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Es lebe der Zentralfriedhof – Wien-Tagebuch, Teil 4

Jetzt haben wir schon das älteste Kaffeehaus Wiens und das vielleicht schönste besucht, was liegt also näher, als heute mal in einem modernen Kaffeehaus zu frühstücken.
Ganz in der Nähe von unserem Hotel haben wir das frei.raum entdeckt.
Erst beim Eintreten wird uns bewusst, wie riesig dieses Kaffeehaus ist. Und es ist trotzdem voll. Aber hier in Wien ist alles immer voll. Jede Straßenbahn, jede U-Bahn, jeder Bus, die ganze Stadt ist immer voller Menschen.
Irgendwie scheint hier niemand arbeiten zu müssen, alle haben Zeit, entweder in einem Kaffeehaus zu sitzen oder eben in der U-Bahn.
Da darf man übrigens nichts „geruchintensives“ essen, was uns die Plakate in den Stationen verraten.
Wir finden diese Wortschöpfung so toll, dass wir jetzt nicht mehr sagen „Ich muss mal aufs Klo“, sondern bei uns heißt es ab sofort nur noch „Ich muss mal einer geruchsintensiven Tätigkeit nachgehen“. Weiterlesen

Auf den Spuren der Lipizzaner: Wien-Tagebuch, Teil 2

Wien ist keine Stadt für Menschen, die ihren Kaffee gerne schwarz und in ausreichender Menge trinken. Das stelle ich fest, als wir am nächsten Morgen in einer Kaffeebar frühstücken.
Leider bin ich einer dieser Menschen, die ihren Kaffee gerne schwarz trinken. Immerhin weiß ich inzwischen, dass man etwas, das in die Nähe von dem kommt, was ich sonst gerne zu mir nehme, „Verlängerter“ nennt.
Ein Capucchino ist wohl eine Melange, ein Espresso heißt kleiner Schwarzer oder Mokka und ein Latte Macchiato läuft hier unter dem Namen „Verkehrter“. Dann gibt es je nach Art des zugesetzten Alkohols noch Fiaker, Maria Theresia, Amadeus, Pharisäer und andere.
Im Reiseführer stand, dass man unbedingt mit dem korrekten Vokabular bestellen sollte, da die unfreundlichen Kellner sonst noch unfreundlicher wären. Ich bemerke keinen Unterschied, aber das liegt vielleicht daran, dass ich selbst ohne ausreichende Kaffeezufuhr zur Unfreundlichkeit neige. Weiterlesen

Wien, Wien nur Du allein – Wien-Tagebuch, Teil 1

„Oh, Wien! So eine wunderschöne Stadt“, haben alle gesagt, denen ich erzählt habe, wohin es in den Herbstferien geht. Und mir anschließend tausend Sachen genannt, die ich unbedingt machen oder sehen müsse.
Ich habe ausgerechnet, dass wir für alle genannten „Must-Sees“ ungefähr siebeneinhalb Wochen da bleiben müssten, rein netto natürlich, Schlaf wäre da dann nicht dabei gewesen.

Also habe ich Tipps aufgeschrieben, Reiseführer gelesen, überlegt, was man wie kombinieren könnte und was denn meine beiden Reisebegleiter überhaupt mitmachen würden. Denn mit im Gepäck waren der Lieblingsmann und der dazu passende Sohn.
Die Tochter hat gesagt: „Ja, Wien ist bestimmt super, ich fahre dann so lange mit der Jugendgruppe nach Italien“.
Den Sohn habe ich mit der Aussicht auf täglich Wiener Schnitzel, Würstchen und Kaiserschmarrn gelockt. Weiterlesen