Archiv der Kategorie: Sandkuchen-Geschichten

#6Woerter Blogparade

Die liebe Anja von der Kellerbande hat eine Blogparade ins Leben gerufen. Sie fordert, dass man eine Geschichte schreibt, in der die sechs Wörter Haus, Schirm, Bär, Baum, Telefon und Schiff vorkommen. Da diese am 15.12. endet und dieser Tag zufällig mein Geburtstag ist, habe ich mich quasi verpflichtet gefühlt, daran teilzunehmen.
Mal sehen, ob ich diese sechs Wörter in einer Sandkuchen-Geschichte unterbringen kann: Weiterlesen

Horch, wer kommt von draußen rein?

Als ich neulich nach der Arbeit nach Hause kam, traf ich in unserer Wohnung auf zwei Mädchen, von denen ich eines noch nie gesehen hatte und das andere als Mitschülerin meiner Tochter identifizieren konnte. „Wo ist Lina?“, fragte mich das eine. „Beim Ballettunterricht“, war meine Antwort. „Aber sie müsste gleich wiederkommen. Wenn ihr möchtet, könnt ihr gerne hier warten.“
Dann machte ich mich auf die Suche nach meinem Sohn und die Antwort auf die Frage, wie die zwei wohl rein gekommen sind.
Ich traf ihn, in ein Kampfgeschehen vertieft, vor der Playstation und fragte ihn nach seiner Schwester.
„Die ist in ihrem Zimmer.“
„Aha. Hast du sie denn gesehen?“
„Nein.“
„Wie kommst du dann darauf, dass sie in ihrem Zimmer ist?“
„Hier ist sie ja nicht und ich habe ihr die Tür aufgemacht.“
„Nein, hast du nicht. Du hast zwei Freundinnen von Lina die Tür aufgemacht.“
Ohne aufzublicken antwortete er mir: „Ach so.“ Weiterlesen

Dienst nach Vorschrift

„Ich bin keine Perfektionistin.“
Punkt. Ein leiser Vorwurf schwingt in diesem Ausspruch meiner Tochter mit. Bei genauerem Hinhören sogar ziemlich laut und deutlich. Dieser Satz sagt so viel wie „Für mich ist der Zustand meines Zimmers/meine Hausaufgabe/meine Frisur/das Bild für Oma… völlig ok, also hör‘ gefälligst auf, mich mit deinen Ansprüchen zu nerven“.
Dabei will ich doch nur, dass meine Kinder (und in dem Fall schließe ich meinen Gatten in diesen Kreis mit ein) sich Mühe geben bei den Dingen, die sie machen. Mach‘ ich ja auch. Machen die aber nicht so gerne. Oder nur bis zu einem gewissen Grad. Weiterlesen

Treuepunkte

„Haben Sie unsere Kundenkarte?“ „Sammeln Sie Payback-Punkte?“
Man kann ja heutzutage überhaupt nicht mehr einkaufen gehen ohne durch solche Fragen belästigt zu werden. Und da ich mich stets bemühe, die Zeichen der Zeit wahrzunehmen und zu adaptieren, kann  man inzwischen sogar bei uns zuhause Punkte sammeln.

Und das kam so: Weiterlesen

Rabimmel, rabammel, rabumm

„Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne.“
Ich glaube, es hat einen Grund, warum dieses Lied kein Ende hat und man wie in einer Dauerschleife gefangen ist, sobald ein Kind dieses Lied kurz vor St. Martin, also direkt nach Ostern, zum ersten Mal anstimmt.
Wie bei einem Zeitsprung ist es dann plötzlich nach siebenhundertdreiundzwanzig Wiederholungen wieder so weit, und man steht an einem Tag im November, der keinesfalls der 11.11. sein darf, im Park in der Kälte mit drei Millionen anderen Eltern und Kindern, und schaut sich zum drölfzigsten Mal die Geschichte von dem ungarischen Reitersmann an, der durch seine mildtätige Mantelspende einen mittellosen Mann vor dem Tod durch Erfrieren bewahrt.
Ich hätte als Wärmespende ja noch ein paar Laternen im Angebot. 1-A-Ware. Kein Recycling-Papier. Ungefähr achtzehn. So genau kann man das unter der Staubschicht ja nicht erkennen, die sich über die Pappdrachen, Schäfchen, Äffchen oder Pinguine, die auf dem Schrank Platz genommen haben, gelegt hat. Weiterlesen

