Summer in the City

Endlich Sommer! Endlich zeigt das Thermometer über dreißig Grad an.
Ich mag das ja, wenn es so brutzelwarm ist. Vor allem wenn es vorher so lange geregnet hat.
Natürlich müssen wir raus bei dem Wetter. Aber nicht ins Schwimmbad. Da bin ich immer kurz vor Amoklauf bis ich endlich einen Parkplatz gefunden und anschließend eine halbe Stunde in der prallen Sonne in der Schlange gewartet habe, bis mir Einlass gewährt wird. Dann ist es normalerweise viertel vor fünf, aber die Viertelstunde bis es günstiger wird, will ich dann auch nicht mehr warten. Drinnen darf man sich dann über ein pieselwarmes Wasserbecken voller Menschen freuen, das von einem Sonnenölfilm bedeckt wird, als wäre dort vor fünf Minuten ein Schweröltanker havariert.
Der anschließende Weg zum Handtuch ist gespickt mit fiesen kleinen Stöckchen und holzigen Baumfrüchten, die sich trotz Hornhaut tief und schmerzhaft in die Füße bohren. Wenn man Glück hat, dann tritt man anschließend zur Kühlung in ein heruntergefallenes Eis, meist sitzt da jedoch leider schon eine Wespe drauf, die das nicht so toll findet.

„Ich habe heute Morgen im Park ein total lauschiges Eckchen entdeckt. Da können wir hingehen, haben unsere Ruhe und die Jungs und der Hund können im Bach spielen“, begrüßt mich meine Freundin Britta.
Das klingt nach einem Plan. Weiterlesen

Der vermaledeite Schulausflug

Fritz hat einen Zettel aus der Schule mitgebracht, auf dem stand, dass er am nächsten Schulausflug nicht teilnehmen dürfe, weil er sich daneben benommen hätte. Er hat ein anderes Kind gehauen. Weil das andere Kind vorher ihn gehauen hatte und genauso blöd wie mein Sohn war, sich dabei erwischen zu lassen, durfte dieses Kind auch nicht mit. Sowie noch fünf weitere Kinder. Und das in der ersten Klasse. Respekt. Die Lehrerin weiß wie es geht:

„Wehret den Anfängen“.

Ein paar Wochen später stand dann das Ziel des nächsten Wandertags fest: das Tobolino. Weiterlesen

Wenn man vor lauter Regen den Tropfen nicht mehr sieht

„Können Sie nicht mal ein Stückchen vorfahren? So komm ich nicht auf die Rampe“, raunzt mich ein LKW-Fahrer an, als ich gerade aus meinem Auto aussteige, das ich soeben auf dem Aldi-Parkplatz abgestellt hatte.
Ich steige also wieder ein und fahre mein Auto nach vorne, wie es von mir verlangt wurde.
Und dann reicht es. Dann bricht etwas in mir. Dann kommen alle schlechten Gefühle auf einmal hoch und reißen meine Heile-Welt-Mauer ein, dann brechen sich die Tränen ihre Bahn und kullern mit den Regentropfen, die an der Scheibe entlanglaufen, um die Wette.
Und plötzlich ist alles blöd. Plötzlich erscheint mir alles sinnlos. Hirnrissig sinnlos, wie ich die ganze Zeit strample und mein Bestes gebe und wie ich doch renne wie ein Sprinter, der mit einem Gummiband an der Startlinie festgebunden ist. Ich glaube mich kurz vor dem Ziel und dann macht es Flupp und ich werde nach hinten gezogen. Zurück auf Los, keine 200 Euro für mich. Weiterlesen

Bleib so, wie Du werden willst – Jetzt auch als gedrucktes Buch!

Erst mal vorweg: Nein, es gibt noch kein neues Buch von mir.
Aber weil so viele gejammert haben, dass es das alte Buch nur als E-Book gibt, habe ich mich in den letzten Wochen damit beschäftigt, wie ich es wohl hinkriege, dieses Lesevergnügen auch als haptisches Erlebnis auf Papier unters Volk zu bringen.

Das war vielleicht ein Scheiß, sag ich Euch. Erst mal alle Print-on-Demand-Anbieter checken und vergleichen. Erfahrungsberichte lesen und dann das Schwierigste: eine Entscheidung.
Mich zu entscheiden ist jetzt nicht meine unbedingte Primärtugend. Und dennoch musste ich das ständig im Rahmen dieses Projekts. Cover, Schriftart, Schriftgröße, Cover-Finishing – aber genug gejammert.

