Schatten über dem Einkaufsparadies


Die Lizenz zum bezahlen ...

Die Lizenz zum bezahlen …

Es tut sich was in unserer Wohnung. Und zwar in dem am penibelsten aufgeräumten und saubersten Raum des Hauses, Sie vermuten richtig, der Speisekammer. Dieses Mal habe ich einen Gastbeitrag dazu im Gepäck, verfasst von Frollein W., aka „Lina“:

An sich ist der Rewe in unserer Speisekammer eine schöne Sache. Aber der Chef ist in Wirklichkeit eine gemeine Bratwurst. Man bekommt eine Karte mit der man einkaufen kann. Wenn man den Chef ein wenig ärgert oder etwas Falsches sagt, bekommt man die Karte abgenommen. Selbst das Pupsen ist verboten! Bei jeder Kleinigkeit bekommt man Ärger.
Die Auswahl in dem Rewe ist aber gut.

Ein bemerkenswertes Schmuckstück investigativen Aufklärungsjournalismus ist Lina damit gelungen, wie ich finde.
In der Tat wurde mir auch gerade gestern erst ein 135 Wochen dauerndes Hausverbot wegen ungebührlichen Benehmens ausgesprochen. Ich hatte zugegeben, auch schon mal in einem Rewe (natürlich nicht in seinem) gepupst zu haben. Das fand die gemeine Bratwurst überhaupt nicht lustig, und hat mir kurzerhand die Lizenz zum Einkaufen entzogen.
Als der Hausleiter aber gemerkt hat, dass gar keine Kunden mehr kommen, wenn man allen den Zutritt verweigert und dass er dann folglich die Getränke zum Essen immer selbst holen muss, hat er mir meine Karte zum Einkaufen (eine umgewidmete Rewe-Payback-Karte) doch schon nach einer Stunde zurückgegeben.

Wenn er nicht gerade allen Hausverbot erteilt, ist Fritz ansonsten sehr bemüht, Kundschaft in seinen Supermarkt zu locken.
Es gibt jetzt regelmäßig Verkostungen, zum Beispiel von trockenen Nudeln oder Marmelade. Ich hoffe allerdings, dass er nicht alle Gläser aufschraubt, um die Kundschaft probieren zu lassen. Neulich erst wurde eine komplette Chipstüte von den verfressenen Kunden verkostet.
Zudem läuft jetzt auch Musik in Fritz‘ Rewe. Während eines Einkaufsbummels wird man nun mit lauschiger lauter Klaviermusik verwöhnt. Der Marktleiter höchstselbst setzt sich ans Piano (das direkt neben der Speisekammer steht) und klimpert sich einmal durch die ganze Klavierschule und somit das komplette Jahr. Da folgt „Ich geh mit meiner Laterne“, auf „Stups, der kleine Osterhase“, um dann mit der unsäglichen „Weihnachtsbäckerei“ auf besondere Angebote im Backwarensortiment hinzuweisen. Und wenn man nicht weiß, was man aus dem gekauften Mehl und Zucker machen soll, dann gibt es inzwischen im Rewe auch Rezeptheftchen, in denen man sich Anregungen holen kann und in den Angebotsflyern wird man auf tolle Sonderangebote hingewiesen. Getränke sind am Samstagabend beispielsweise kostenfrei.

Aber neben pupsenden Kunden ist noch eine Sache in Fritz‘ Rewe unerwünscht: Reporter.
Ob es deshalb eine weitere Folge aus dem Einkaufsparadies geben wird, bleibt abzuwarten.

keine-reporter

8 Gedanken zu „Schatten über dem Einkaufsparadies

  1. Sandkuchen-Geschichten Autor

    Ich bin mir nicht sicher, ob Du da nicht etwas zu romantische Vorstellungen von den klavierspielerischen Fähigkeiten meines Sohnes hast…
    Ab nächste Woche kommt vermutlich The Imperial March aus Starwars mit ins Programm. Dann ist es endgültig vorbei mit geruhsamen Shoppen 😄

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