denkst-tasche-karte

#denkst: Unter Bloggern in Nürnberg


Seit Anbruch der Kindergartenzeit werden wir als Familie überwacht.
Nichts entgeht Kindergärtnerinnen oder Lehrerinnen. Am Anfang jeder neuen Woche werden die Kinder darüber ausgehorcht, was sie denn am Wochenende so gemacht haben.
Bei Lina gab es diese Stasi-Hausaufgabe immer übers Wochenende, da hatte ich noch einigermaßen Kontrolle darüber, welche Details aus unserem Familienleben den Weg in die Öffentlichkeit schaffen.
Inzwischen dürfen hier übers Wochenende allerdings keine Hausaufgaben mehr aufgegeben werden, somit ist es ganz allein Fritz überlassen, in welchem Licht er unsere Familie schillern lassen möchte.
Und ich fürchte, das ist in der Regel kein besonders hell leuchtendes.
Eher so ein funzeliges Energiesparbirnchen kurz vor dem ewigen Verlöschen.
Ich glaube, in den Augen der Lehrerin sind wir eine Vorzeige-Asso-Familie, die vermutlich die Vorlagen für diese ganzen Scripted-Reality-Formate bietet, die auf den einschlägigen Sendern nachmittags rauf und runter gedudelt werden.
Dabei hätte er vom letzten Wochenende wirklich viel zu erzählen gehabt.

Wir waren nämlich in Nürnberg. Ich war auf der denkst, einer Konferenz für Familienblogger, und weil ich fantastischer Weise zwei Übernachtungen für die ganze Familie gewonnen habe, durften die übrigen Wagenpfeilchen auch mit.
Das Hotel war toll: mit kleinem Pool und Saunabereich und vor allem W-LAN. Überlebenswichtig für meinen Mann und Lina, die den halben Samstag im Hotel verbracht und den Scharlach, den sich das Töchterlein kurz zuvor eingefangen hatte, mit antibiotischem Saft, Handy spielen und Chillen bekämpft haben.
Fritz durfte mit mir mitkommen und hat sich in der fantastischen Kinderbetreuung mit dem i-pad vergnügt. Und natürlich ab und zu an der corporate-design-konformen Candybar genascht.

blau-gelbe-candybar.png

Candybar auf der #denkst in blau-gelb!  ❤

Am liebsten wäre ich selbst in der in der Kinderbetreuung geblieben. Das war so toll da! OK, fürs Bällchenbad ist Fritz vielleicht schon etwas zu groß, aber den Mini-Tischkicker und die Mini-Tischtennisplatte hätte er gut nutzen können. Aber mein Sohn hatte nur Augen für das blöde Elektro-Ding. Immerhin musste er nicht alleine spielen. Ruckzuck hatte er ein paar interessierte Mitinsassen um sich versammelt, die ihm dabei zugesehen haben, wie er als Punkt andere Punkte im Zeitlupentempo auffrisst. Gähn.

Hier jetzt eine Zwischenüberschrift, das macht man nämlich so (glaub ich)

Auf der Bloggerkonferenz gab es viele, sehr interessante Vorträge, bei denen ich viel gelernt habe. Ich überlege noch, ob ich den Schwerpunkt meines Blogs künftig auf Yukkapalmen legen sollte, da das anscheinend doch mehr Menschen interessiert, als mal gemeinhin so annimmt. Und so wie es aussieht, sind Bilder im Blog wohl wirklich sehr wichtig, es sei denn man heißt Patricia Cammarata alias Das Nuf und ist irre bekannt und erfolgreich. Diese tolle Frau hat nämlich auch einen Vortrag gehalten und als ich sie hinterher darauf angesprochen habe, habe ich so ein wirres Zeug zusammengestammelt, dass sie mich vermutlich jetzt für total bescheuert hält.
Generell war ich an diesem Tag wirklich spontan wie ein Baum und witzig wie ein hauptamtlicher Elternvertreter. Also eigentlich wie immer.

Immerhin habe ich das Nuf erkannt. Was man von den ganzen anderen Bloggern, die dort rumgelaufen sind, nicht behaupten kann. Ich hatte mich total darauf gefreut, ganz viele kennen zu lernen und mich näher mit ihnen zu unterhalten, dabei aber nicht bedacht, dass die ganzen Leute gar nicht so aussehen, wie auf ihren Comic-Twitter-Avataren.
Das in Kombination mit meiner Gesichtsblindheit mittleren Grades ist nicht die beste Voraussetzung, um mit Menschen, die man nur lesenderweise aus dem Internet kennt, ins Gespräch zu kommen. Vor allem wenn man gar nicht so genau weiß, wer alles da sein wird.

Auf diesem großen Elternblogger-Betriebsausflug sind sich also alle in die Arme gefallen, waren vorher schon zusammen die halbe Nacht durchzechen und hatten sich schon gefunden, nur ich stand etwas blöd herum.
Aber ich hatte immer schon ein wenig Probleme, in solche Mädchencliquen reinzukommen.
Bereits in der Schule war ich die, die eher mit den Jungs abgehangen ist. Aber wenn bei einer Veranstaltung 95 % Mamablogger anwesend sind, sind das nur bedingt gute Voraussetzungen.
Als im Anschluss an die denkst im Internet ein mittelschwerer Zickenkrieg im Mama-Bloggiversum ausgebrochen ist, war ich dann aber schon ganz froh, dass ich mir das als neutraler Beobachter anschauen konnte.
Und darüber, dass man sich über W-LAN nicht an den Haaren ziehen oder anspucken kann.

