Hamburg, meine Perle: Jetzt geht’s los!

Der tollste Mann von allen hat mir zu meinem vierzigsten Geburtstag ein Wochenende in Hamburg geschenkt. Wow!
Und dieses Wochenende ist endlich gekommen. Ich freu mich so!

wecker
Um 5:17 Uhr verlassen wir an diesem Morgen das Haus. Und aufgestanden sind wir ja noch viel früher. Bestimmt fünf Minuten. Ich wusste gar nicht, dass es diese Uhrzeit wirklich gibt. Verrückt. Weiterlesen

Stadt, Land, Fluss

„Stadt mit V?“
„Volpe.“
„Wasn das fürn Quatsch? Die hast Du Dir doch gerade ausgedacht.“
„Nein gar nicht. Da bin ich schon mal durchgefahren.“
„Hmm. Es klingt schon nach etwas, das es im Sauerland geben könnte. Aber wir fragen mal das große Internet-Orakel.“
Natürlich gibt es Volpe nicht. Genauso wenig übrigens wie das Land Volta. Und Obervolta heißt inzwischen Burkina Faso, Guadeloupe schreibt man ganz bestimmt nicht mit Q und nein, auch Ceylon lasse ich nicht gelten. Höchstens bei Teesorten, aber die haben wir diesmal nicht im Programm. Dafür gibt es die Kategorie „Beruf“.
Es ist schon erstaunlich, womit man alles sein Geld verdienen kann. Vor allem das Züchten von Tieren und Anbauen von Obst ist sehr vielfältig. Den Erdbeerbauern haben wir gelten gelassen, aber der Quallenzüchter war doch etwas weit hergeholt. Auch nicht ins Team geschafft hat es leider der Untierzüchter. Dabei gefällt mir die Vorstellung sehr gut. Manchmal fühle ich mich auch, als würde ich Untiere großziehen. Und wenn Taschendieb als Beruf durchgeht … Weiterlesen

Krank sein ist ein Arschloch

Hach, so ein bisschen krank wär doch auch mal was. Im Bett rumliegen, den Dreck Dreck sein lassen, alle Bücher lesen, die ich schon lange mal lesen wollte und im Fernsehen all das gucken, was vor 21 Uhr läuft. Ich gebe zu, das denke ich manchmal, wenn ein Kollege krank wird und ich den Job auch noch mitmachen muss. Weiterlesen

Weißt Du noch?

Als Mutter muss man ja immer alles wissen.
Ein bisschen bin ich ja selbst daran schuld, schließlich habe ich das Gerücht in die Welt gesetzt, dass Mamas immer alles wissen.
So kommt es, dass ich ständig die aberwitzigsten Sachen beantworten soll:
„Mama, wer ist stärker? Die Soldaten der Queen oder die Soldaten vom Papst?“
oder
„Mama, sind 1000 Wespen gefährlicher als 500 Wespen?“
oder
„Mama, wer ist berühmter, Johnny Depp oder Harrison Ford?“

Und natürlich zu allen Gelegenheiten: „Wer denkt sich eigentlich so einen Quatsch aus?“
Glücklicherweise geht es den Kindern meist eher ums Fragen als um die Antwort. Denn eine solche warten sie meist gar nicht ab, oder man kann ihnen den gröbsten Unfug erzählen. Weiterlesen

#12 von 12 im März

Das Wetter ist herrlich, als ich um acht Uhr nach draußen schaue. Aber ich folge dem Herdentrieb vieler Eltern heranwachsender Kinder und verbringe den Samstag in einer stickigen Sporthalle. Immerhin machen beide Kinder inzwischen den gleichen Sport und sind auf dem gleichen Turnier, so dass ich nicht wie mein bedauernswerter Kollege Turnhallen-Hopping am Wochenende betreiben muss. Weiterlesen

Ristorante Wagenpfeil

#MissionFood4Kids

Ich habe die Küche geputzt. Das Fett von den Regalen gewischt, die Papiere vom Tisch wegsortiert, die Spüle blank poliert und den Boden gesaugt und gewischt. Was liegt da ferner, als den Kindern vorzuschlagen, doch statt Computer mal Restaurant zu spielen.

