Schlagwort-Archive: Harry Potter

WiB 25./26.8.2018: Verregneter Flohmarkt, Superbrain an Trivial Pursuit und Landesgartenschau

Am Samstagmorgen klingelt um 5:55 Uhr der Wecker. Das heißt, er würde klingeln, wäre ich nicht schon seit 5 Uhr wach. Heute ist nämlich Flohmarkttag.
Wie an jedem Flohmarkttag schüttel ich über mich selbst den Kopf und frage mich, warum ich diesen ganzen Stress auf mich nehme und ärgere mich, dass es nicht mehr Verwandtschaft gibt, der man die abgelegten Sachen von den Kindern aufs Auge drücken kann. Weiterlesen

London, Part 3: Der Fluch des zweiten Urlaubstages, magische Momente und wie schmeckt eigentlich Butterbier?

Nach dem Frühstück fahren wir als erstes unsere Hop-on-hop-off-Tour zu Ende. Die blaue Tour durch das West End ist noch offen. Das Wetter ist herrlich, aber das haben außer uns noch ein paar mehr Menschen bemerkt und drängeln durch die Straßen Londons.
Es ist alles furchtbar voll und der Bus bewegt sich in Zeitlupe durch die Stadt. Ich werde etwas nervös, da ich für den Nachmittag die Harry-Potter-Studio-Tour gebucht habe.
Irgendwann steigen wir einfach aus und laufen zur nächsten U-Bahn-Station, um zum Bahnhof Euston zu fahren.

Hier flattere ich erst mal wie ein aufgeregtes Hühnchen herum, weil ich nicht weiß, wo wir hin müssen, wie wir die Zugfahrt bezahlen können und weil wir noch was zum Mittagessen brauchen.
Als ich meinen Sohn anschnauze, dass er jetzt nicht mein Handy haben kann weil ich gerade nervös bin, sagt mein Mann, ich solle mich mal wieder einkriegen, das wäre nicht hilfreich.
Diese Bemerkung ist allerdings auch wenig hilfreich, jetzt bin ich nämlich aufgeregt und stinksauer.
Ich flattere nicht mehr nur hühnermäßig sondern fauche auch noch gänsegleich.

Es ist mir völlig unverständlich, warum es keinen Plan gibt, auf dem steht, wann welcher Zug auf welchem Gleis einfährt. Der Plan ist die elektronische Anzeigetafel und davor stehen jede Menge Menschen und warten darauf, dass irgendwann das für ihren Zug passende Gleis angezeigt wird. So ungefähr eine Minute vor planmäßiger Abfahrt.

Im Moment bin ich gewillt, Obelix‘ Aussage „Die spinnen, die Briten“ zuzustimmen.
Immerhin weiß ich inzwischen, dass wir unsere Oystercard nutzen können, wir finden allerdings keinen Automaten, an dem wir sie aufladen können. Also kaufen wir Tickets.
Der Mann hat währenddessen herausgefunden welchen Zug wir von welchem Gleis nehmen müssen. Jetzt kann ich endlich aufhören, aufgeregt zu sein und mich ganz auf meine schlechte Laune aufgrund der vorherigen Bemerkung konzentrieren.

Die Kinder sind auch nicht besonders gut gelaunt. Die Busfahrt hat sie gelangweilt, sie würden gerne Handy spielen, dürfen aber nicht, was sie nicht davon abhält, es trotzdem zu tun. Zwischendurch zicken sie sich an.
Es ist wie in jedem Urlaub: Der Fluch des zweiten Urlaubstages schlägt zu.
Ich bin genervt, aber immerhin weiß ich, dass es morgen wieder besser sein wird. Ist nämlich immer so.

Nach 25 Minuten Zugfahrt steigen wir in den Busshuttle zu den Warner Brothers Studios um. Hier sind alle Innenaufnahmen sämtlicher Harry-Potter-Filme gedreht worden. Nach den Dreharbeiten hat man den ganzen Klumpatsch dann einfach da gelassen und verdient jetzt noch mehr Geld damit, dass man Touristen den Pappmaschee-Krempel zeigt.
Ich habe einen Einlass-Slot für 15 Uhr gebucht, wir dürfen aber fast eine halbe Stunde früher rein. Weiterlesen

Harry Skywalker

Die John Williams-CD ist angekommen. Endlich.
Acht Tage musste er dank Poststreik darauf warten. Acht Tage, in denen er nur die Carmen-Ouvertüre und den Walkürenritt hören konnte. Und alle damit genervt hat.
Bis vielleicht auf Linas Sims, die –  sehr zu ihrem Leidwesen –  am liebsten klassische Musik hören. Ständig fragt sich das arme Mädchen, was sie wohl falsch gemacht hat in der virtuellen Erziehung. Ich hingegen habe damit aufgehört, mich über meine Geschöpfe zu wundern. Ich nehme hin. Zum Beispiel, dass es jetzt gar keine Abwechslung mehr in der Musikauswahl gibt, sondern dass nur noch die Star-Wars-Filmmusik gehört wird. Überall. Zuhause, im Auto, im Hort. Morgens nach dem Aufstehen genauso wie abends zum Einschlafen.
Leider hat Fritz seine Klaviernoten für den „Imperial March“ verbaselt, so dass er in der letzten Woche ohne auskommen musste. Ich frage mich, ob die Noten vielleicht den gleichen Weg gegangen sind wie die Nicole-Kassette, die meine jüngere Schwester als Achtjährige so gerne und ausdauernd gehört hat, oder die Lieblings-Haus-Hose meines Vaters, die so furchtbar bequem war und ein adrettes Fleckenmuster aufwies, oder die Plastik-E-Gitarre für Kleinkinder, die so klangschön „Old Mac Donalds had a farm“ spielen konnte. Weiterlesen