Jäger des verlorenen Schatzes

„Da hat das rote Pferd, sich einfach umgekehrt …“

Mein Kopf dröhnt und meine Augen sind geblendet von all dem bunten Zeug hier. Neben mir steht eine Prinzessin und wenn mich nicht alles täuscht, dann ist eben der unglaubliche Hulk an mir vorbeigelaufen.
„Da Mama. Da ist eine, die können wir fragen“, zieht mich mein Sohn zu drei Frauen, die sich in eine Ecke verdrückt haben, um bloß keine Kunden bedienen zu müssen.
„Entschuldigung, wir suchen ein Indiana-Jones-Kostüm für den jungen Mann hier“, spreche ich die drei in ein Gespräch vertieften Damen an. Dem kurzen erschreckten Blick folgt ein Aufatmen und die Antwort: „Da müssen sie in die Kinderabteilung. Die ist unten.“
Immerhin wurden wir nicht gleich ausgelacht, ob des eher antiquierten Kostümierungswunschs von Fritz. Vielleicht gibt es ja tatsächlich ein Indiana-Jones-Kostüm in diesem riesigen Faschings-Fachgeschäft, in dem wir uns befinden. Weiterlesen

#Liebster Award

Es gibt da so ein Ding unter Bloggern. Das nennt sich „Liebster Award“. Den bekommt man, weil ein anderer Blogger deinen Blog toll findet. Gedacht ist er dafür, dass kleine Blogs bekannter werden.
Wenn man gehässig ist, dann kann man das auch abfällig Blogger-Kettenbrief nennen und sich freuen, wenn der Kelch an einem vorübergezogen ist. Das machen aber nur die Blogger, die als Kinder im Sportunterricht immer als letzte in eine Mannschaft gewählt wurden und beim Fußball nie den Ball abbekommen, obwohl sie doch immer direkt vorm Tor stehen und wirklich nur drei, vier, vielleicht fünfzehn Mal am Tor vorbeigeschossen haben. Und solche, die schon seit anderthalb Jahren bloggen und noch nie nominiert wurden. Also solche wie ich. Weiterlesen

Der Trödeltrupp – Der Müll liegt auf dem Speicher

Als wir in unsere Wohnung eingezogen sind, war unser Dachboden leer. Sauber und leer. Und groß. Wir hätten dort ausschweifend Wiener Walzer tanzen können, wenn die Deckenhöhe nicht so niedrig und mein Mann nicht so groß wäre.
Und jetzt? 15 Jahre später und zwei Mitbewohner mehr, kann man sich dort kaum noch um die eigene Achse drehen, wenn man erst einmal die Stufen hinauf erklommen hat. Kisten voller Spielzeug und Plunder und leere Verpackungen stapeln sich, dazwischen immer mal wieder aussortierte Kuscheltiere, zerdellerte Laternen und defekte oder veraltete Elektrokleingeräte.

Ich habe mich immer gefragt, warum die Idioten in den Horrorfilmen jedes Mal die Treppe nach oben rennen, anstatt aus dem Haus zu fliehen, wenn sie angegriffen werden. Wenn ich mich so auf unserem Dachboden umschaue, dann ergibt das alles plötzlich einen Sinn. Wo könnte man sich besser verstecken als zwischen all dem Unrat, der dort ein neues Zuhause gefunden hat?
Der diesjährige Neujahrsvorsatz lautete also: Dachboden entrümpeln.
„Echt? Heute?“
„Ja, einfach mal anfangen, vielleicht ein Stündchen oder so.“ Weiterlesen

Verflucht in alle Ewigkeit

Vor vielen, vielen Jahren war ich auf einem Badminton-Turnier. Einer meiner Gegner hat, immer wenn er einen Fehler gemacht hat, „Schitti“ gerufen. Ich fand das damals sehr merkwürdig, weshalb es mir vermutlich auch im Gedächtnis geblieben ist. Mittlerweile denke ich, der hatte einfach kleine Kinder und trainierte sich den Gebrauch von Schimpfworten ab, in dem er sie durch bescheuerte Schimpfwort-Verniedlichungen substituierte. Aber ist das der richtige Weg?
Irgendwann kommen die Kinder unvermeidlich mit Kraftausdrücken in Kontakt. Ist es dann nicht gut, wenn sie schon einen Stamm halbwegs sozial verträglicher Schimpfworte in ihrem Grundwortschatz haben? So ein „Scheiße“ und „Blödmann“ ab und zu tut doch nun wirklich niemandem weh, oder?
Und der Bedarf ist da. Der Mensch schimpft einfach gerne. Und wenn ihm die passenden Worte fehlen, dann erfindet er eben eigene. Lina zum Beispiel. Sie hat vor ihrer Kindergartenzeit immer, wenn sie sich über irgendetwas geärgert hat „Pamme“ gerufen. Wo auch immer sie das her hatte. Doch die Pamme-Zeit ist längst vorbei.  Inzwischen kennen meine Kinder mehr Schimpfwörter als mein Mann und ich zusammen. Deutsch und Griechisch. Weiterlesen

