Archiv der Kategorie: Sandkuchen-Geschichten

Punkt, Punkt, Komma, Strich,…

kinderbild-monsterDas Zeichnen ist in unserer Familie sehr stereotyp verteilt. Lina und ich zeichnen und malen gerne und man kann auch einigermaßen erkennen, was die Künstlerinnen darstellen wollten. Mein Mann wählt lieber die technische Variante des Malens: er fotografiert.
Fritz macht gar nichts davon, freiwillig malt er höchstens mal ein „Star-Wars der Clown wars“-Bild aus, ansonsten zeichnet er nur wenn er dazu gezwungen wird, zum Beispiel wenn er es als Hausaufgabe aufbekommt. Nicht mal für Omas, Opa, Tanten und Onkels malt er, was diese aber vermutlich auch nicht weiter betrübt. Das, was bei seinen Malereien herauskommt, ist nämlich nicht unbedingt zu erkennen oder etwas, das man sich gerne an die Wand hängt. Weiterlesen

Der Putzteufel

PutzutensilienIch hatte früher eine Oma Waschmaschine. Natürlich hatte sie auch noch einen richtigen Namen, aber da sie viel Wert auf Ordnung und Sauberkeit legte, hatte sie zwei Waschmaschinen und diese auch rege im Einsatz. Ich denke, es gibt schlimmere Kosenamen.
Wie das mit den Genen und den damit verbundenen Eigenschaften usw. nun mal so ist, überspringt das ja ganz gerne mal die eine oder andere Generation.
Der Putzfimmel hatte schon den Eindruck erweckt, in unserer Familie komplett ausgestorben zu sein, da war er plötzlich wieder da. Und zwar dort, wo ihn niemand erwartet hätte: in meinem Sohn. Weiterlesen

Das Einkaufsparadies

In unserer Speisekammer hat eine Rewe-Filiale eröffnet. Filialleiter ist mein Sohn Fritz. Jetzt muss ich jedes Mal, wenn ich etwas von dort brauche, dafür bezahlen.
Dafür werde ich aber auch bedient und beraten.
Man kann auch mal über die Preise verhandeln oder anschreiben lassen. Und man bekommt die Einkäufe eingepackt und auf Wunsch auch in die Küche geliefert.
Das macht der Rewe, zu dem ich sonst gehe, nicht.
Fritz nimmt seine Rolle als Filialleiter sehr ernst. An der Tür hängt ein Schild mit den Öffnungszeiten, an die er sich allerdings nicht allzu akribisch hält und er hat, bevor der Laden eröffnet wurde, erst einmal alles aufgeräumt und saubergemacht.
Das hatte lange keiner mehr gemacht und war echt nötig. Lebensmittel, die mindestens zwei Jahre abgelaufen waren, wurden entsorgt und ich bin erstaunt, wie viel Platz doch in diesem Räumchen ist, wenn man Marmeladengläser alphabetisch sortiert und die koffeinhaltigen von den koffeinfreien Kaffeepads trennt. Weiterlesen

Es geschah am hellichten Tag

weisser-lieferwagenIn der Zeitung stand geschrieben, es wäre ein Hoax. Das klingt, als handelt es sich hierbei um irgendetwas Magisches aus der Harry-Potter-Welt. Aber Hoaxe gibt es wirklich. Viele. Ständig.
Ein Hoax ist eine erfundene Geschichte, die aber viele Menschen für bare Münze nehmen. Meist handelt es sich bei Hoaxen um weniger erfreuliche Dinge, die den Leuten Angst machen und sie verunsichern.
Nun gut. Der Mann im schwarzen Jogginganzug, der im vergangenen Jahr die Jungs mit Fußballbildchen gelockt hat, wurde nie gefasst, weil es ihn wohl auch nicht gab.
Aber bei diesem weißen Lieferwagen kann es sich unmöglich um einen Hoax gehandelt haben, schließlich haben ihn doch so viele Kinder gesehen. Weiterlesen

Ein dreifach donnerndes…

Helau!

