Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin! Ins KaDeWe.


Nach einem ausgesprochen reichhaltigen Frühstück im Hotel, das die Kinder voll ausnutzen, indem sie alle Bockwürstchen essen, die das Buffet hergibt, brechen wir zur nach Ansicht meiner Kinder Berliner Hauptattraktion auf: Dem KaDeWe.
Es gibt eine „Willi wills wissen“ –Folge, bei der Willi das KaDeWe besucht. Die will Fritz jetzt nachspielen.
wuerstchenfruehstueckIch will schauen, ob ich vielleicht ein noch schöneres Kleid für die Hochzeit finde, wegen der wir ja eigentlich nach Berlin gefahren sind.
Im KaDeWe erweist sich meine Tochter als einzig legitime Nachfolgerin von Guido Maria Kretschmer, indem sie äußerst fachkundig die von mir näher in Augenschein genommenen Kleider kommentiert:

„Karnevalskostüm. Omakleidchen. Suchst Du ein Nachthemd?“

Fritz will mir helfen und erklärt: „So Mama, jetzt lässt Du mich mal machen. Ich kenne Deinen Style.“
Kurz danach kehrt er mit einer froschgrünen Lederjacke in Größe 34 zurück.
Auch wenn er meine (wahre) Größe zielsicher erkannt hat, entscheide ich mich doch gegen das Teil.
Ich bin allerdings auch extrem konsumfeindlich drauf an diesem Tag. Ich weigere mich, Lego oder Playmobil zu kaufen, das es auch überall sonst zu kaufen gibt. Wir erwerben dann lediglich eine Currywurst mit Pommes und einen Berliner Bären aus Marzipan als Mitbringsel.
In der Delikatess-Abteilung kaufen wir sieben Pralinen für elf Euro. Ich ermahne Lina, die Pralinen langsam und genussvoll zu essen und nicht alle auf einmal herunterzuschlingen wie ihr Bruder Würstchen. Sie probiert eine und wir kaufen noch ein Würstchen für Fritz. Immerhin ist sein Würstchen-Frühstück schon drei Stunden her.
Dann gönnen wir uns drei Stück Torte für sechzehn Euro.

torte-im-kadewe

Die Verkäuferin ist so freundlich, nach meinem Hinweis Linas Törtchen noch mal auszutauschen, nachdem sie das erste bei dem Versuch, die Erdbeertorte für Fritz aus der Auslage zu nehmen, mit ihrem beschürzten Busen platt gedrückt hatte. Die Torten sehen phänomenal gut aus und schmecken himmlisch. Hinterher habe ich allerdings das Gefühl, nie wieder etwas essen zu können, schon gar nicht Schokotorte.

Bis wir aus dem KaDeWe draußen sind, haben wir das allerdings schon wieder vergessen und erledigen einen weiteren Punkt auf unserer To-do-in-Berlin-Liste: wir essen Currywurst mit Pommes.
Da es sich bei uns allerdings um snobistische Wiesbadener handelt, nehmen wir natürlich eine Bio-Wurst.

currywurst-in-berlin

Currywurst an frisch geshoppter Souvenir-Tasche.

Im U-Bahnhof lassen wir uns von einem freundlichen BVG-Mitarbeiter den Weg zu meiner Cousine in Pankow erklären.

„Ach, zum Arsch der Welt wollen Sie? Dann drücken Sie am besten auf der Infosäule am Bahnsteig uffn Knopf und lassen sich dit erklären.“

Vorsichtshalber fragen wir zwischendurch noch mal den Busfahrer, ob der Bus auch wirklich da hält, wo wir es gerne hätten.
Mich verwirrt in Berlin die riesige Auswahl an öffentlichen Verkehrsmitteln und die Tatsache, dass es anscheinend keine Pläne für Straßenbahnen und Busse so wie für S- und U-Bahnen gibt.
Noch mehr verwirrt mich allerdings die Tatsache, dass der Busfahrer behauptet, dass es keine Haltestelle dieses Namens gibt und wir einen anderen Bus nehmen müssten. Glücklicherweise schaut er dann aber doch noch mal in seiner Liste nach und stellt fest, dass es doch sein Bus ist, der da lang fährt, wo wir hin wollen.

Leise frage ich mich, was der Busfahrer beruflich wohl so macht.

Aber wir kommen an, ich lerne kurz den Bräutigam meiner Cousine kennen und lasse meine Kinder dort zurück, um mich alleine in Berlin mit meinem Lektor zu treffen.
Ohne meinen Sohn bin ich in der S-Bahn allerdings ziemlich aufgeschmissen, da ich jetzt alleine Knöpfchen drücken muss, damit die Türen aufgehen. Glücklicherweise fällt mir das kurz vor dem Aussteigen auf.
Das Treffen ist sehr nett und ich sehe ein wenig mehr das Berlin, das ich mir aufgrund diverser Bloglektüren so vorgestellt habe. Mir läuft der erste Hipster meines Lebens über den Weg. Ich hatte schon befürchtet, die wären alle aufgegessen worden.

hipsterburger

Ich kaufe viele tolle Postkarten in süßen kleinen Lädchen und mache mich auf den Rückweg zu meinen Kindern.

Glücklicherweise waren sie bei meiner Cousine, sonst hätten sie den von der Hitze zusammengeschmolzenen KaDeWe-Pralinenklumpen statt mit Löffeln mit den bloßen Fingern genussvoll essen müssen …

So, dieses war der dritte Teil. Beim nächsten Mal gehen wir dann endlich auf die Hochzeit, wegen der wir überhaupt hierher gekommen sind.

Wer den Anfang verpasst hat, kann hier noch mal die Anfahrt lesen und hier unseren ersten Sightseeing-Ausflug.

2 Gedanken zu „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin! Ins KaDeWe.

  1. Pingback: Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin! Frühstücken und auf eine Hochzeit. | Sandkuchen-Geschichten

  2. Pingback: Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin! Und wieder zurück. | Sandkuchen-Geschichten

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