„Wollt Ihr nicht mal Restaurant spielen?“

In dem Moment, in dem diese Frage meinen Mund verließ, beschlich mich der Verdacht, einen Denkfehler begangen zu haben.
Im weiteren Verlauf dieser Geschichte sollte mir diese Vermutung noch ein paar Mal kommen.
„Was sollen wir denn kochen, Fritz?“, wollte Lina von ihrem Bruder wissen.
„Nudelauflauf.“
Eine naheliegende Antwort dieses kulinarisch stark eingeschränkt experimentierfreudigen Kinds.
„Nein, das gibt es immer. Und außerdem kriegen wir das nicht so gut hin wie die Mama. Die hat da ein Geheimrezept.“
Vielleicht war es doch eine gute Idee von mir, wenn dabei mal ein wenig Lob für mich rausspringt.
Zehn Rezeptvorschläge, zwölf Schimpfworte und drei Mal Türenknallen später, stand das Menü fest: Weiterlesen

Leise rieselt die Vier … #Rant

Es gab Halbjahrs-Zeugnisse. Mein Sohn hat geschafft, was vor ihm noch keiner aus unserer Familie geschafft hat (wobei ich nur für den inner circle sprechen kann, ein Zeugnis meiner Eltern habe ich nie zu Gesicht bekommen): er hatte eine Vier. Im Grundschul-Zeugnis der 3. Klasse.
Und zwar im Fach „Musische-Schiene“. Ist eine Mischung aus Werken, schauspielern und sonstigem kreativen Schnick-Schnack.
Fritz ist im Malen tatsächlich nicht die ganz große Nummer. Nach den Kopffüsslern kam nicht mehr viel. Aber was treibt ihn dazu, sich dem Ganzen so zu verweigern, dass man meint, einem Kind eine Vier geben zu müssen? Einem Kind, das im Fach Kunst bei einer anderen Lehrerin, die nicht gerade für Kuschelkurs und Waldorfpädagogik bekannt ist, eine Zwei bekommt?

Heute ist mein Ton anders als sonst. Schärfer. Weil ich mich aufrege. Schon ziemlich lange. Und ziemlich lange darüber nachdenke, was man wohl machen kann. Aber ich fürchte, man kann nicht wirklich etwas machen. Worüber ich mich aufrege? Schule. Grundschule, genauer gesagt, da mir für weitergehende Schulkritik bislang die Erfahrung fehlt.
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Die Sonne im Herzen

Neulich bekam ich die Gelegenheit zum ungefilterten Einblick in das Gehirn meines Sohnes.
Dazu musste ich keinesfalls die Dienste eines Gehirnchirurgen oder Psychiaters in Anspruch nehmen. Nein, Fritz sang vor sich hin und zwar alles, was ihm gerade so durch den Kopf ging. Und das war ziemlich viel. Man kann sich das in etwa so vorstellen, wie wenn man am Frequenzregler eines Radios dreht und Songfetzen und Gesprächsteile auf der Suche nach dem gewünschten Sender durch die Luft sausen. Nur halt alles gesungen und zwar mächtig laut. Und morgens um halb acht vor dem ersten Kaffee. Weiterlesen

#Herzenstage 2016

Kalt war es draußen. Und nass. Nasskalt also. Und grau. Die Bäume, die im Sommer mit ihrem saftigen Grün Schatten spendeten, standen da wie traurige Gerippe, die sich nur mit Mühe vom Grau der restlichen Welt abhoben.
Ein Wetter, das niemand leiden kann. Außer vielleicht Frischverliebte, die sich gemeinsam auf einem Bärenfell vor einem romantisch knisternden Kaminfeuer zusammenkuscheln. In so einem Fall wären Sonne und dreißig Grad wirklich unangebracht. Aber ansonsten? Für einsame Herzen wie mich?
Und dann fiel mir ein, dass ich gar nichts zum Essen da hatte. Das auch noch! Keine Schokolade, keine Chips, nur gähnende Leere in den Schränken. Also doch noch mal raus, ein paar Dinge einkaufen.
Draußen und im Supermarkt schienen alle anderen mein Gesicht und mein Inneres zu spiegeln: herunter gezogene Mundwinkel, achtlose Hetze, stumpfe Herzen.

