Neulich gab es bei uns morgens ein großes Drama: Die Zahnfee war nicht gekommen. Der Zahn lag immer noch geputzt im Säckchen unter Linas Kopfkissen und wartete auf Abholung durch die Zahnfee gegen Ablöse durch ein Geschenk.
Bis jetzt war auf diese Zahnfee einwandfrei Verlass gewesen. CDs, Büchlein, mal was Kleines von Playmobil – immer war was Schönes dabei. Nur diesen Eckzahn wollte sie anscheinend nicht.
„Ich weiß, warum die Zahnfee nicht gekommen ist“, blökte Linas kleiner Bruder. Auf ihren fragenden Blick aus verheulten Augen erklärte er: „Die hat gestern bei uns auf dem Sofa gehockt und ferngesehen – weil das nämlich Papa und Mama sind. Und überhaupt – ich will jetzt sofort alle meine Zähne wiederhaben“, wandte er sich in forderndem Tonfall an mich. Weiterlesen
Archiv der Kategorie: Sandkuchen-Geschichten
Das Leben ist ein Spiel
Mal verliert man, und mal gewinnen die anderen.
Dass verlieren keine Katastrophe ist, habe ich erst durch meinen Sohn erfahren. Erstaunlicherweise macht ihm nämlich verlieren einfach nichts aus. Er lacht dann und freut sich, dass das Spielen so viel Spaß gemacht hat. Wenn er beim „Mensch ärgere Dich nicht“ direkt vor dem Häuschen geschnickt wird, dann findet er das genauso lustig, wie wenn er jemanden rauswirft.
Verarscht der mich? Gibt es sowas wirklich? Von Fritz‘ großer Schwester bin ich da ganz anderes gewohnt. Eigentlich mag ich mit ihr überhaupt kein Gesellschaftsspiel spielen, da sie bereits kurz nach Spielstart in fürchterliches Gezeter ausbricht, wenn jemand mit dem nächsten Zug eventuell knapp vor ihr liegen könnte. Sie heult dann und wirft schimpfend mit Spielsteinen um sich, so dass ich häufig nahe daran bin, das Spiel abzubrechen. Ironischerweise gewinnt sie die Spiele dann meist noch. Gottseidank. Weiterlesen
Partytime!
Kindergeburtstage sind ja so ein Thema für sich. Als veranstaltende Eltern freut man sich da ungefähr so drauf wie auf einen Besuch beim Zahnarzt mit Wurzelbehandlung. Fünf bis zehn oder sogar noch mehr Kinder hüpfen um einen rum, machen einen Krach wie zehn Bulldozer in der Großraumdisko und wollen bespaßt und verköstigt werden. Natürlich nicht alle mit den gleichen Dingen, das wäre ja zu einfach. Die einen wollen Schokoladenessen spielen, die anderen lieber eine Schatzsuche machen. Die darf dann natürlich auch nicht zu babymäßig sein. Weiterlesen
Bye, Bye Stand-by
Ein Fernseher ist eine sehr praktische Erfindung. Vor allem, wenn man Kinder hat und mal in Ruhe telefonieren oder mit Freunden essen möchte. Glotze an, Kinder davor und Stille – zumindest solange man ihn nicht mehr ausschaltet.
Das Problem, das man sich mit dem Einsatz des Fernsehers allerdings im Gegenzug einhandelt, kannte schon Goethes Zauberlehrling: die Geister, die ich rief, werd‘ ich nun nicht los. Weiterlesen
Missverständnis über Missverständnis
„Mama. Irgendwie kam es da heute in der Schule- warum auch immer – zu einem Missverständnis.“
Dieser Satz verheißt nichts Gutes, ich bekomme ihn aber regelmäßig zu hören, seit Fritz in die Schule geht.
„Schon wieder ein Eintrag in deinem Hausaufgabenheft?“
Diesmal ist es wegen Schwätzens. Mein Sohn ist sich wie immer keiner Schuld bewusst. Es hatte geklingelt, da ist die Stunde ja vorbei und man kann reden. Auf die Idee, dass die Lehrerin vielleicht den Unterricht beendet und weder die Schulglocke noch er, kommt er nicht.
Dieses Kind findet aber auch einfach für alles eine logische Erklärung. Man könnte vielleicht versucht sein, es Ausrede zu nennen. Weiterlesen
Geschützt: Unbekleidete Tatsachen
Ein Klavier, ein Klavier!
„Belle nuit, o nuit d’amour“
Die Barcarolle – ein schönes Stück. Ein zauberhafter Walzer aus Hoffmanns Erzählungen von Jaques Offenbach. Nicht immer unbedingt auf Anhieb zu erkennen, wenn von Fritz am Klavier interpretiert. Zudem neigt er dazu, aus jedem Stück ein Medley zu machen. So wird aus der Barcarolle plötzlich „Waving Flag“, der südafrikanische WM-Ohrwurm, um dann fließend in „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“ überzugehen. Und am Ende wird immer alles zu Yankee Doodle mit seinem Maccaroni-Hut, der einen kurzen Stopp bei seinem Kumpel Old Mc Donald einlegt. Weiterlesen
Kennst Du das Land
Sicherlich hätte Goethe sein Gedicht anders aufgezogen, wenn er da gewesen wäre wo wir waren. Wir waren nämlich im gelobten Land – im Playmobil-Land. Oder wie der Fürther sagen würde: im Blemobil-Fannbarrg.
Das war ein wirklich schöner Ausflug. Das Wetter war so richtig schön mies. Ende September, schwülwarm, dafür hat es nur zweimal geregnet. Einmal als wir zuhause losgefahren sind bis zum Mittagessen um 15 Uhr und dann wieder als wir gegen 17 Uhr nach Hause zurück gefahren sind. Naja. Sind ja nur 250 Kilometer die notorisch baustellenverseuchte und mit Blindgängern aus dem 2. Weltkrieg gespickte A3 lang. Weiterlesen
Was sollen wir essen?
„Was wollt Ihr essen?“
„Nudeln mit Käsesoße!“
Nudeln mit Käsesoße könnte ich, wenn es nach meinen Kindern ginge, jeden Tag kochen. Zum Glück muss ich nicht jeden Tag kochen, da wir alle im Hort, in der Kantine oder an der nächsten Currywurst- oder Dönerbude versorgt werden und zum weiteren Glück geht bei uns doch nicht alles nach den Kindern. Weiterlesen
Spurensuche
Kinder hinterlassen Spuren. Ihr Wesen hinterlässt Abdrücke in unseren Seelen und fröhliches Kinderlachen setzt sich für immer in unseren Herzen fest. Wie ein Sonnenstrahl, der durch dichten Nebel den Weg findet, leuchten Kinderaugen und erhellen die Welt.
So, genug der gefühlsduseligen Küchen- und Grußkartenphilosophie. Diese Geschichte handelt natürlich von der Unordnung, dem Dreck und den Schmierereien, die Kinder immer hinter sich lassen und deren Spur man direkt zu den Übeltätern verfolgen kann. Weiterlesen
