Schlagwort-Archive: London

London, Part 6: Mit Haien schwimmen und britische Klogeschichten – Goodbye London!

Am Abend vorher habe ich noch versucht, Karten für das Aquarium online zu kaufen, aber irgendwie hat das nicht geklappt. Dabei wollte ich extra welche mit Priorityzuschlag, damit wir nicht wieder so lange warten müssen wie bei Madame Tussauds, wir müssen ja pünktlich am Flughafen sein.

Erstaunlicher Weise haben die Kinder schon gepackt und wir können zeitig los.
Könnten wir, wenn nicht meine Oystercard verschwunden wäre.
Ich verdächtige den Lieblingsmann, meine genommen zu haben, aber ich finde sie dann doch in meiner Jacke ganz unten im Koffer.
Wir checken aus und parken die Koffer bei der Gepäckaufbewahrung am Bahnhof Waterloo-Station, lassen die Schlange für das London-Eye links liegen und flüchten uns bei ungemütlich regnerischem Wetter ins Sea Live.
Erstaunlicherweise gibt es hier gar keine Schlange. Noch nicht mal Wasserschlangen, höhö.
Den Security-Mann, der mal wieder meine Tasche durchsucht, bitte ich, mir doch Bescheid zu sagen, wenn er meinen braunen Lippenstift findet, den würde ich schon eine Weile vermissen.
Er lacht und zieht die Hände raus. Wahrscheinlich hat er in die klebrigen Überreste des giftgrünen Schreibfederlutschers aus dem Harry-Potter-Museum gegriffen. Weiterlesen

London, Part 5: Kultur pur – Kronjuwelen, Afternoon Tea und tags im Museum

Heute morgen schaffen es sieben leere Marmeladengläschen in unsere Zimmer, bevor wir aufbrechen, um den Tower of London zu besuchen. Das hatte sich nämlich der Lieblingsmann gewünscht. Die Tochter ist auch einverstanden. Sie hat ein Faible für Grausames seit sie von Haus Gryffindor zu Slytherin gewechselt ist.
Der Sohn freut sich auch sehr, da ich ihm versprochen habe, dass er heute mit meinem Handy und meinen mobilen Daten Pokemons jagen darf. Weiterlesen

London, Part 4: Selfies mit Trump und Lady Gaga, Shopping-Queen und die große Frage „Whodunnit?“

Beim Frühstück frage ich die nette Dame, die mir immer den superleckeren Kaffee macht, ob wir wohl die leeren Marmeladengläschen mitnehmen dürfen, damit wir zuhause künftig stilvoll unseren Ketchup darin servieren können, wie wir es gestern beim Fischladen gelernt haben.
Leider scheint ihr englischer Wortschatz nur die Worte Tee und Kaffee zu umfassen. Ich versuche es mit Händen und Füßen und Zeigen, mit dem Erfolg, dass sie die sechs leeren Marmeladengläser (ja, richtig gelesen) von unserem Tisch nimmt und in den Mülleimer wirft.
In Pantomimisch habe ich wohl Nachhilfebedarf. Immerhin interpretiert sie meinen entsetzt enttäuschten Blick richtig und bringt uns zwanzig neue volle Gläschen, die wir mitnehmen sollen. Machen wir nicht, wir essen nur drei davon leer und nehmen die dann ruhigen Gewissens mit aufs Zimmer.

Heute steht eigentlich nur Shopping in der Oxford-Street auf meinem Programmplan und abends ein Theaterbesuch.
Wir beschließen aber, es vormittags schon mal bei Madame Tussaud’s zu versuchen, ein Sightseeingwunsch der Tochter. Sie möchte gerne in die Chamber of Horrors. Weiterlesen

London, Part 3: Der Fluch des zweiten Urlaubstages, magische Momente und wie schmeckt eigentlich Butterbier?

Nach dem Frühstück fahren wir als erstes unsere Hop-on-hop-off-Tour zu Ende. Die blaue Tour durch das West End ist noch offen. Das Wetter ist herrlich, aber das haben außer uns noch ein paar mehr Menschen bemerkt und drängeln durch die Straßen Londons.
Es ist alles furchtbar voll und der Bus bewegt sich in Zeitlupe durch die Stadt. Ich werde etwas nervös, da ich für den Nachmittag die Harry-Potter-Studio-Tour gebucht habe.
Irgendwann steigen wir einfach aus und laufen zur nächsten U-Bahn-Station, um zum Bahnhof Euston zu fahren.

Hier flattere ich erst mal wie ein aufgeregtes Hühnchen herum, weil ich nicht weiß, wo wir hin müssen, wie wir die Zugfahrt bezahlen können und weil wir noch was zum Mittagessen brauchen.
Als ich meinen Sohn anschnauze, dass er jetzt nicht mein Handy haben kann weil ich gerade nervös bin, sagt mein Mann, ich solle mich mal wieder einkriegen, das wäre nicht hilfreich.
Diese Bemerkung ist allerdings auch wenig hilfreich, jetzt bin ich nämlich aufgeregt und stinksauer.
Ich flattere nicht mehr nur hühnermäßig sondern fauche auch noch gänsegleich.

