Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin! Frühstücken und auf eine Hochzeit.


Der vergangene Abend endete noch mit einem Drama!
Lina wurde von einer Wespe gestochen. Fies und hinterhältig in ihre Hand.
Auf den Schreck belohnen wir uns am nächsten Morgen bei einem kleinen Bäcker im Prenzlauer Berg mit einem Frühstück. Wir sitzen draußen und füttern die Spatzen, die ganz zutraulich um uns herumspringen, mit dem Brötchen, das es zu Linas Rührei gab. Um ein Haar hätte sie dieses Ei gar nicht bekommen, da die Bäckerin es vergessen hatte, als eines der Vögelchen in die Bäckerei geflogen war.
Das war aber auch ein Theater!
Alle Versuche, den Spatzen einzufangen, schlugen fehl, doch schlussendlich gelang es, das Tier durch das Küchenfenster wieder nach draußen zu jagen.
Bevor wir zum Alexanderplatz aufbrechen, geht Fritz noch kurz auf die Toilette. Kurz trifft es in diesem Fall wirklich gut, da er direkt nach Öffnen der Tür schreiend wieder heraus gerannt kommt.
Diesmal gelingt es aber wirklich, das Vögelchen, das sich auf dem Klo versteckt hatte, nach draußen zu treiben.
Entgegen aller Warnungen lassen wir uns nix am Alexanderplatz klauen.
Leider reicht unsere Zeit nicht aus, um den Fernsehturm auf dem Alex hoch zu fahren.
Außerdem bin ich nach unserem letzten Ausflug in den Kletterwald nicht wirklich davon überzeugt, dass Höhe etwas ist, was meine Kinder reizt. Auch wenn Fritz beteuert, dass es einfach viel cooler wäre, sich aus dem Baum retten zu lassen, anstatt die Klettertour selbst zu durchlaufen.
Wir sehen noch ein lebendes Denkmal und machen Fotos. Lina findet den silbernen Mann etwas unheimlich, aber Fritz ist total begeistert.

lebendes-denkmal

Zurück im Hotel bereiten wir uns auf die Hochzeit meiner Cousine vor. Die Kinder, indem sie „Barbie als Rapunzel“ gucken und ich, indem ich versuche, mich zu schminken und zu frisieren. Dabei erweist sich der Spa-Gedanke des Hotels, Sauna und Badezimmer zu kombinieren, als nicht besonders hilfreich. Aus Verzweiflung ziehe ich irgendwann den Kosmetikspiegel aus dem Bad in unser Schlafzimmer, weil es dort ungefähr drei Grad kühler ist. Trotzdem ist Linas Kommentar zu meinem Make-up: „Zerflossener Clown.“
Warum wollte ich noch gleich Kinder?

Als wir auf den Bus warten, kommt mir eine Gruppe Personen sehr bekannt vor. Ich überlege und rätsele und komme irgendwann zu dem Schluss, dass es sich dabei bestimmt um Musiker aus dem Wiesbadener Staatsorchester handelt, dazu würde auch das schicke Outfit passen.

„Verena?“, spricht mich jetzt einer aus der Gruppe an.

Es stellt sich heraus, dass es sich doch nicht um Musiker handelt, sondern um entfernte Verwandtschaft, die ebenfalls auf dem Weg zu Hochzeit ist. Naja, die letzte Hochzeit oder Taufe, auf der wir zusammen getroffen sind, ist schließlich schon eine Weile her. Man kann sich ja nicht alle Gesichter merken. Und außerdem kenne ich die auch erst seit ungefähr vierzig Jahren.

hochzeitstorte

Die Hochzeit findet im Garten des Brautpaars statt, genauso wie die anschließende Feier. Es ist ein wunderschönes Fest und auch die Kinder haben viel Spaß.
Auch wenn beim Luftballonsteigenlassen, die Kinder die Ballons erst nicht loslassen wollen und die blöden Dinger es dann nach gutem Zureden natürlich nur bis in den nächsten Baum schaffen. Also wie es zu erwarten war.

brautpaar-mit-luftballon
Nach ungefähr zehn Sekunden hat Lina zwei neue unzertrennliche Freundinnen und auch Fritz wird geduldet.
Ich bin ein bisschen beleidigt, dass die angebotene Schatzsuche nur für Kinder ist und nicht für Erwachsene. Meinen Beteuerungen, dass ich im Herzen erst fünf bin, wird keine Beachtung geschenkt.
Aber ich vertreibe mir auch ohne Kinder die Zeit, trinke jede Menge Erdbeerbowle und vertausche die Schilder am Buffet. Dabei frage ich mich, warum die gleiche Menge Brokkoli wie Schweinemedaillons gereicht wird und bedauere meine Cousine und ihren Mann, dass sie die nächsten zwei Wochen die Brokkolireste werden essen müssen.

brokkolieroeschen

Wir feiern bis in die Nacht, zwischendurch versucht sich Fritz noch als Alleinunterhalter an trötenden Plastik-Kinder-Keyboards, die allein zum Quälen von Eltern erfunden werden. Das macht er echt ziemlich mies. Ich sehe da eine große Karriere im Weddingsinger-Segment.

Als ich irgendwann meinen Sohn schlafenden in der Hängematte finde, fahren wir mit dem Taxi wieder zurück ins Hotel.
Die Kinder finden 18 Euro für die kurze Fahrt ziemlich teuer. Als ich ihnen aber versichere, dass das nur so schnell ging, weil der Taxifahrer überall ungefähr doppelt so schnell gefahren ist wie erlaubt und im Nebenjob den „Fahrenden Ritter“ kutschiert, sind sie wiederum etwas beeindruckt.

Im nächsten Teil geht es leider schon wieder zurück nach Hause.

Wer nachlesen möchte, was bisher geschah, bitte einmal hier entlang:

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin! Mit dem Zug.

Berlin, Berlin, wir fahren durch Berlin! Mit dem Touri-Bus.

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin! Ins KaDeWe.

5 Gedanken zu „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin! Frühstücken und auf eine Hochzeit.

  1. fraumasulzke

    die guten Sachen sind IMMER nur für die Kinder. Und man merkt es erst, wenn es zu spät ist. Stattdessen muss man dann vom Klettergerüst fallen, weil man zu alt und zu dick dafür ist. Ich bin heute noch beleidigt, dass in meiner Jugend das Bällebad noch nicht erfunden war. Ja, es gab noch nicht mal ein Smaland! Es gab sogar noch nicht mal ein IKEA! Wir hatten ja NIX, ne.

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  2. Pingback: Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin! Und wieder zurück. | Sandkuchen-Geschichten

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