Archiv der Kategorie: Allgemein

Niveau ist keine Creme

intrinsischer-kickerFremdworte bereichern ja eine Sprache ganz ungemein. Gerade französische Wörter klingen so furchtbar elegant und weltläufig und der adäquate lateinische Term, im rechten Moment prononciert, erhebt einen in die Sphären höheren Schlaumeiertums Angebertums Bildungsbürgertums.
Es gibt aber auch noch eine andere, schattigere Seite beim Gebrauch von Fremdworten: Der falsche Gebrauch von Fremdworten nämlich.
Schattig ist die Seite allerdings nur für den, der bei der Wortwahl daneben langt. Das kann dann von herrlicher Belustigung bis hin zum Fremdschämen führen. Aber manchmal hat man auch Glück, und die Zuhörer bemerken den Fremdwort-Fauxpas überhaupt nicht. Ich kenne da einige sehr großzügige Vertreter. Weiterlesen

Nicht für die Schule, für die Lehrerin lernen wir

schulranzen-sandkuchen-gescEigentlich wollte Lina nie in die Schule. Neuem gegenüber ist sie nicht unbedingt aufgeschlossen und ihre Erzieherinnen im Kindergarten waren soweit OK und es gab dort ausreichend Papier und Stifte, also was bitte schön soll sie in der Schule?
Allerdings wollte sie auch nicht unbedingt morgens von der Polizei in die Schule abgeführt werden und alle ihre Freundinnen mussten auch dahin, also hat sie sich halt in ihr Schicksal gefügt und ist eines schönen Jahres Anfang August der Aufforderung gefolgt, doch künftig die Schule zu besuchen. Weiterlesen

Ist nicht geschimpft genug gelobt?

dankeblume-sandkuchen-geschMein Sohn hat (mal wieder) sein Herz verloren. Diesmal an Ann Doka, meine bezaubernde Kollegin und talentierte Country-Sängerin. Oder auch AnnDocker, wie Fritz es ausspricht.  Wir waren auf einem Konzert, das sie gegeben hat und während alle um ihn herum auf dem Stadtteilfest Bratwurst und Bier zum Takt der Musik in sich hineingestopft haben, hat er eifrig nicht so ganz im Takt mitgeklatscht und sich am Ende ein Autogramm geben lassen und ihre CD gekauft.
Am nächsten Tag auf der Arbeit sollte ich ihr dann ausrichten, dass sie die beste Sängerin der Welt wäre. Und total nett. Weiterlesen

Eine Woche voller Simstage

playstation-sandkuchen-gescWir haben uns mit einem gewaltigen Sprung ins 21. Jahrhundert hineinkatapultiert. Manch einer mag jetzt müde lächeln, wenn er hört, was wir getan haben, aber was bisher für die Menschheit ein winzig kleiner Schritt war, war für unsere Familie ein Schritt unvorstellbar riesenhafter Ausmaße.
Eigentlich sind wir nicht untechnisch, wir haben alle Smartphones, wissen was mp3s sind, unser Fernseher kann schon Internet und wir haben so ein hypermodernes sirrendes Induktionskochfeld seit Stefans letztem Kochversuch – aber einen weißen Fleck gab es bislang bei uns: Gaming. Weiterlesen

Augen auf bei der Berufswahl

arbeitsamtIrgendwie hat der Fernseher eine magische Anziehungskraft auf meine Kinder. Ich versuche, die Zeiten zu begrenzen, aber manchmal gebe ich nach und lasse sie vor die Flimmerkiste.
Als informierte Tigerkopter-Mum  lege ich natürlich Wert auf das Programm. Ich bevorzuge Wissenssendungen, nicht zuletzt, weil ich die selber gerne mag. Sonntag 11:30 Uhr ist gesetzt, da läuft „Die Sendung mit der Maus“.
Da die Kinder das wissen, behaupten sie gerne, etwas furchtbar lehrreiches gucken zu wollen und schalten dann heimlich um. Dann folgt häufig ein Dialog in folgender Art: Weiterlesen

