abendessen eingekauft und vorbereitet. Es wird lecker gegrillt. Der Sohn macht zur musikalischen Untermalung einen von ihm aktuell sehr geschätzten Oldie-Mix an. Man hört Rick Astley, AHA, Simple Minds und Midnight Oil. Da brennen die Betten.

Weitere Wochenenden in Bildern gibt es wie immer auf Geborgen wachsen.
Für nächstes Wochenende ist hier endlich einmal nichts geplant. Das habe ich wirklich sehr nötig, auch wenn die letzten Wochen sehr voller Leben und wunderschön waren, aber ein bisschen Pause tut eben auch mal gut.

Hier wird jetzt noch Tatort geschaut und ich hoffe, dass ich nicht nach fünf Minuten eingeschla


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