Ich habe mich entschieden und deshalb kann man das Buch jetzt bei Amazon – und auch nur da – als Printexemplar bestellen. Kostet den verwegenen Preis von 11,67 Euro, weil ich trotz sorgfältiger Überlegung zu blöd war, zu bedenken, dass auf meinen Endpreis ja noch Steuern draufkommen.
Aber wer kann so was auch schon ahnen? Da müsste man ja mindestens BWL oder was mit Medien studiert haben. Upps.

Da ich mir aus meinen bisherigen Bucherlösen von phänomenalen rund 26 Euro nicht erlauben konnte, die Printrechte am Cover zu erwerben, habe ich selbst eins gestaltet, das hat auch ewig gedauert. Aber das Ergebnis gefällt mir tatsächlich noch besser als das Cover vom Verlag.

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Auch ein entzückender Rücken

Ansonsten sind die Vorteile der Printversion nicht von der Hand zu weisen: Das Buch eignet sich hervorragend, um damit Schnaken oder Motten kaputt zu hauen, der Akku hält ewig und man kann ganz hervorragend Blüten darin trocknen.
Am Strand kann man es wunderbar verwenden, um einen Cocktail sicher darauf abzustellen und außerdem lässt es sich bei großer Hitze als Fächer benutzen – man sollte allerdings nicht zu nah am Gesicht damit wedeln, das könnte sonst blaue Flecken geben. Woher ich das weiß? Öhm …
Um kippelnde Tische ins Lot zu bringen ist es mit seinen gut dreihundert Seiten zu dick, aber Kaffeeflecken gegenüber ist es deutlich toleranter als die E-Book-Version und natürlich werden die Seiten etwas wellig, wenn man das Buch ins Badewasser fallen lässt, aber es lässt sich im Gegensatz zum E-Book trotzdem noch lesen.
Man kann es ahnen: Ich habe keinen Aufwand gescheut, das alles für meine Leser zu testen.

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Protipp: Wunderbar geeignet auch als Zelt für Playmobil-Luthers

Die ersten 2,22 Euro habe ich an diesem Buch bereits verdient, weil ich es mir nämlich testweise schon mal selbst gekauft habe. Da ich es aber nun schon kenne, würde ich noch eine Widmung reinkrickeln und es verlosen.
Dafür müsst ihr nur kommentieren, warum ihr so bleibt, wie Ihr werden wollt. Und zwar bis zum 1. Juli 2016 hier oder auf Facebook. Teilnehmen darf jeder, solange er das Buch nach Deutschland geschickt bekommen möchte, der Gewinn kann nicht in bar ausgezahlt werden und es gibt hier auch weder einen Rechts- noch einen Linksweg.

Wer nicht auf das Glück hoffen mag oder auch die Gefahr eines Zweitbuchs in Kauf nimmt, kann ja jetzt mal zu Amazon rüberklicken und das Buch da kaufen.

Viel Spaß beim Lesen und bleibt so, wie Ihr werden wollt!

#12von12 im Juni

Heute ist Sonntag. Und wir müssen mal nicht früh raus. Deshalb stehe ich heute auch erst um 7 Uhr 20 auf. Ist das schon diese senile Bettflucht?
Mein Sohn ist auch wach, hat bereits drei Comics gelesen und begleitet mich in die Küche, da es meiner Meinung nach zu früh ist, um im Hof Bälle gegen die Wand und das Metalltor zu schießen. Weiterlesen

Was Eigenes

Meine Oma war eine sehr lustige Frau. Fanden zumindest wir Enkelkinder. Wir durften auf ihrem Rücken reiten wie auf einem Pferd und zu unserer Belustigung hat sie ihr künstliches Gebiss rausgenommen und damit geklappert wie ein Vampir mit Parkinson.
Wenn sie auf uns Kinder aufpassen sollte, dann durften wir immer mit ihr zusammen Krimis gucken. Das fanden unsere Eltern wiederum nicht so lustig. Dabei waren es immer harmlose Krimis, fand zumindest meine Oma.
Samstags gab es keine Krimis, da haben wir dann Volksmusiksendungen geschaut. Die mochte meine Oma auch. Vor allem der jodelnde Japaner hatte es ihr angetan. Tanzen wie Ginger Rogers und Jodeln – das hätte meine Oma gerne gekonnt. Das mit dem Tanzen hat sie sein gelassen, aber gejodelt hat sie immerzu. Nicht gut, aber begeistert.
„Holleradiho!“ war stets ihre Begrüßung. Weiterlesen