Es ist mir völlig unverständlich, warum es keinen Plan gibt, auf dem steht, wann welcher Zug auf welchem Gleis einfährt. Der Plan ist die elektronische Anzeigetafel und davor stehen jede Menge Menschen und warten darauf, dass irgendwann das für ihren Zug passende Gleis angezeigt wird. So ungefähr eine Minute vor planmäßiger Abfahrt.

Im Moment bin ich gewillt, Obelix‘ Aussage „Die spinnen, die Briten“ zuzustimmen.
Immerhin weiß ich inzwischen, dass wir unsere Oystercard nutzen können, wir finden allerdings keinen Automaten, an dem wir sie aufladen können. Also kaufen wir Tickets.
Der Mann hat währenddessen herausgefunden welchen Zug wir von welchem Gleis nehmen müssen. Jetzt kann ich endlich aufhören, aufgeregt zu sein und mich ganz auf meine schlechte Laune aufgrund der vorherigen Bemerkung konzentrieren.

Die Kinder sind auch nicht besonders gut gelaunt. Die Busfahrt hat sie gelangweilt, sie würden gerne Handy spielen, dürfen aber nicht, was sie nicht davon abhält, es trotzdem zu tun. Zwischendurch zicken sie sich an.
Es ist wie in jedem Urlaub: Der Fluch des zweiten Urlaubstages schlägt zu.
Ich bin genervt, aber immerhin weiß ich, dass es morgen wieder besser sein wird. Ist nämlich immer so.

Nach 25 Minuten Zugfahrt steigen wir in den Busshuttle zu den Warner Brothers Studios um. Hier sind alle Innenaufnahmen sämtlicher Harry-Potter-Filme gedreht worden. Nach den Dreharbeiten hat man den ganzen Klumpatsch dann einfach da gelassen und verdient jetzt noch mehr Geld damit, dass man Touristen den Pappmaschee-Krempel zeigt.
Ich habe einen Einlass-Slot für 15 Uhr gebucht, wir dürfen aber fast eine halbe Stunde früher rein. Weiterlesen

London – Part 2: Jede Menge Essen, Nussknacker und ein Haufen Scheiße

In London scheint man nicht nur auf der anderen Seite zu fahren, man hat auch das Besteck auf der anderen Seite liegen. Zumindest ist das in unserem Hotel beim Frühstück so. Es gibt Baked Beans, Würstchen, Eier, und eine merkwürdige braune Soße, die ich mich aber zunächst nicht traue, zu essen. Aber dem aufgedruckten Versprechen „Bursting with Flavour kann ich doch nicht widerstehen und so probiere ich sie am nächsten Tag doch. Schmeckt ein wenig nach Sauerbratensoße. Naja.

brown-sauce

Die Kinder schicken derweil jede Menge Toastbrot über das Toaster-Fließband und essen dazu gesalzene Butter und Marmelade aus niedlichen kleinen Gläschen. Very british.

Am Morgen steht der Camden Market auf dem Plan. Hier ist es wirklich super. Es gibt jede Menge Geschäfte, in denen man einen Haufen Sch… kaufen kann. Was der Sohn auch macht. Weiterlesen

London Part 1: Von Sicherheitskontrollen Deluxe, den Schwierigkeiten des Linksverkehrs und britischen Hinweisen für Allergiker

„Mama, ist London eigentlich eine coole Stadt?“, fragt mich meine Tochter.
„Na klar, ich glaube, es gibt kaum coolere Städte“, antworte ich.
„Können wir dann mal da hin fahren?“, fragt sie weiter und bevor die Frage wirklich zu Ende gestellt wurde, habe ich schon gebucht.
Seit Jahren wollen die Kinder nämlich immer nur auf dem gleichen Bauernhof im Odenwald Urlaub machen. Es ist wirklich schön da und absolut entspannend, aber ich kenne wirklich jeden Stein im Felsenmeer und habe alle Siegfried-Brunnen im Umkreis besucht.
Ein erster Blick auf die Preise in London macht den Odenwald-Bauernhofurlaub noch attraktiver, aber egal – die Kinder wollen eine Städtereise und ich liebe Städtereisen: Bingo!

Zur Vorbereitung besorge ich mir fünf Reiseführer und studiere sie gründlich. Der Einfachheit halber rechne ich das Pfund in meinen Überlegungen eins zu eins auf Euro um. Das ist zwar grandios aus der Tasche heraus gelogen, aber deutlich besser für mein Geldgewissen. Dazu hole ich mir Tipps von Blogs, Freunden und Bekannten. Den Kinderreiseführer platziere ich strategisch günstig auf dem Klo und entsorge alle anderen Zeitschriften dort. Nur so kann ich die anderen mitreisenden Familienmitglieder dazu bringen, sich mit dem Reiseziel auseinander zu setzen und eigene Wünsche zu formulieren.

Am Ende der Recherche habe ich unternehmenswerte Dinge für drei Jahre und den Preis der Kronjuwelen aber nur fünf Tage Zeit. Ich mache mir einen Plan mit den verfügbaren Tagen und die verschiedenen Unternehmungen schreibe ich auf je nach Dauer unterschiedlich große Zettel und schiebe sie so lange auf dem Plan hin und her, bis ich zufrieden bin.

Es kann also losgehen. Weiterlesen