Mal wieder Zeit für eine Zwischenüberschrift

Ich bin aber trotzdem mit einer Hand voll lieber und toller Frauen ins Gespräch gekommen, zum Beispiel mit Laura von Heute ist Musik oder Cosima von Landfamilie. Silke R. Plagge und Christine Finke haben mir sogar angeboten, mal über meinen Blog zu schauen und mir Tipps zu geben, wie ich drum rum kommen kann, über Yukkapalmen zu schreiben. Zumal ich mich da wirklich nicht gut auskenne oder gar interessiere. Unsere Pflanzen daheim sind so grün, weil ich regelmäßig Geld in Neuerwerbungen investiere.
Ich weiß noch nicht, ob ich mich wirklich traue, mich bei diesen beiden erfahrenen und sehr sympathischen Journalistinnen und Bloggerinnen zu melden.

Ansonsten hätte ich unbedingt Hermines Zeitumkehrer gebraucht, um alle Vorträge hören zu können. Ein paar, die mich wirklich sehr interessiert hätten, habe ich leider verpasst, genauso wie das Mittagessen und die Kaffeepause, aber dafür habe ich am Bentobox-Workshop der wundervollen BerlinMitteMom und der zauberhaften Elfenkind Berlin, die gemeinsam den Blog Lunchbox Diary betreiben, teilgenommen.

brote-schmieren.png

Brote schmieren mit @berlinmittemom auf der #denkst. Toll!

Zusammen haben wir Boxen mit den allerliebsten Kleinigkeiten gefüllt, die (nicht nur) Kinderherzen höher schlagen lassen. Es gab Ausstecher in Puzzleteil-, Auto, Herzchen- oder Sternchenform, Formmodels, mit denen man Brote in die Form eines Pandabären pressen kann oder hartgekochte Eier in kleine Hello-Kittys verwandeln kann.
Und das war alles superschnell und supereasy – wenn man ein zehnköpfiges Schnippel- und Aufräum-Team zur Verfügung hat.

Am Ende dieses wirklich sehr inspirierenden Workshops blieben für mich nur zwei Fragen offen:
Wird mein Mann es schaffen, diese neuen Anforderungen umzusetzen? Er ist bei uns nämlich der Pausenbrotverantwortliche.
Und: Sieht der Schimmel auf so herzallerliebst zubereiteten  Brotboxinhalten nach sechs Wochen Sommerferien im Ranzen hübscher aus?

bentobox

Und so sehen jetzt immer die Brotboxen für die Kinder aus, wenn ich sie machen. Blöd für die Kinder, das Brote schmieren der Papa macht. Aber irgendwas ist ja immer.

Jetzt brauche ich nur noch auch die tollen Schuhe, die Anna beim Brote schmieren anhatte. Aber solange ich die nicht habe, kann ich alles, was bei mir nicht hübsch und stylisch und „einfach so liebevoll natürlich“ aussieht, auf das falsche Schuhwerk schieben.

Genau, so werde ich das machen! Ich Ausreden-Genie!

Geschenke!

Wie bei einer guten Party üblich, gab es am Ende für jeden ein Tütchen mit Geschenken. Mit tollen Geschenken übrigens, nicht mit Kaugummi, der nach dreimal kauen zäh wie eine Schuhsohle ist, oder mit Plastikrotz, der nie richtig funktioniert und sich in den Schubladen festsetzt und dort nie den Weg wieder raus findet. Oder Süßkram, in dem sämtliche E-Nummer, die das Lexikon der Zusatzstoffe hergibt, zu einem bunten Brei zusammengekocht wurden. Oder wie – ich denke, ich habe meinen Punkt klar gemacht.
Nein, in dem Mitgebselbeutel waren richtig tolle Sachen. Aber alles gebrauchen kann ich trotzdem nicht.
Deshalb verschenke ich diese zwei Bücher:

buecher-zu-gewinnen

Schreibt mir einfach bis zum 10.5.16 in die Kommentare oder per Mail oder sagt mir persönlich, welches Ihr haben möchtet, dann kriegt ihr das. Und wenn mehr wollen als ich habe, dann lose ich aus.

Wie war denn eigentlich das Wochenende?

Am Montag in der Schule hätte Fritz dann Tolles von unserem Wochenende zu berichten gehabt: Vom Dürerhaus, mit Holzschnitt- und Kupferstich-Werkstatt, von der beeindruckenden Nürnberger Burg, vom Burgerladen, in dem wir waren, von Zoomania, von dem Töpfermarkt im Schneesturm oder vom Planschen im Hotelpool vor dem ausgiebigen Frühstück.
Aber in seiner Erinnerung hat er das ganze Wochenende i-pad gespielt.

Immerhin ist er in einem Punkt bei der Wahrheit geblieben:

„Und jetzt habe ich i-pad-Verbot.“

Noch mehr Infos zur denkst und weiteren Eindrücken findet man auf denkst.net.

5 Gedanken zu „#denkst: Unter Bloggern in Nürnberg

  1. Bianca

    Hallo. Ein toller Bericht. Die Veranstaltung wäre auch etwas für mich gewesen. 🙂 Deinen Blog habe ich gerade über die Facebookgruppe „Bloggende Eltern“ entdeckt. Er ist schön. 🙂
    Bei den Büchern würde ich mich für die kleine Spinne entscheiden.

    Liebe Grüße Bianca

    Gefällt 1 Person

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  2. Sandkuchen-Geschichten Autor

    So, ein wenig verspätet, aber es gibt zwei Gewinner:
    Düse bekommt „Die kleine Spinne Widerlich“
    Und Aennabanaenna darf sich über das Fiete-Buch freuen.
    Bitte meldet Euch bei mir per E-Mail, damit ich Euch die Bücher zuschicken kann.
    Vielen Dank allen fürs Mitmachen!

    Gefällt mir

    Antwort

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