Archiv der Kategorie: Allgemein

Bye, Bye Stand-by

fernbedienungEin Fernseher ist eine sehr praktische Erfindung. Vor allem, wenn man Kinder hat und mal in Ruhe telefonieren oder mit Freunden essen möchte. Glotze an, Kinder davor und Stille – zumindest solange man ihn nicht mehr ausschaltet.
Das Problem, das man sich mit dem Einsatz des Fernsehers allerdings im Gegenzug einhandelt, kannte schon Goethes Zauberlehrling: die Geister, die ich rief, werd‘ ich nun nicht los. Weiterlesen

Missverständnis über Missverständnis

hausaufgabenheft-sandkuchen„Mama. Irgendwie kam es da heute in der Schule-  warum auch immer –  zu einem Missverständnis.“
Dieser Satz verheißt nichts Gutes, ich bekomme ihn aber regelmäßig zu hören, seit Fritz in die Schule geht.
„Schon wieder ein Eintrag in deinem Hausaufgabenheft?“
Diesmal ist es wegen Schwätzens. Mein Sohn ist sich wie immer keiner Schuld bewusst. Es hatte geklingelt, da ist die Stunde ja vorbei und man kann reden. Auf die Idee, dass die Lehrerin vielleicht den Unterricht beendet und weder die Schulglocke noch er, kommt er nicht.
Dieses Kind findet aber auch einfach für alles eine logische Erklärung. Man könnte vielleicht versucht sein, es Ausrede zu nennen. Weiterlesen

Ein Klavier, ein Klavier!

klavier„Belle nuit, o nuit d’amour“
Die Barcarolle – ein schönes Stück. Ein zauberhafter Walzer aus Hoffmanns Erzählungen von Jaques Offenbach. Nicht immer unbedingt auf Anhieb zu erkennen, wenn von Fritz am Klavier interpretiert. Zudem neigt er dazu, aus jedem Stück ein Medley zu machen. So wird aus der Barcarolle plötzlich „Waving Flag“, der südafrikanische WM-Ohrwurm, um dann fließend in „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“ überzugehen. Und am Ende wird immer alles zu Yankee Doodle mit seinem Maccaroni-Hut, der einen kurzen Stopp bei seinem Kumpel Old Mc Donald einlegt. Weiterlesen

Kennst Du das Land

playmobil-funparkSicherlich hätte Goethe sein Gedicht anders aufgezogen, wenn er da gewesen wäre wo wir waren. Wir waren nämlich im gelobten Land – im Playmobil-Land. Oder wie der Fürther sagen würde: im Blemobil-Fannbarrg.
Das war ein wirklich schöner Ausflug. Das Wetter war so richtig schön mies. Ende September, schwülwarm, dafür hat es nur zweimal geregnet. Einmal als wir zuhause losgefahren sind bis zum Mittagessen um 15 Uhr und dann wieder als wir gegen 17 Uhr nach Hause zurück gefahren sind. Naja. Sind ja nur 250 Kilometer die notorisch baustellenverseuchte  und mit Blindgängern aus dem 2. Weltkrieg gespickte A3 lang. Weiterlesen

Was sollen wir essen?

nudeln-kaesesosse„Was wollt Ihr essen?“
„Nudeln mit Käsesoße!“
Nudeln mit Käsesoße könnte ich, wenn es nach meinen Kindern ginge, jeden Tag kochen. Zum Glück muss ich nicht jeden Tag kochen, da wir alle im Hort, in der Kantine oder an der nächsten Currywurst- oder Dönerbude versorgt werden und zum weiteren Glück geht bei uns doch nicht alles nach den Kindern. Weiterlesen

Spurensuche

spurensucheKinder hinterlassen Spuren. Ihr Wesen hinterlässt Abdrücke in unseren Seelen und fröhliches Kinderlachen setzt sich für immer in unseren Herzen fest. Wie ein Sonnenstrahl, der durch dichten Nebel den Weg findet, leuchten Kinderaugen und erhellen die Welt.
So, genug der gefühlsduseligen Küchen- und Grußkartenphilosophie. Diese Geschichte handelt natürlich von der Unordnung,  dem Dreck und den Schmierereien, die Kinder immer hinter sich lassen und deren Spur man direkt zu den Übeltätern verfolgen kann. Weiterlesen

Alles muss raus!

flohmarktWeihnachten rückt näher. OK, es sind noch drei Monate bis dahin, aber die Kisten mit aussortierten Klamotten und Spielsachen stapeln sich auf dem Dachboden und versperren dem Schornsteinfeger den Weg. Es muss also sein. Wir waren auch schon seit zwei Jahren nicht mehr. Es geht nicht anders.
„Verschenk‘ den Krempel. Kriegste eh‘ nichts mehr für“, sagt mein Kollege.
„Ich habe keinen, dem ich es schenken könnte“, antworte ich.
„Frag‘ doch mal bei den jungen Vätern im Kollegenkreis“, antwortet er.
„Hab‘ ich schon, aber da war jemand anderes schneller.“ Schuldbewusst schaut der Kollege zu Boden.
Unser Entschluss steht fest, am Sonntag geht’s auf den Kinderbasar. Weiterlesen

Körperwelten

koerperwelten1Der eigene Körper ist ein Mysterium. Mein Mann wundert sich zum Beispiel immer darüber, dass er müde ist, obwohl er doch eigentlich lange geschlafen hat. Ich wundere mich hingegen, warum ich ständig dicker werde, obwohl ich doch fast immer vernünftig esse (höhöhö).
Besonders wundern sich Teenager über ihre Körper. Die haben aber nun wirklich auch Grund dazu. Da werden aus zahnlückigen, spindelbeinigen Zopfträgerinnen quasi über Nacht rassige Lolita-Weibchen in figurbetonten Fetzen, die auf einmal drei Stunden im Bad verbringen und aussehen, als wären sie aus Versehen im Versuchslabor eines Make-Up-Herstellers traktiert worden. Und aus süßen, pausbäckigen Jungs, die nur Fußball im Kopf haben, werden plötzlich picklige, kieksstimmige Halbriesen, die nur Fußball im Kopf haben.
Und das alles ohne irgendwelche Zaubertränke oder Verwandlungsflüche.  Weiterlesen

Wolfgang is in da House

Wolfgang, die WinkelspinneEigentlich wollte ich nur die Kinder ins Bett bringen.
Doch mitten im Weg saß sie plötzlich da. Fett und bräsig lauerte sie auf uns, begierig, die Schreie zu hören und sie in sich aufzusaugen, um daraus Energie zu ziehen. Um ans Ziel zu kommen, mussten wir zwangsläufig an ihr vorbei, es gab einfach keinen Ausweg. Gerne hätte ich Lina diesen Anblick erspart, aber zu spät, magisch hat sie alle unsere Blicke auf sich und ihre haarigen Beine gezogen: die dicke, fette Spinne in unserem Flur.
„Iiiiiiiihhhhhh“
Ja, das war sie wirklich. In meiner Erinnerung ist sie mindestens dreißig Zentimeter groß, vielleicht waren es aber auch nur drei. Und ich spreche hier nur vom Körper. Die Beine gehen extra. Riesige Augen verfolgten jede unserer Bewegungen und mit ihren gewaltigen Kauwerkzeugen hätte sie ganze Finger mühelos in Stücke beißen können.
„Tu‘ sie weg. Aber nicht tot machen.“  Weiterlesen