Wenn wir eins nicht sind, dann Fassenachter. Wir besuchen zwar den Faschingsumzug und setzen dafür auch mal ein Hütchen auf, aber nur, um den Süßkram abzugreifen, den wir dann kurz vor Ostern oder allerspätestens im Sommer ungegessen wegwerfen. Weiterlesen

Liebe, Liebe, Liebelei

herzen-sandkuchen-geschichtUm meine künftige Schwiegertochter muss ich mir keine Gedanken machen, die kenne ich nämlich schon. Und das nicht, weil ich wie in gewissen Kulturkreisen üblich, schon eine für drei Kamele und zwei Hühner gekauft hätte. Nein, Fritz hat sie sich schon selbst ausgesucht.
Zuerst war er in der Krippe hinter Suhaila, einer rassigen Brünetten, her, doch dann trat sie in sein Leben:
die süße Karla.

Weiterlesen

Vom Hören-Sagen und Singen

schneeEs schneit. Wie herrlich. Über der gesamten Welt liegt eine anmutige Stille. Alles ist ruhig und friedlich. Lautlos fallen unzählige Flocken aus der unendlichen Weite des Himmels und hüllen die Erde in eine schützende, watteweiche Schicht aus Milliarden winziger, wirbelnder Schneekristalle.
Die Hässlichkeit, der Schmutz und der Lärm werden von ihnen durch steten Fall bedeckt und nur noch der unschuldig weiße Schleier der Winterbraut, die auf den Frühling wartet, bleibt.
Allein das sanfte Knirschen des Schnees unter meinen Schritten ist zu hören. Nein, es wäre zu hören, wenn ich draußen wäre, aber ich sitze ja drinnen im Warmen und genieße still und andachtsvoll dieses Wunder der Natur.
Wenn da nicht… Weiterlesen

Schifoan

ski01Wir waren jetzt zum zweiten Mal eine Woche Skifahren. Mit Schnee. Wir waren auch die drei Jahre vorher schon Skifahren, dann aber wahlweise mit krankem Kind, gerissenem Kreuzband oder mit ohne Schnee.
Ich muss sagen, das ist richtig schön, wenn auch die Berge um einen herum gezuckert sind und es nicht nur einen kümmerlichen Rest sulzigen Kunstschnees auf dem kleinen Stückchen Piste gibt, das vor einem liegt.
Nein, diesmal lag sogar Schnee am Straßenrand. Das kennen wir gar nicht. Vor zwei Jahren waren wir in Winterberg, aber außer dem Stadtnamen war da nicht viel mit Winter. Nachdem wir das örtliche Schwimmbad, das Wintersportmuseum, die Shoppingmeile und die Glasbläserei besichtigt hatten, haben wir einen Tagesausflug nach Bottrop unternommen – in die Skihalle. Weiterlesen

Zahlen und Fakten

Mein Sohn ist hochbegabt. So sagt man doch zu schlecht erzogenen Kindern, oder? Naja, aber das ist ja heutzutage auch nichts Besonderes mehr, sind ja inzwischen alle.
Allerdings kommen mir da bei meinem Sohn manchmal dann doch erhebliche Zweifel, ob ich meine Eigendiagnose nicht revidieren sollte.
Zwar kann er sämtliche Fußballspieler aus der ersten und zweiten Bundesliga inklusive Höchstgeschwindigkeiten, Toren, Anzahl der gespielten Pässe und Transfersumme fehlerfrei aufzählen, aber eine Sache geht nicht in seinen Schädel: das Datum seiner Geburt.
Er wird jetzt demnächst sieben, liest die ersten Bücher und bewegt sich sicher im Zahlenraum bis zwanzig, aber neben all den anderen Informationen ist für seinen Geburtstag anscheinend kein Platz in seinem Hirn. Weiterlesen

Parallelwelten

ballettManchmal glaube ich, dass ich auf einem anderen Planeten lebe als meine Kinder. Zumindest in einer anderen Welt – in einer Art Paralleluniversum. Erschwerend kommt noch hinzu, dass wir außerdem unterschiedliche Sprachen sprechen. Jedenfalls habe ich manchmal den Eindruck.
Wenn ich zum Beispiel sage: „Räumt eure Zimmer auf“, dann versteht Lina „Wirf‘ alle Spielsachen in die Zimmermitte und unter die Schränke und setz‘ dich vor die Glotze“.
Bei Fritz kommt an: „Hock‘ Dich aufs Klo und daddel auf dem Smartphone“.
Und selbst wenn meine Kinder mich verstehen, dann wird 90% von dem, was ich sage, abgetan mit „Ist doch igal“. Weiterlesen