Mein Leben als Mensch – Gewinnspiel

Kennt Ihr Jan Weiler? Bestimmt. „Maria, ihm schmeckt’s nicht“ ist sein wohl bekanntestes Buch und wurde mit Christian Ulmen in der Hauptrolle verfilmt.
Noch viel, viel besser gefallen mir ja seine Kolumnen, die er inzwischen für die „Welt am Sonntag“ schreibt, und deren Artikel in Büchern zusammengefasst werden.

Im vergangenen Oktober war ich auf einer Jan-Weiler-Lesung (ein vollkommen uneigennütziges Geschenk von mir an meinen Mann zum Geburtstag). Es war wahnsinnig lustig. Ein wirklich toller Abend.
In der Pause war Signierzeit und kurz vorher hat er erklärt, dass er da alles reinschriebe, was von ihm verlangt werde. Er würde sogar fremde Bücher signieren oder einen anderen Namen da reinschreiben.
Habt Ihr schon eine Ahnung?
Richtig, ich habe ihn natürlich Werbung für mein Buch machen lassen. Da das mit dem Signieren von meinem Buch ja ein wenig schwierig ist, habe ich ihn das in eins von seinen Büchern machen lassen.

widmung-weiler

Und wenn Ihr diesen 1-A-Werbeträger gewinnen möchtet, müsst Ihr nur bei dem Gewinnspiel mitmachen, und schon gehört einem von Euch das Buch „Mein Leben als Mensch“ von Jan Weiler mit Autorenwidmung.
Ich verlose es unter allen Teilnehmern, die diesen Artikel oder auf Facebook den entsprechenden Post dahingehend kommentieren, welche Sandkuchen-Geschichte ihnen am besten gefällt.
Das Gewinnspiel läuft so lange, bis die Sandkuchen-Geschichten auf Facebook 180 Likes haben.
Den Gewinner werde ich dann auslosen und hier und auf Facebook bekannt geben.

Jetzt kommen noch ein paar Dinge, die zwar niemanden weiter interessieren, die ich wohl aber angeben muss:

Teilnahmeberechtigt sind alle, die über 18 Jahre alt sind.
Das Gewinnspiel wird von mir veranstaltet und weder WordPress noch Facebook oder die NSA haben irgendetwas mit diesem Gewinnspiel zu tun. Schon gar nicht Jan Weiler.
Der Gewinn kann nicht in bar ausgezahlt werden und ich hafte für gar nichts. Schon gar nicht für Bauchmuskelkater, den man zwangsläufig bekommt, wenn man die lustigen Geschichten von Jan Weiler liest.

Und jetzt wünsche ich allen viel Erfolg und freue mich auf eine rege Teilnahme!

 

#12 von 12 im Januar

Heute ist mein erster Arbeitstag im Neuen Jahr.
Ich habe mir gestern Abend zur Feier des Tages die Nägel lackiert. Hat so semi gut geklappt.
Deswegen entferne ich als erste Amtshandlung des Tages den Lack gleich wieder, weil er über Nacht erstaunlicherweise nicht besser geworden ist. Das Entfernen klappt aber auch nur so mittel gut.
So langsam wird klar, warum das hier kein Beauty-Blog ist. Aber die acetonfreien Dämpfe machen ein wenig high. Und da ich kein Fenster in unserem winzigen Bad aufmache, weil sonst alle „KALT!“ schreien, hat auch die ganze Familie etwas davon.

nagellackentferner

Ich will ja nicht wissen, wie Nagellackentferner stinkt, der Aceton enthält und nicht sehr gut getestet wurde …

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Als das Rumpelstilzchen in meinen Sohn gefahren ist

Fritz hatte einen Wutanfall. Fritz hat eigentlich sonst nie Wutanfälle. Ich weiß, das klingt jetzt sehr unglaubwürdig, aber es stimmt.
Für Wutanfälle war früher eher Lina zuständig, aber die hat das auch hinter sich gelassen. Die Zeiten, als sie ihren Kopf vor Wut gegen den Fußboden gehauen hat, weil sie an irgendetwas nicht herangekommen oder beim Krabbeln zu langsam vorangekommen ist, sind schon ganz lange vorbei.