Und dann auf dem Heimweg, voll bepackt mit Lebensmitteln, riss die Papiertüte, durch die Nässe aufgeweicht. Warum konnte ich nicht einmal eine Plastiktüte nehmen?
Apfelsinen kullerten mit Äpfeln um die Wette als wäre es ein Spiel, wer zuerst in der Matschpfütze landet. Die Brötchen kullerten gar nicht mehr, sie lagen schon aufgequollen neben dem Stück Käsekuchen, das ich mir zum Seelenschmeicheln gegönnt hatte. Als ich mich bückte, um die brauchbaren Sachen wieder einzusammeln, fuhr auch noch ein Wagen an mir vorbei, der mich achtlos nassspritzte.
Der Regen schmeckte salzig, als er sich mit den Tränen vermischte, die über meine Wangen liefen.
„Das wird wohl schwierig mit dem Abendessen“, hörte ich eine mir unbekannte Stimme hinter mir.
Als ich mich umdrehte, stand dort ein Mann und hielt mir zwei der verlorenen Orangen entgegen.
„Ist heute nicht ein toller Tag, um im Regen zu tanzen?“, fragte er mich und als ich ihn nur verwundert anschaute, lachte er und sagte: „Aber zuerst wärmen wir uns vielleicht in der Pizzeria dort drüben auf. Die machen wahnsinnig gute Spaghetti Bolognese.“
Die machten sie tatsächlich. Und machen sie immer noch. Und als wir als frischverliebtes Paar die Pizzeria verließen, da hatte sich der Regen in Schnee verwandelt. Und es knirschte herrlich, als unsere Füße wilde Muster in das glitzernde Weiß tanzten.

Spaghetti Bolognese. Seit Susi & Strolch das Essen mit dem höchsten Romantikpotenzial. OK, das war jetzt ein wenig übertrieben bei der romantischen Geschichte, wie mein Mann und ich uns kennengelernt haben. Es gab Pizza und billigen Pizzabuden-Rotwein. Aber der Rest ist tatsächlich so überhaupt nicht passiert sondern erstunken und erlogen.

Aber Hallo? Es ist Valentinstag und manchmal wäre ich auch gerne romantisch. Aber dann bin ich doch lieber wieder lustig. Aber mein Mann, der ist im tiefsten Herzen Romantiker wie aus einer Jane-Austen-Schnulze entsprungen, auch wenn er vor langer Zeit zu mir gesagt hat: „Um mit Dir etwas anzufangen, bin ich entweder zu betrunken oder noch nicht betrunken genug.“
Wer will, findet darin eine unglaubliche Unverschämtheit (ich). Wer anders will, der findet etwas lustiges (ich). Und wer noch anders will, der findet sogar darin einen romantischen Kern (Überraschung, schon wieder ich).

Und was das wichtigste ist: ich kann es ihm sein ganzes Leben lang vorhalten. Zum Beispiel, wenn ich im Regen tanzen will und er eigentlich gar nicht gerne tanzt.

Und wer sich nach mehr Romantik in seinem Leben sehnt, der kann ja vielleicht ein Buch lesen, oder einen Liebesfilm schauen oder die Augen aufhalten und die Romantik im eigenen Leben sehen, auch wenn sie sich manchmal gut versteckt.

In dem Sinne: Euch allen wünsche ich schöne #Herzenstage 2016!

# 12 von 12 im Februar

Morgens im Bad wird erst einmal die A- und O-Deklination wiederholt. Netterweise hat die Tochter die auf einem Zettel direkt über dem Waschbecken aufgehängt. Der Gebrauch eines wasserunlöslichen Stifts wäre eventuell von Vorteil gewesen. Aber dann hätte man vielleicht auch die Formen richtig aufschreiben müssen. Macht also nichts.

lateinzettel

Im Flur liegt ein lustiger Teller, den der beste Ehemann von allen noch vom gestrigen Mittagstisch übrig hat. Heute Nachmittag werde ich mich dann darüber beschweren können, dass er ihn nicht zurückgebracht haben wird. Ein bisschen freue ich mich schon drauf. Weiterlesen