Mary Poppins‘ Tasche

neue-tascheMein Mann bezeichnet meine Handtasche gerne als ledernen Müllbeutel. Er kann einfach nicht verstehen, wozu jemand immer so viel Krempel mit sich herumschleppen muss. Schon seine Geldbörse ist nur halb so groß wie meine und nur einen Bruchteil so dick. Drinnen sind ein paar Scheine, der Personalausweis, der Führerschein und manchmal einige wenige Münzen. Ich glaube, er hat nicht mal seine Bankkarte immer dabei. Ich habe hingegen noch ein paar andere Karten, mit denen man Rabatte und Treuestempel ergattern kann für den Bäcker, den Metzger, den Schuster, den Blumenladen und noch ein paar andere. Natürlich Bilder meiner Kinder, Mitgliedsausweise diverser Sportvereine, Krankenkassenkarten von mir und den Kindern, Bibliotheks-Ausweise und der Ausleihausweis für die Videothek, in der ich seit mindestens zehn Jahren nichts mehr ausgeliehen habe. Gibt es die überhaupt noch? Dazu noch ein paar Einkaufslisten, Kassenbons und Quittungen. Wie man also erkennen kann, nur absolut unverzichtbare Dinge. Weiterlesen

…fertig ist das Mondgesicht

papa-und-mamaLinas Ausstoß an bemaltem Papier ist bedeutend höher als der ihres Bruders. Bisweilen malt sie an einem Wochenende einen ganzen Block voll.
Entsprechend viel Mühe gibt sie sich mit ihren Bildern, wie man sich leicht denken kann.
Aber egal was auf einem Bild drauf ist, eine hübsche Prinzessin ohne Hände und mit halbfertigem Prinz oder eine Insel mit Palme ohne Meer, trennen kann sie sich von keinem ihrer Kunstwerke. Da wird auch nichts weggeworfen, das würde ihr das Herz brechen. Weiterlesen

Punkt, Punkt, Komma, Strich,…

kinderbild-monsterDas Zeichnen ist in unserer Familie sehr stereotyp verteilt. Lina und ich zeichnen und malen gerne und man kann auch einigermaßen erkennen, was die Künstlerinnen darstellen wollten. Mein Mann wählt lieber die technische Variante des Malens: er fotografiert.
Fritz macht gar nichts davon, freiwillig malt er höchstens mal ein „Star-Wars der Clown wars“-Bild aus, ansonsten zeichnet er nur wenn er dazu gezwungen wird, zum Beispiel wenn er es als Hausaufgabe aufbekommt. Nicht mal für Omas, Opa, Tanten und Onkels malt er, was diese aber vermutlich auch nicht weiter betrübt. Das, was bei seinen Malereien herauskommt, ist nämlich nicht unbedingt zu erkennen oder etwas, das man sich gerne an die Wand hängt. Weiterlesen

Der Putzteufel

PutzutensilienIch hatte früher eine Oma Waschmaschine. Natürlich hatte sie auch noch einen richtigen Namen, aber da sie viel Wert auf Ordnung und Sauberkeit legte, hatte sie zwei Waschmaschinen und diese auch rege im Einsatz. Ich denke, es gibt schlimmere Kosenamen.
Wie das mit den Genen und den damit verbundenen Eigenschaften usw. nun mal so ist, überspringt das ja ganz gerne mal die eine oder andere Generation.
Der Putzfimmel hatte schon den Eindruck erweckt, in unserer Familie komplett ausgestorben zu sein, da war er plötzlich wieder da. Und zwar dort, wo ihn niemand erwartet hätte: in meinem Sohn. Weiterlesen

Das Einkaufsparadies

In unserer Speisekammer hat eine Rewe-Filiale eröffnet. Filialleiter ist mein Sohn Fritz. Jetzt muss ich jedes Mal, wenn ich etwas von dort brauche, dafür bezahlen.
Dafür werde ich aber auch bedient und beraten.
Man kann auch mal über die Preise verhandeln oder anschreiben lassen. Und man bekommt die Einkäufe eingepackt und auf Wunsch auch in die Küche geliefert.
Das macht der Rewe, zu dem ich sonst gehe, nicht.
Fritz nimmt seine Rolle als Filialleiter sehr ernst. An der Tür hängt ein Schild mit den Öffnungszeiten, an die er sich allerdings nicht allzu akribisch hält und er hat, bevor der Laden eröffnet wurde, erst einmal alles aufgeräumt und saubergemacht.
Das hatte lange keiner mehr gemacht und war echt nötig. Lebensmittel, die mindestens zwei Jahre abgelaufen waren, wurden entsorgt und ich bin erstaunt, wie viel Platz doch in diesem Räumchen ist, wenn man Marmeladengläser alphabetisch sortiert und die koffeinhaltigen von den koffeinfreien Kaffeepads trennt. Weiterlesen