Der letzte Wutanfall von Fritz, an den ich mich erinnere, war, als er ungefähr vier Jahre alt war. Der Klassiker in der Quengelzone an der Supermarktkasse. Ich glaube, es ging um irgendein Heftchen, Bob der Baumeister oder so, das er unbedingt haben wollte. Er hat rumgebrüllt und geschimpft. Ich habe mich mal wieder gefragt, ob ich ihn wohl auf dem Heimweg in so eine Babyklappe quetschen könnte und ansonsten so getan, als ginge mich das alles gar nichts an und als ob das Kind zu jemand anderem gehört. Hinter mir stand eine Omi, die mit den Minuten, die wir zusammen mit dem brüllenden Kind an der Kassenschlange warten mussten, immer genervter aussah. Ich hatte mir schon zehn verschiedene Rechtfertigungsgründe zurechtgelegt, warum ich dieses Kind nicht im Griff habe und mich geistig auf eine Predigt über richtige Kindererziehung vorbereitet, da drehte sich die Omi zu meinem Sohn um und sagt: „Was soll denn das? Jetzt hör‘ mal auf, Deine Mutti die ganze Zeit so anzuschreien und benimm‘ Dich anständig.“
Was soll ich sagen? Eigentlich mag ich es nicht, wenn andere meine Kinder zurechtweisen, aber danach war Ruh‘.

Und jetzt, drei Jahre später, der nächste kapitale Wutanfall. Weiterlesen

Exotischer Obstsalat

Manchmal hat man ja so komische Ideen. Da will man ein Eis essen, wenn es draußen minus zehn Grad hat, oder man sortiert seine CDs neu oder man macht beim Supertalent mit, ohne was zu können.
Ich hatte heute die glorreiche Idee, einen exotischen Obstsalat zu machen. Weil ich so viel Obst übrig habe, das über die Weihnachtstage irgendwie niemand essen wollte, und weil mein Mann einen gar grässlichen Männerschnupfen gefangen hat und ein paar Vitamine bestimmt nicht schaden können. Und weil es ja so kuschlig zwischen den Jahren ist, hatte ich die glorreichhochzehne Idee, das Projekt Obstsalat mit meinen Kindern zusammen anzugehen. Weiterlesen

Macht hoch die Tür – bei Nieselpriem

Die allerliebste Rike hat auf ihrem fantastischen Blog Nieselpriem, der aufmerksamen Lesern bekannt sein dürfte, einen Adventskalender. In diesem Adventskalender hat sie die Creme de la Creme der deutschsprachigen Familien-Blogger-Szene versammelt.
Und jetzt ratet mal?!?!
Ja, genau, ich habe es auch geschafft, mich dort hineinzuwanzen. Ein wenig habe ich mir da ein Beispiel an meinen Kindern genommen und ein bisschen rumgeheult (wähähä, mich haste nicht gefragt. Wie soll ich denn jemals wieder glücklich werden? Alle anderen hast Du viel lieber als mich! – Eltern kennen das).

Und stellt Euch vor, Rike hat tatsächlich ihr Herz und ein Türchen für mich und meine Geschichten aufgemacht.
Also habe ich mir mal einen Reim auf Weihnachten gemacht.
Zum ganzen Gedicht bitte einmal hier entlang, nach Nieselpriem!

Gehet hin und schauet! Und kommt wieder zurück.
Obwohl, ich kann verstehen, wenn nicht, denn Rikes Blog ist wirklich sensationell.

Wahl(los)verwandtschaften

„Mama. Wie heißen denn Omas?“
„Du weißt doch wie deine Omas heißen, Fritz. Oma Luise und Oma Wauwau.“
„Das meine ich nicht. Opas heißen doch auch ‚Senioren‘, aber wie heißen Omas?“
„Seniorita“, war Linas fachkundige Antwort von der Rückbank.

Da die beiden im Auto quasi gefangen waren,  konnten sie nicht abhauen und quittierten somit meinen darauf folgenden Vortrag, dass es sich bei Senior um den Komparativ des lateinischen Adjektivs senex handelt, was so viel wie alt bedeutet, mit Ohren-Zuhalten und Lalala-Singen.
Somit entging ihnen, dass man nicht unbedingt Nachkommen gezeugt haben muss, um ein Senior zu sein. Alt werden kann man auch ohne Enkel. Alt aussehen sowieso.
Aber das mit den verwandtschaftlichen Beziehungen ist ohnehin nicht so das Ding meiner Kinder. Den ganz großen Durchblick haben sie da noch nicht. Weiterlesen