WiB 25./26.8.2018: Verregneter Flohmarkt, Superbrain an Trivial Pursuit und Landesgartenschau


Am Samstagmorgen klingelt um 5:55 Uhr der Wecker. Das heißt, er würde klingeln, wäre ich nicht schon seit 5 Uhr wach. Heute ist nämlich Flohmarkttag.
Wie an jedem Flohmarkttag schüttel ich über mich selbst den Kopf und frage mich, warum ich diesen ganzen Stress auf mich nehme und ärgere mich, dass es nicht mehr Verwandtschaft gibt, der man die abgelegten Sachen von den Kindern aufs Auge drücken kann.

Die Sache mit dem Flohmarkt lässt sich gut an, zum ersten Mal steht auf dem Standplatz nicht schon ein anderer Verkäufer oder ein Auto, das nicht rechtzeitig weggefahren wurde, und außerdem habe ich einen Premiumplatz an der Schlossparkmauer.
Das war es aber auch schon mit Premium, das Wetter ist nämlich kaputt und richtet sich unerhörter Weise nicht nach meiner Wetter-App, die mir weismachen wollte, dass es trocken bleibt.
Dann verhöhnt mich auch noch die Wetter-App, in dem sie plötzlich behauptet, dass sie doch gesagt hätte, dass es regnet.
flohmarktstand
Der Lieblingsmann läuft nach Hause und holt netterweise noch einen Pavillon zum Schutz. Eine Bratwurst darf er sich eh erst holen, wenn der entsprechende Umsatz erreicht wurde, der uns nicht mit einem Minus aus der Geschichte herausgehen lässt.

Der Umsatz lässt allerdings auf sich warten. Den ganzen Vormittag lang.
Immerhin kauft der Lieblingsmann diesmal nicht wieder haufenweise Disney-Videokassetten, weil er gelesen hat, dass man die auf Ebay zu horrenden Preisen weiterverkaufen kann. Und auch die Kinder sind nicht dabei.

Stattdessen fährt der Lieblingsmann den Sohn zu einer Geburtstagsparty und vergisst, der Mutter des Geburtstagskindes den Beitrag fürs Geschenk zu geben.
Mein Fehler, ich habe ihn vorher nur dreimal erinnert.

Als der frustrierende Flohmarkt endlich vorbei ist und die Kisten wieder verstaut sind, holen wir den Sohn von der Party ab.
Die hat im Klettergarten stattgefunden und immerhin hatte der Lieblingsmann an die Einverständniserklärung dafür gedacht.
Obwohl der Sohn das womöglich besser gefunden hätte, wenn er die vergessen hätte. Er klettert nicht gerne, hat es aber trotzdem gemacht und es hat ihm Spaß gemacht.

klettergarten1.jpg

klettergarten2

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Ich habe einen Schatz gefunden!

Es handelt sich um eine reine Jungsveranstaltung, aber der Sohn erklärt auf dem Heimweg, dass die Lehrerin jetzt verfügt hätte, dass jeder Junge ab sofort zum Erzählen immer ein Mädchen aufrufen muss, damit sie endlich mal die Namen von diesen anderen Kindern in der Klasse lernen. Vielleicht wird das ja noch mal was. Solange gibt es für ihn halt nur Mutti – gibt Schlimmeres.

Auf dem Heimweg machen wir noch mal Halt bei Staples weil ich Bücher einbinden muss. Allen, die sich schon mal beim Versuch, Bücher selbst einzubinden, total in dem Zeug verheddert haben und sich haben fluchen hören, wie man es nicht für möglich gehalten hätte, lege ich diesen Tipp ans Herz: Lasst Euch die Bücher bei Staples einbinden (macht bestimmt auch jeder andere Bürofachmarkt, ist bei uns einfach der nächste). Kostet 2 Euro pro Buch, dauert eine Minute und spart genug Nerven, um damit einen erfolglosen Vormittag auf einem leeren und verregneten Flohmarkt zu verbringen.

bucheinbindemaschine

Wieder daheim macht der Sohn erst einmal ein Unboxing-Video von seinem neuen Gaming-Headset, das er sich beim Büromarkt gekauft hat und schickt es an einen Kumpel. Verrückt.

Einen kurzen Moment fürchte ich, die Tochter könnte krank sein, da ihr Handy in der Ladestation liegt, sie ein Buch aus Papier liest und anscheinend aus lauter Langeweile ihr Zimmer aufgeräumt hat. Das neue Zimmer ist aber auch wirklich schön geworden.

neues-teeniezimmer

Dann verschwindet sie in Richtung Drogeriemarkt und kommt wieder mit einem wahrhaft genialen Haul: Chips und Anti-Pickel-Maske. Haha, der kann keiner was!
Von jetzt ab nenne ich sie nur noch „Superbrain“.