Hier sollte eine Überschrift stehen*

Ich bin froh, dass ich nicht heutzutage jugendlich bin. Dass ich jetzt schon so alt bin und gewissen gesellschaftlichen Zwängen einfach nicht unterliege. Ich kann einfach so ein wenig im Haushalt machen, auf dem Klavier klimpern oder lesen.
Ich bin nicht dazu verdammt, zu chillen. Nichts zu tun.
Denn das kann ich nicht. Da werde ich unruhig. Dann langweile ich mich ganz schrecklich schnell und Langeweile ist für mich eine der schlimmsten Strafen überhaupt.
Nichts zu tun macht mich auch immer sehr schnell sehr unzufrieden. Gut geht es mir nur, wenn ich viel vor habe und viel erledigen kann. Je mehr ich zu tun habe, desto schneller und besser werde ich. Da bin ich ein wenig wie ein Motor. Wenn ich untertourig laufe, dann gehe ich kaputt.
Ich weiß nicht, ob das gut ist. Aber so bin ich nun mal.
Allerdings scheint diese meine Eigenschaft nicht dominant in meinem Erbgut verankert zu sein, bei meinen Kindern konnte ich bislang keine dahingehenden Tendenzen entdecken. Weiterlesen

Ich war das nicht

Bei uns zu Hause wohnen zusätzlich zu unserer Familie und den Kaninchen noch Niemand und Keiner. Gesehen haben wir sie zwar noch nie, aber dass es sie gibt, kann man an vielen Dingen ablesen. Konkrete Beweise gibt es keine, aber die Indizien sind erdrückend: Niemand isst zum Beispiel immer alle Schokokekse auf und lässt mich dumm dastehen, wenn ich die abends vor dem Fernseher in Ruhe alle alleine essen möchte Gästen etwas anbieten möchte, und Keiner weiß dann, wer das war: nämlich Niemand.
Lina kann glaubhaft versichern, dass sie die nicht gegessen hat, das Kind ist immerhin so dünn, dass sie problemlos neben einem Laternenmast Schatten finden kann.
Die Schokoflecken auf ihrem T-Shirt müssen irgendwie in der Waschmaschine von anderen kontaminierten Kleidungsstücken abgefärbt haben. Und die in ihrem Gesicht? Bestimmt Muttermale. Außerdem habe ich ja mehrfach mahnend darauf hingewiesen, dass gerne Kekse gegessen werden können, ich aber bitteschön darüber informiert werden möchte. So einer Ansage würden sich meine Kinder doch wohl niemals widersetzen. Zudem wissen sie auch genau, dass ich schlimmer als weggemampfte Kekse, liegengelassene leere Verpackungen finde.
Nein, also die Kinder können das nicht sein. Genauso wenig wie die zerschossenen Geranien im Hof. Das war nicht Fritz mit seinem Fußball. Ich habe nämlich genau gehört, wie er, als ich ihn dabei gesehen habe, gesagt hat: „Ich war das nicht!“ Weiterlesen

Nichts ist so erlabend wie ein Elternabend

„Kann ich da nachher eine Geschichte zu lesen? Like ich ungesehen.“
Ich befinde mich auf einem Infoabend. Was soll es da schon zu berichten geben? Und dann noch lustiges, damit es sich in den Reigen meiner sonstigen Geschichten einreiht?
„Nein, Iris. Ich schreibe nur mit.“

Ja, ich gebe es zu, ich schreibe auf Elternabenden mit. Immerhin ist dies hier eine Infoveranstaltung zur im Herbst stattfindenden Klassenfahrt. Da kann man schon mal mitschreiben. Und wenn nur als Übersprungshandlung um nicht ständig irgendwelches dummes Zeug zu fragen oder sich über die anderen Eltern aufzuregen. Ich finde, es könnten ruhig mehr Eltern mitschreiben.

„Herzlich Willkommen. Ich bin Frau Kaiser, die Klassenlehrerin der 3 a. Frau Brucker und Frau Hinz werden für die Klassen 3 b und c mitfahren. Wenn sie dann noch die Klassenlehrerinnen sind.“
Ein durchaus berechtigter Hinweis, immerhin wechseln die Klassenlehrerinnen an unserer Grundschule häufiger als meine Kinder ihre Socken. Abgestimmt, dass die Fahrt für alle Kinder verpflichtend ist, wurde noch bei zwei anderen Lehrerinnen.
Ich glaube, meine Kinder haben die einzigen beiden Klassenlehrerinnen erwischt, die die gesamte Grundschulzeit durchgehalten haben. Und das bei meinem Sohn. Aber vielleicht sollte ich still sein, ein Jahr hat er ja noch.
Und das ist das Premiumjahr mit Abschiedsfeier und Klassenfahrt. Weiterlesen

#12 von 12 im Mai

Heute ist ein guter Tag. Denn er beginnt mit Kuchen. Eigentlich sollte jeder Tag mit Kuchen beginnen. Und ich habe Sandkuchen. Weiterlesen