Harry Skywalker

Die John Williams-CD ist angekommen. Endlich.
Acht Tage musste er dank Poststreik darauf warten. Acht Tage, in denen er nur die Carmen-Ouvertüre und den Walkürenritt hören konnte. Und alle damit genervt hat.
Bis vielleicht auf Linas Sims, die –  sehr zu ihrem Leidwesen –  am liebsten klassische Musik hören. Ständig fragt sich das arme Mädchen, was sie wohl falsch gemacht hat in der virtuellen Erziehung. Ich hingegen habe damit aufgehört, mich über meine Geschöpfe zu wundern. Ich nehme hin. Zum Beispiel, dass es jetzt gar keine Abwechslung mehr in der Musikauswahl gibt, sondern dass nur noch die Star-Wars-Filmmusik gehört wird. Überall. Zuhause, im Auto, im Hort. Morgens nach dem Aufstehen genauso wie abends zum Einschlafen.
Leider hat Fritz seine Klaviernoten für den „Imperial March“ verbaselt, so dass er in der letzten Woche ohne auskommen musste. Ich frage mich, ob die Noten vielleicht den gleichen Weg gegangen sind wie die Nicole-Kassette, die meine jüngere Schwester als Achtjährige so gerne und ausdauernd gehört hat, oder die Lieblings-Haus-Hose meines Vaters, die so furchtbar bequem war und ein adrettes Fleckenmuster aufwies, oder die Plastik-E-Gitarre für Kleinkinder, die so klangschön „Old Mac Donalds had a farm“ spielen konnte. Weiterlesen

Wie die Jedis in unser Wohnzimmer kommen

Freitagabends geht mein Mann Fußball spielen. Zumindest behauptet er das. Seine Beine sind hinterher grün und blau und die Fahne, die ich rieche, ist keine Eckfahne.
Einmal hat er Fritz mitgenommen, der mir im Nachgang verraten hat, dass der Papa zehn Bier getrunken hätte. Mein Man war sehr entrüstet und meinte, es wären lediglich zwei Malzbier gewesen und überhaupt könnte man dem Wicht überhaupt kein Wort glauben. In der Tat geht Fritz mit der Interpretation von Begebenheiten und Tatsachen bisweilen reichlich kreativ um. Einigen wir uns bei den freitagabendlichen Absenzen meines Mannes also auf „geselliger Herrenabend mit aktiven Anteilen, die an Fußball erinnern“. Weiterlesen

Neues aus dem Einkaufsparadies

Glück und Leid liegen ja manchmal so eng beieinander.
Die Tage habe ich dieses Schild an der Zimmertür meines Sohnes entdeckt.

Der Rewe in unserer Speisekammer hatte also vorerst geschlossen. Schade. Dafür hatte die Repzeption wieder offen und die Rechtschreibung des Marktleiters sich dramatisch verbessert.
Das Schriftbild hat hingegen noch etwas Optimierungspotential, finde ich. Aber vielleicht hat Fritz einfach nur mal wieder neue Pläne und arbeitet an einer Karriere als Mediziner. Zumindest lässt mich die krakelige Unterschrift das vermuten. Weiterlesen

Taunus Wunderland, das ist unsre Welt

taunus-wunderlandIch war schon etwas verwirrt und wusste gar nicht so recht, wie ich mich auf einem fröhlichen Familienausflug verhalten soll, aber nach zwanzig Minuten kam dann doch das erlösende Gemaule meiner Tochter. Ein Ausflug ohne Meckern macht einfach nur halb so viel Spaß. Was diesmal Stein des Anstoßes war, habe ich leider schon wieder vergessen, aber es wird schon so etwas Fatales und Unerwartbares gewesen sein wie ein Rempler beim Autoscooter, ein Spritzer in der Wildwasserbahn oder die Weigerung der Eltern, für das Steuern elektrischer Boote noch extra zu bezahlen, wo uns der Eintritt doch nur zwanzig Euro pro Person gekostet hat. Vielleicht war es auch nur ein anderer Besucher des Freizeitparks, der irgendwie das Missfallen meines Kindes erregt hat. Andere Menschen sind aber auch wirklich lästig. Stehen in der Schlange vor einem, schnappen  einem das letzte Lieblingseis vor der Nase weg oder sind einfach da und stören. Glücklicherweise war das Wetter nicht so gut, da waren wir ziemlich alleine unterwegs und mussten nirgendwo lange anstehen. Weiterlesen

Money, Money, Money

monetenEigentlich spricht man ja nicht über Geld. Entweder man hat es, oder man hat es nicht.
Ich habe Geld.
Glaubt zumindest meine Tochter.
Als ich einmal nach bester Stasi-Manier mein Kind aushorchen wollte, was denn eigentlich die anderen Eltern im Kindergarten beruflich so machen, kam nur ein Schulterzucken von meiner vierjährigen Tochter. Daraufhin habe ich überlegt, ob Lina überhaupt weiß, womit ihre eigenen Eltern so ihr Geld verdienen und habe sie gefragt.
„Der Papa ist Fotograf und die Mama verdient Geld.“ Weiterlesen