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Während der Lieblingsmann versucht, das Efeu im Hof mittels seiner neuen Akku-Heckenschere (Juhu, nie wieder durchgeschnittene Kabel) in seine Schranken zu weisen, lege ich mich ins Bett und lese. Erst was für die Arbeit, dann „Götz von Berlichingen“. Mit „Schuld und Sühne“ bin ich nämlich diese Woche fertig geworden.

definition-of-ready

Definition of Ready: Vielleicht etwas, das ich interfamiliär mal einführen sollte …

Damit ich dabei auch nicht einschlafe, kommt netterweise zwischendurch immer mal wieder jemand rein um mir völlig neue und überraschende Dinge mitzuteilen.

„Mama, Wasser ist nass.“ 
„Mama, wenn man auf den Schalter drückt, geht das Licht an.“
„Mama, < hier bitte eine beliebige Belanglosigkeit einfügen >“

Dann schreibe ich vor dem Abendessen halt einfach schon mal ein bisschen diesen Artikel vor. Natürlich angereichert mit einem Zitat aus dem „Götz“:

„Ach! Schreiben ist ein geschäftiger Müßiggang, es kommt mir sauer an. Indem ich schreibe, was ich getan, ärger ich mich über den Verlust der Zeit, in der ich etwas tun könnte“ (Quelle: Götz von Berlichingen, J.W. v. Goethe)

Das Abendessen ist diesmal wirklich so was von instagrammable, bemerkt die Tochter aka Superbrain. Gerade die appetitliche random kantinenartige Anrichtung gibt den Pfiff.

gnochi-mit-tomatensosse

Anschließend verlangt die Tochter nach einem Spieleabend. Unelektronisch.
Wir spielen Trivial Pursuit. Jeder darf sich einen Kartensatz aussuchen.
Ich wähle Aperol Spritz.

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Quasi Trivial Pursuit Mandala

Wir spielen auf dem Star Wars Board.

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Einige Teilnehmer nehmen die Identifikation mit ihrem Kartensatz sehr ernst.

verkleidete-kinder

Die Tochter steht vor dem zweiten Hauswechsel. Von Gryffindor über Slytherin jetzt nach Hufflepuff?

Superbrain gewinnt haushoch. Dabei hat sie die Harry Potter Bücher doch erst 389 mal gelesen.

Sonntag

Der Sonntag startet wieder unerfreulich früh. Der Nachteil an unserer neuen Frühstücksroutine ist nämlich, dass die Kinder jetzt auch am Wochenende früher müde sind und ins Bett gehen, aber dafür morgens nicht mehr lange schlafen, was dazu führt, dass ab 7:30 Uhr alle 15 Minuten irgendwer ins Schlafzimmer stürmt um uns irgendetwas absolut Unaufschiebbares zu fragen oder mitzuteilen. Meist geht es um Dinge, die die Mediennutzung betreffen oder darum, den anderen anzuschwärzen. Also genau das, was einem den Start in den Tag versüßt. Nicht.
Nicht mal die Angst, ihre Eltern bei unaussprechlichen Dingen, die man ganz weit von sich schieben möchte, zu erwischen, hält die beiden Tröten davon ab.
„Wo ist denn der Papa?“
„Der hat sich vor Euch unter der Bettdecke versteckt.“

Um neun Uhr geben wir auf und frühstücken.
Nicht mit allem Zappzerapp, aber dafür endlich mal wieder mit Obstmandala.

orangen-obstmandala

Anschließend machen der Lieblingsmann und ich einen Ausflug nach Bad Schwalbach zur Landesgartenschau. Ohne Kinder.
Gute Entscheidung, ich denke, das hätte nur Genörgel gegeben. Vielleicht hätten sie mal kurz bei der bepflanzten Toilette gelacht und uns ansonsten auf 784 verschiedene Arten gezeigt, wie sehr sie sich langweilen.
So richtig dolle spannend war es auch wirklich nicht und dafür dann auch ein bisschen teuer.

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Viel Wert wird hier auch auf ungezügelte Natur gelegt. Oder klare Abgrenzung. Distelbeet zwischen Spielplatz und Parkanlage.

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Verschwenderischer Umgang mit Apostroph’s. Die Gehzeit wird hier übrigens in Rollatortime gemessen. Auch schick: die Stromkästen.

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Wenn man mal ein wenig Abstand braucht.

Zwischendrin kann man sich immer mal wieder mit frischem Quellwasser erquicken. Örgs.

schwalben-brunnen

Den neusten Trends auf der Spur:

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Das hätte ich gerne bei uns im Garten:

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Das eher nicht:

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Der Rest des Tages verläuft unspektakulär: Arbeit, Schulkram, Kaffee trinken bei Oma und Opa, Nervenzusammenbruch, Abendessen.

Jetzt noch ein wenig Tatort auf dem Sofa und hoffentlich mal wieder ausreichend Schlaf für den Start in die neue Woche.

Weitere Wochenenden in Bildern gibt es wie immer bei Geborgen wachsen.

Habt es schön.

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In diesem Artikel verlinke ich auf andere Seiten und erwähne Produkte, Marken oder Geschäfte. Dafür habe ich bedauerlicher Weise kein Geld erhalten sondern tue das, weil ich es kann.

 

2 Gedanken zu „WiB 25./26.8.2018: Verregneter Flohmarkt, Superbrain an Trivial Pursuit und Landesgartenschau

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